Tonnenweise Müll im Wasser: Freiwillige wetteifern beim PET-Cup

Tonnenweise Müll im Wasser: Freiwillige wetteifern beim PET-Cup

Es ist bereits das zehnte Mal, dass die sogenannten PET-Piraten zu den Rudern greifen, um den Fluss Tisza in Ungarn von Unrat zu befreien. Wie es sich für richtige Piraten gehört, ziehen sie täglich tonnenweise Beute in ihre Boote. Ihre Schätze: Plastikflaschen, Schuhsohlen und Verpackungen von Speise-Eis.

Beim diesjährigen Jubiläums-Cup gingen 12 Boote und zusätzlich Kanus an den Start. Und auch die Strecke wurde angepasst: sie ist jetzt länger als in der Vergangenheit. Die Freiwilligen säubern einen 86 Kilometer langen Flussabschnitt zwischen Cigánd und Tiszadada.

In diesem Jahr nehmen nur die erfahrensten der Piraten teil:

"Der gesamte Trip ist wegen der Situation in der Ukraine komplizierter. Auch wenn wir nicht auf einem Fluss an der Grenze rudern, gibt es viel mehr Müll wegen der Flüchtlinge. Das ist auch der Grund, warum in diesem Jahr nur Teams mitmachen können, die schon erfolgreich in mehreren PET Cups teilgenommen haben", meint Attila Molnar, Mitbegründer des PET-Cups.

In sieben Tagen wird eine Menge Abfall aus dem Wasser und den Auenwäldern gefischt. Freiwillige sortieren ihn an jeder Anlegestelle und sorgen für die fachgerechte Entsorgung. 60 Prozent des Mülls werden nach der Reinigung recycelt. Dieses Kanu zum Beispiel wurde aus Plastikabfällen hergestellt.

"In den flussaufwärts gelegenen Ländern wird der Abfall von der Ufervegetation quasi vorselektiert, Nylon verfängt sich beispielsweise dort. An vielen Stellen kann man leider sehen, dass sowohl der Grund der Flüsse und die Ufervegetation mit Plastiktüten übersäht sind Und wir sehen jede Menge schwimmende Verpackungsabfälle, also PET-Flaschen, Waschmittel- und Duschgelflaschen, alle Bettzeugkisten, viele Flaschen, aber auch Kühlschränke, Fernseher, Sessel und Stühle", führt Gergely Hankó, Projektmanager des PET-Cups aus.

Gelegentlich findet sich auch eine Flaschenpost unter dem Müll - enthalten die Botschaften eine Adresse, wird geantwortet.

Euronews-Korrespondent fasst Zoltan Siposhegyi zusammen

"Die PET-Piraten fischen täglich eine Tonne Müll aus der Tisza. Doch die Situation wird sich voraussichtlich noch verschlechtern. Durch den Ukraine-Krieg ist die Bevölkerung in den Unterkarpaten um 20 Prozent gestiegen, was zu einem Anstieg des Mülls geführt hat. Und was dort in die Tisza geworfen wird, landet hier bei uns allen."

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