"Eine total verlogene Argumentation": Hannes Jaenicke schaltet sich in Wolf-Debatte ein

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Hannes Jaenicke kämpft seit Jahren für die Rechte von Tieren. (Bild: Hannes Magerstaedt/Getty Images)
Hannes Jaenicke kämpft seit Jahren für die Rechte von Tieren. (Bild: Hannes Magerstaedt/Getty Images)

Die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland polarisiert. Während Naturschützer jubeln, plädieren Wolfsgegner für den Abschuss. Nun meldete sich auch Schauspieler Hannes Jaenicke zu dem kontrovers diskutierten Thema zu Wort.

Seit Jahren setzt sich Hannes Jaenicke für die Belange bedrohter Tierarten ein. In der neuen Folge seiner Reportagereihe "Hannes Jaenicke: Im Einsatz für ..." konzentriert sich der Schauspieler und Umweltaktivist auf den Wolf. Zwar nimmt der Bestand des Beutegreifers in Deutschland seit Jahren konstant zu, dennoch steht der Wolf im Zentrum einer Kontroverse - unter anderem, weil Weidetierhalter um die Existenz ihrer Herden fürchten. "In Deutschland reagieren viele Weidetierhalter mit dem Reflex: 'Los, Papa Staat, schieß den Wolf ab'", sagte Jaenicke im Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau.

Der Umweltaktivist verurteilte diese Forderung aufs Schärfste: "Ein Wolf hat genauso eine Lebensberechtigung und ein Recht auf Nahrung wie jeder Mensch und jedes andere Tier." Die Argumentation von Schafhaltern, ein Wolfsriss sei grausam, sei ohnehin "total verlogen", so Jaenicke. Schließlich würden die Schafe der Halter irgendwann "auf einen Tiertransport gepfercht, zum Schlachthof gefahren und brutal geschlachtet, weil wir Menschen Lammfleisch essen wollen", führte er aus. Deshalb warf der 61-Jährige die Frage auf: "Ist das wirklich besser, als wenn sich der Wolf eine Mahlzeit holt?"

Das ZDF zeigt die Reportage "Hannes Jaenicke: Im Einsatz für den Wolf" am Dienstag, 25. Mai, um 22.15 Uhr.  (Bild: ZDF/Sebastian Reeh)
Das ZDF zeigt die Reportage "Hannes Jaenicke: Im Einsatz für den Wolf" am Dienstag, 25. Mai, um 22.15 Uhr. (Bild: ZDF/Sebastian Reeh)

"Wir haben zu wenig Respekt vor der Natur"

Generell machte Jaenicke im Gespräch mit der teleschau eine fehlende Demut der Menschen gegenüber der Tierwelt aus: "In Deutschland wird gern mit erhobenem Zeigefinger gemahnt, dass in Afrika doch bitte, bitte etwas gegen den Elfenbeinhandel getan werden muss oder gegen die Nashornjagd. Dabei sind wir keinen Deut besser." Er untermauerte seine These mit der ernüchternden Tatsache, dass ein Drittel der einheimischen Tierarten vom Aussterben bedroht seien, was Jaenicke resümieren ließ: "Wir haben zu wenig Respekt vor der Natur und sind völlig entfremdet von ihr."

Am Dienstag, 25. Mai, zeigt das ZDF um 22.15 Uhr Jaenickes neue Reportage "Hannes Jaenicke: Im Einsatz für den Wolf". In der neuen Episode seiner prämierten Filmreihe thematisiert der Schauspieler die Debatte, die in den vergangenen Jahren um den Wolf entbrannt ist. Um mehr Verständnis für den Beutegreifer zu entwickeln, stattet er in Niederösterreich dem WolfScienceCenter einen Besuch ab, wo das Sozialverhalten der Tiere erforscht wird. Außerdem trifft Jaenicke während seiner Reise durch Europa Kritiker wie Befürworter der Rückkehr des Wolfes in hiesige Gebiete.

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