Tote bei israelischen Luftangriffen in Syrien

Ben Simon
·Lesedauer: 2 Min.
Israelischer Luftabwehrbatterie auf den Golanhöhen
Israelischer Luftabwehrbatterie auf den Golanhöhen

Bei israelischen Luftangriffen in Syrien sind zehn Menschen getötet worden. Nach Angaben der israelischen Armee griffen Kampfjets in der Nacht zum Mittwoch militärische Ziele der iranischen Al-Kuds-Brigaden und der syrischen Regierungsarmee an, darunter Luftabwehrbatterien und militärische Hauptquartiere. Dabei habe es sich um eine Vergeltungsmaßnahme gehandelt, nachdem Sprengsätze nahe einem israelischen Stützpunkt auf den besetzten Golanhöhen gelegt worden seien.

Nach Angaben der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana wurden bei den Angriffen drei Regierungssoldaten getötet. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach von zehn Todesopfern, darunter fünf mutmaßliche Mitglieder der iranischen Al-Kuds-Brigaden und weitere pro-iranische Kämpfer. Die Al-Kuds-Brigaden sind eine Eliteeinheit der iranischen Revolutionswächter.

Die Beobachtungsstelle mit Sitz in Großbritannien bezieht ihre Informationen von einem Netz von Informanten vor Ort. Ihre Angaben lassen sich von unabhängiger Seite kaum überprüfen.

Seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien 2011 hat das israelische Militär hunderte Luftangriffe gegen die syrischen Regierungstruppen und ihre iranischen Verbündeten geflogen. Israel will damit verhindern, dass der Iran seinen Einfluss in Syrien ausweitet.

Die Beobachtungsstelle berichtete am Mittwoch auch über einen Angriff von Kämpfern der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) auf einen syrischen Militärkonvoi, bei dem elf Soldaten getötet worden seien, darunter ein General. Die syrischen Einheiten wurden demnach in der Badia-Wüste in einen Hinterhalt gelockt.

Unterdessen traf der bahrainische Außenminister Abdellatif al-Sajani am Mittwoch in Tel-Aviv ein. Es war der erste offizielle Besuch eines Ministers der Golf-Monarchie in Israel. Im Laufe des Tages wurde auch US-Außenminister Mike Pompeo in Jerusalem erwartet. Am Abend war ein gemeinsames Treffen Pompeos und al-Sajanis mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu vorgesehen, bei dem es darum gehen sollte, den iranischen Hegemonialbestrebungen in der Golf-Region entgegenzutreten.

ao/gt