Eine Tote bei Zusammenstößen zwischen Polizei und Indigenen in Chile

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Polizei geht gegen Demonstranten in Santiago vor (AFP/Martin BERNETTI)

Bei Zusammenstößen zwischen Polizei und indigenen Demonstranten in Chile ist eine Frau getötet worden. Wie die Behörden am Sonntag mitteilten, wurden bei dem Polizeieinsatz in der Hauptstadt Santiago zudem mindestens 17 Beamte verletzt und zehn Demonstranten festgenommen. Rund 1000 Angehörige des Volkes der Mapuche hatten bei einer Kundgebung mehr Autonomie vom chilenischen Staat gefordert.

Die Polizei ging mit Wasserwerfern und Tränengas gegen die Menge vor. Einige Demonstranten griffen die Polizisten daraufhin mit Steinen und Stöcken an, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Die Polizei hatte zunächst mitgeteilt, dass eine Frau von einem Feuerwerkskörper getroffen und verletzt in ein Krankenhaus gebracht worden war. Das Krankenhaus teilte später mit, dass die 43-jährige Anwältin während der Behandlung verstorben sei.

In der Heimatregion der Mapuche im Süden Chiles schwelt seit Jahrzehnten ein Konflikt um Land, das viele Ureinwohner als ihren angestammtes Besitz betrachten. Dabei kommt es immer wieder zu Protesten und mitunter zu Brandanschlägen auf Maschinen der Holzindustrie und zu Zusammenstößen mit der Polizei.

In einem historischen Schritt hatte die verfassunggebende Versammlung des Landes im Juli mit Elisa Loncón eine Angehörige der Mapuche zu ihrer Vorsitzenden gewählt, was bei vielen Indigenen die Hoffnung auf eine stärkere Berücksichtigung ihrer Belange geweckt hatte. Die aktuelle Verfassung stammt aus dem Jahr 1980 und damit noch aus der Zeit des Militärdiktators Augusto Pinochet (1973-90). Sie wird von vielen Chilenen für die tiefe Kluft zwischen Arm und Reich verantwortlich gemacht. 2022 soll in einem Referendum über den Verfassungstext abgestimmt werden.

fml

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