Träger des Friedensnobelpreises fordert von Deutschland Ächtung von Atomwaffen

Internationale Chefin von Ican: Beatrice Fihn

Kurz vor der Entgegennahme des Friedensnobelpreises hat die Anti-Atomwaffen-Gruppierung Ican die Bundesregierung zur Ächtung aller Atomwaffen aufgerufen. Es sei eine "Schande", dass Deutschland den UN-Vertrag zum weltweiten Verbot atomarer Waffen boykottiere, kritisierte Sascha Hach aus dem Vorstand von Ican Deutschland in einer Erklärung vom Sonntag. Er warf Deutschland vor, sich an eine "fatale Nuklearallianz mit den USA" zu klammern.

Die Bundesregierung müsse sich "auch im Sicherheitsinteresse Deutschlands endlich von der Abschreckung und der gefährlichen Eskalationspolitik" von US-Präsident Donald Trump lösen und dafür sorgen, dass die Atomwaffen aus Deutschland abgezogen werden, forderte Hach. Der Friedensnobelpreis komme "genau im richtigen Moment und ermutigt uns, Widerstand zu leisten und Atomwaffen sofort zu ächten."

Der Friedensnobelpreis soll am Mittag (13.00 Uhr) in Oslo an die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (Ican) vergeben werden. Konkret wird die Auszeichnung von der internationalen Ican-Chefin Beatrice Fihn entgegengenommen. Ican kämpft seit zehn Jahren für ein Verbot von Atomwaffen.

Im Juli beschlossen 122 Staaten bei den Vereinten Nationen einen entsprechende Vertrag. Seit September liegt er in New York zur Ratifizierung aus, nach Angabe von Ican unterschrieben bereits 56 Staaten. Die Atommächte sowie alle Nato-Staaten - unter ihnen Deutschland - verweigern dem Abkommen bislang die Unterstützung.

Für Deutschland würde ein Beitritt zu dem Abkommen bedeuten, dass die mutmaßlich bis zu 20 im rheinland-pfälzischen Büchel stationierten US-Atombomben abgezogen werden müssten.

Ican-Vorstandsmitglied Hach verwies auf die konkrete Gefahr einer atomaren Eskalation zwischen Nordkorea und den USA. "Das internationale Atomwaffenverbot ist das Gegengewicht zu Donald Trump und Kim Jong Un", erklärte er mit Blick auf die Staatschefs der beiden Länder.

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