Zu Tränen gerührter Gastronom bei "Rosins Restaurants": "Ich habe so ein geiles Team!"

Carmen Schnitzer
·Lesedauer: 3 Min.

Geschlossene Lokale, fehlende Touristen: Die Gastronomie steckt in einer Krise. In den neuen Folgen der kabel-eins-Doku "Rosins Restaurants" hilft Sternekoch Frank Rosin corona-gebeutelten Lokalbetreibern. Den Auftakt machte ein junger Gastroprofi, für den sein Team stets an erster Stelle steht.

"Ich habe so ein geiles Team!" Özay Salim (37) schossen die Tränen in die Augen, als er sah, was seine neun Mitarbeiter in einer Nacht-und-Nebel-Aktion und mit der Hilfe des Expertenteams von "Rosins Restaurants" (kabel eins) organisiert hatten: schicke Möbel für seinen Biergarten, der nach wochenlanger Restaurantschließung bald eröffnen sollte. Aus der Not heraus hatte er eigentlich vorgehabt, die zum Königlichen Brauhaus im rheinland-pfälzischen Boppard gehörende Terrasse mit schlichten und wenig einladenden Bierbänken zu bestücken.

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Erst im März hatte er das Kleinod am Rhein sowie die Severus Stube hoch motiviert übernommen, war dafür sogar 180 Kilometer von seiner Familie weggezogen. Seit 21 Jahren arbeitet er in der Gastronomie, schon seine Eltern führten ein Lokal. Er wusste, was er tat, und konnte selbst Sternekoch Frank Rosin (54) mit seiner top ausgestatteten "Champions-League-Küche" (Rosin) beeindrucken. Allein: Die beste Küche nützt nichts, wenn Corona einem einen Strich durch die Rechnung macht.

"Das ist stark!"

Oberste Priorität hatte für Özay Salim das Wohl seiner Mitarbeiter: Lieber zahlte er denen ihren Lohn, als das Geld in Möbel zu investieren. Eine Haltung, die ihm ebenfalls Rosins Lob einbrachte: "Die soziale Verantwortung, die in den letzten 40 Jahren wirklich vernachlässigt wurde gegenüber den Mitarbeitern in der Gastronomie, das ist wichtiger, wichtiger denn je! Da zieh' ich den Hut vor, dass du so reagiert hast oder so reagierst, das ist stark!"

Kritik allerdings gab's für die mau bestückte Weinkarte, die einer Weingegend nicht würdig war: Da sei ja selbst das Angebot an der Tankstelle im Ort besser! Özay Salim zeigte sich einsichtig und ließ sich von Gastro-Expertin Eva-Miriam Gerstner (44) mit zwei Top-Winzerinnen "verkuppeln": Caroline Diel (39) und Theresa Breuer (36) waren offen für Kooperationen und steuerten mit pittoresken Weinfässern und -kisten überdies schicke Deko-Elemente für den Biergarten bei. Die eingangs genannten Möbel indes kamen von einem Wirt aus Koblenz, der seine Terrasse corona-bedingt sparsamer bestuhlen musste und die überzähligen Garnituren gerne als kostenfreie Leihgabe zur Verfügung stellte.

With a little help from my family ...

Welche Terrassengerichte günstig und gut vorzubereiten waren, dafür gab's Tipps von Meister Rosin, bei den Finanzen unterstützte dessen Teammitglied Thomas Hirschberger (58) Özay Salim nach Kräften. Der war es auch, dem dieser als erstes einen weiteren Plan verriet: Den eigentlich für private Feiern gedachten, nun aber leerstehenden Burgsaal des Brauhauses wolle er zu einem griechischen Restaurant umfunktionieren. Gewagt? Nicht doch! Hirschberger war ebenso wie später Rosin begeistert vom Engagement des Gastronomen. Und der freute sich, dass ihn seine Eltern und Schwester, die ihr eigenes Restaurant im Odenwald schließen mussten, bei seinem Vorhaben unterstützen wollten.

Tränen beim Finale

"Ein richtig guter Typ" sei dieser Özay Salim, resümierte Frank Rosin am Finaltag, an dem 35 Testesser einschätzen sollten, ob der Neuanfang geglückt war. Und tatsächlich: Nur zweimal gab's eine "rote Karte" mit harmlosen Verbesserungsvorschlägen ("Es war ein sehr schöner Abend, aber auf der Grillplatte fehlte das Lammkotelett."), 33 Gäste dagegen gaben grüne Karten ab, auf denen sie jede Menge Lob notiert hatten und zu einem ähnlichen Schluss kamen wie der Sternekoch: "Geiler Laden, geiler Typ!" Und prompt kamen diesem geilen Typen ein weiteres Mal die Tränen ...

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