Trade Republic, Scalable & Co. - Auch Broker drehen an der Tagesgeld-Zinsschraube
Im Wettlauf um die höchsten Sparzinsen locken Discount-Broker mit Zinsen bis zu 3,75 Prozent aufs Verrechnungskonto. Trade Republic senkte zwar kürzlich die Zinsen, gibt aber mit weiteren Funktionen für seine App den Takt vor.
3,8 Prozent Zinsen lautet derzeit das höchste Angebot beim Tagesgeld. Inzwischen werben auch Broker mit Zinsen, die mit denen der Geldhäuser locker mithalten können. Darüberhinaus bieten die Unternehmen Boni und Kreditkarten, die den Kunden beim Bezahlen mit Cashback belohnen. Das dabei herausspringende Geldplus soll nach dem Willen von Trade Republic, Scalable Capital oder UnitPlus am besten gleich wieder in Anlageprodukte investiert werden.
Broker mit Mix aus Tagesgeld und Depot erfolgreich
Die Idee machte schnell Schule: Derzeit bieten bereits ein halbes Dutzend Broker und Fintechs eine Kombination aus Tagesgeld und Depot an, wie eine Übersicht im Tagesgeldvergleich von FOCUS online zeigt.
Spitzenreiter sind derzeit Consorsbank und Trade Republic mit 3,75 Prozent, dicht gefolgt vonUnitPlus mit 3,73 Prozent, Growney mit 3,5 Prozent und Quirion mit 2,75 Prozent. Scalable bietet 2,6 Prozent und auch der S-Broker der Sparkassen führt verzinste Konten im Portfolio, allerdings nur mit 2,3 Prozent.
Was genau verzinst wird, ist unterschiedlich
Trade Republic verzinst Guthaben von Neu- und Bestandskunden auf dem Verrechnungskonto mit 3,75 Prozent. Lange galt ein Einlagen-Limit von 50.000 Euro, doch dieses Limit ist mittlerweile Geschichte, es sind also Einlagen in unbegrenzter Höhe möglich. Das Angebot in der Höhe gilt so lange, bis die EZB wieder über den Leitzins entscheidet, die Zinsen werden sofort berechnet und jeden Monat ausgezahlt, was zu einem attraktiven Zinseszins-Effekt führt.
Visa-Kreditkarte mit Cashback von Trade Republic
Zusätzlich punktet der Neobroker mit dem neuesten Angebot: Einer kostenlosen Cashback-Visa-Debitkarte. Bei jedem Kauf wird ein Prozent der Summe gleich einem Sparplan gutgeschrieben. Das sogenannte Saveback ist gedeckelt bei 15 Euro monatlich, sprich: maximal 1.500 Euro monatlicher Umsatz werden rückvergütet. Um Saveback zu erhalten, muss zunächst ein monatlicher Sparplan mit 50 Euro Anlagesumme gewählt werden. Auch durch aufgerundete Kaufsummen lassen sich Beträge investieren. Die neue Karte kommt in drei Versionen: als Mirror-Karte mit verspiegelter Oberfläche (einmalig 50 Euro Zuzahlung), als klassische Karte (einmalig fünf Euro Zuzahlung) sowie als kostenloses virtuelles Modell. Alle Kartenvarianten verfügen über dieselben Vorteile und ermöglichen weltweit unbegrenzt kostenloses Geldabheben; für Abhebungen unter 100 Euro fällt 1 Euro Gebühr an.
Trade-Republic-Girokonto als neueste Funktion
Da die Berliner seit kurzem über eine Vollbank-Lizenz verfügen, sollen in den kommenden Wochen und Monaten Girokonto-Funktionen ausgerollt werden, inklusive einer eigenen Trade-Republic-IBAN und Features wie Überweisungen und Daueraufträge. So können Nutzer Geld an Dritte überweisen und in Echtzeit Geld von Drittbanken zu ihrem Trade-Republic-Konto ein- oder auszahlen.
Hier geht es zum Angebot vom Trade Republic
Scalable-Top-Zins nur im Premium-Modell
Scalable bietet Neu- und Bestandskunden einen variablen Zins von 2,6 Prozent, jedoch lediglich bis 100.000 Euro Einlagewert. Die Zinsen gelten nur in Verbindung mit der Trading-Flatrate Prime+, die derzeit 4,99 Euro im Monat kostet. Die Mitgliedschaft verspricht eine Trading-Flatrate, Zinsen, Portfolio-Analyse und mehr. Ob sich die Gebühr für Prime+ lohnt, hängt zum einen von der Anlagesumme und zum anderen von der Anzahl der Börsenorders ab, die außerhalb des verzinsten Guthabens getätigt werden.
Hier geht es zum Angebot vom Scalable
Aus dem Zinsgewinn direkt mit UnitPlus-Kreditkarte zahlen
Die Verzinsung des Cashplus-Kontos von UnitPlus unterliegt wiederum ganz anderen Gesetzen: 3,73 Prozent Zinsen ohne Tagesgeldkonto klingen verlockend. Das Angebot unterscheidet sich dahingehend von anderen, als dass Kunden mit dem Cashplus-Konto de facto in einen Geldmarktfonds investieren, der aktuell 3,73 Prozent Rendite abwirft. Wie auch bei Trade Republic ist das Modell abhängig vom Leitzins der EZB: Steigen die Leitzinsen, steigt auch der Zinssatz von CashPlus, fallen die Zinsen, zieht auch das Konto nach unten nach. Der Clou: Das erwirtschaftete Zinsenplus lässt sich per zugehöriger Mastercard-Debitkarte direkt beim Einkauf als klingende Münze einlösen, dazu gibt es noch 0,1 Prozent Cashback auf die Karten-Umsätze. Doch es gibt auch Nachteile: Unitplus berechnet jährlich 0,6 Prozent der Anlagesumme als Kosten, was den Zins entsprechend schmälert. Außerdem gibt es keine Einlagensicherung wie bei Sparkonten. Da der Fonds nach eigenen Angaben aber nur in kurzlaufende Staatsanleihen höchster Bonität investiert, ist das Verlustrisiko relativ gering.
Hier gehts zum Angebot von UnitPlus
Was sind Geldmarktfonds?
Von Tagesgeld haben die meisten Anleger schon einmal gehört, der Begriff Geldmarktfonds war vielen Privatanlegern bislang weniger bekannt. Derzeit erleben Geldmarktfonds einen neuen Hype, denn sie gelten dank der hohen Zinsen am Kapitalmarkt als sichere und flexible Alternative zum Sparkonto. Ähnlich wie bei Aktien-ETFs handelt es sich, wie der Name schon sagt, um Fonds. Anstatt in Aktien wird in Termingelder mit Laufzeiten von bis zu 12 Monaten sowie in Anleihen investiert. Da die Rückzahlung der Anleihen bereits kurz bevor steht, ist der Einfluss von Zinsänderungen auf die Rendite gering.
Top-Angebote beim Tagesgeld
Wer lieber beim klassischen Tagesgeld bleiben möchte, sollte vergleichen: Derzeit bietet nur noch die IKB 3,8 Prozent, dicht gefolgt von diversen Geldhäuser aus dem In- sowie europäischen Ausland. Weitere Details dazu finden Sie imFOCUS online Tagesgeld-Vergleich.