Trauerfeierlichkeiten für PLO-Chefunterhändler Erakat in Ramallah begonnen

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Erakats Sarg bei der Trauerfeier in Ramallah
Erakats Sarg bei der Trauerfeier in Ramallah

In Ramallah haben die Trauerfeierlichkeiten für den palästinensischen Chefunterhändler Sajeb Erakat begonnen, der am Vortag im Alter von 65 Jahren in Folge einer Corona-Infektion gestorben war. Die sterblichen Überreste Erakats trafen am Mittwoch in einem Sarg, der mit einer palästinensischen Flagge geschmückt war, in der Stadt im Westjordanland ein. Zu der Trauerfeier mit Militärzeremonie wurde auch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas erwartet. 

Die Trauerfeier fällt mit dem 16. Jahrestag des Todes des langjährigen Palästinenserführers Jassir Arafat zusammen. Erakat soll in Jericho im Jordantal beigesetzt werden, wo er seinen Wohnsitz hatte. Der palästinensische Außenminister Rijad Al-Maliki bezeichnete ihn als "Verkörperung der palästinensischen Sache". 

Die palästinensische Nahost-Expertin Nur Odeh sagte der Nachrichtenagentur AFP, Erakat habe immer daran geglaubt, dass es im Nahen Osten Frieden geben könne. "Wie alle Palästinenser" hätte er sich nach ihrer Einschätzung darüber gefreut, dass der derzeitige US-Präsident Donald Trump "das Weiße Haus verlassen muss". Mit Trumps Nachfolger Joe Biden sei von den USA "mehr Ausgewogenheit" zu erwarten. Trump hatte Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt und die israelische Besiedlung des Westjordanlands unterstützt.

Erakat war über Jahrzehnte eine Schlüsselfigur in der palästinensischen Politik. Seit 1991 war er Mitglied in beinahe jedem palästinensischen Verhandlungsteam mit Israel. Abbas erklärte zu seinem Tod, mit Erakat sei ein "Bruder und Freund, ein großer Kämpfer" gegangen und rief eine dreitägige Staatstrauer aus. 

Auch aus Israel kamen Beileidsbekundungen. Die ehemalige Außenministerin Zipi Livni schrieb auf Twitter, Erakat habe häufig über sich gesagt, es sei seine "Bestimmung", Frieden zu erreichen. Er habe sein Leben "seinem Volk gewidmet". Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wollte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP nicht zum Tod Erakats äußern.

In seinen Positionen als Chefunterhändler und Generalsekretär der PLO galt Erakat als erster Ansprechpartner für ausländische Gesandte und internationale Medien. In jüngster Zeit hatte er die Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und mehreren arabischen Golfstaaten ohne vorherige Beilegung des Nahost-Konfliktes kritisiert. 

Erakat war Mitte Oktober mit einer Covid-19-Erkrankung ins Jerusalemer Hadassah-Krankenhaus eingeliefert worden. Drei Jahre zuvor war bei ihm eine Lungentransplantation vorgenommen worden, weshalb er als Risikopatient galt.

ao/mkü