Trauernden Eltern Einreise nach Westaustralien verweigert, nachdem Tochter sich das Leben nahm

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Ein Paar aus Westaustralien trauert um seine Tochter, die sich auf tragische Weise das Leben nahm, als sie in Sydney lebte. Nun sehen sie sich mit einem weiteren Rückschlag konfrontiert. Ihnen wird nämlich die Rückreise in den Westen Australiens verweigert.

Der dreifache Vater Alan erzählte in der Radiosendung 6PR Mornings, dass seine Tochter Robin, die an Depressionen litt, jeweils im Oktober und November 2021 eine Ausnahme beantragt habe, um wieder nach Westaustralien reisen zu können. Beide Anträge wurden jedoch abgelehnt.

Bei Robin wurden 2020, als sie in New South Wales lebte, Depressionen und PTBS diagnostiziert. Sie hatte bereits im April 2020 einen Selbstmordversuch unternommen.

Tragischerweise nahm sie sich am 1. Dezember 2021 das Leben.

„Da sie nicht nach Hause reisen und ihre Familie sehen konnte, und das Gefühl hatte, sie habe keine seelische Unterstützung, nahm Robin sich das Leben“, sagte der trauernde Vater.

Trauernden Eltern Einreise nach Westaustralien verweigert, nachdem Tochter sich das Leben nahm
Alan und seine Frau haben immer noch keinen G2G-Pass, mit dem sie zurück nach Westaustralien reisen können. Quelle: AAP

G2G-Pass verweigert, sodass sie nicht nach Hause können

Alan sagte, er und seine Frau seien am 4. Dezember von Perth nach Sydney geflogen, nachdem sie die niederschmetternde Nachricht erhalten hatten. Sie räumten die Wohnung ihrer Tochter aus und kümmerten sich um den Gerichtsmediziner und die Einäscherung.

Nachdem sie mit der Polizei von New South Wales und dem Gerichtsmediziner fertig waren, versuchten sie, einen G2G-Pass zu bekommen, um wieder nach Westaustralien zurückzufliegen. Allerdings wurde der Antrag abgelehnt.

„Uns wurde die Rückreise nach Hause verweigert, weil die Grenzen am 18. Dezember zugemacht wurden. Es war unmöglich für uns an dem Tag zurückzufliegen, da wir gerade erst am 16. Dezember ihre Asche und ihre Sterbeurkunde bekommen hatten, um ihre Asche mit uns zurück nach Perth nehmen zu dürfen.“

„Es ist nicht so, dass wir in Sydney Urlaub gemacht haben“, fuhr er fort. „Wir mussten uns mit dem Tod unserer Tochter befassen, was traumatisch genug ist. Nun können wir noch nicht einmal nach Hause fliegen und mit dem Wissen weiterleben, dass unsere Tochter nicht mehr bei uns ist.“

Alan sagte, er hätte alle wichtigen Dokumente mit dem Antrag versandt – dazu gehörte auch die Sterbeurkunde seiner Tochter – aber ihnen wurde bisher die Ausreise nach Hause nicht gestattet.

„Sie sagten einfach ‚nein‘“, erzählte er. „Nur Regierungsmitarbeiter oder Politiker dürfen einreisen, diese dürfen aus Sydney abfliegen.“

New South Wales als ‚hochriskant‘ eingestuft

Alan fleht die Regierung in Westaustralien an, ihren Antrag doch noch zu genehmigen, denn er und seine Frau wollen einfach nur nach Hause.

„Ich weiß nicht, ob sie diese Dinge einfach nur schnell überfliegen, ohne sich die Zeit zu nehmen, sich die Fälle richtig anzusehen. Denn ich bin mir sicher, dass man etwas Mitgefühl gehabt hätte, hätte man es sich richtig angeguckt“, sagte er.

„Wir müssen etwas tun.“

Westaustralien stufte New South Wales letzte Woche als ‚hochriskant‘ ein, sodass man nur noch unter „außergewöhnlichen“ Umständen von dort einreisen darf.

Nach Einreisegenehmigung müssen sich Reisende 14 Tage lang auf eigene Kosten in einer von der Regierung genehmigten Unterkunft in Quarantäne begeben.

Die Einschränkungen sollen am 5. Februar 2022 aufgehoben werden, wenn in dem Bundesstaat 90 Prozent der Einwohner zweifach geimpft sind.

Emily Lefroy

Anmerkung der Redaktion: Suizidgedanken sind häufig eine Folge psychischer Erkrankungen. Letztere können mit professioneller Hilfe gelindert und sogar geheilt werden. Wer Hilfe sucht, auch als Angehöriger, findet sie etwa bei der Telefonseelsorge unter der Rufnummer 0800 – 1110111 und 0800 – 1110222. Die Berater sind rund um die Uhr erreichbar, jeder Anruf ist anonym und kostenlos.

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