"Der Traumjob - bei Jochen Schweizer": Zäher ist's nur beim Arbeitsamt

Andreas Schöttl
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"Der Traumjob - bei Jochen Schweizer": Zäher ist's nur beim Arbeitsamt

Jochen Schweizer sucht einen Geschäftsführer oder eine Geschäftsführerin für eines seiner Unternehmen. Sechs Folgen lang will ProSieben die Entscheidungsfindung des Ex-Stuntman begleiten. Das könnte nach Sichtung der Auftaktepisode eine zähe Angelegenheit werden.

Jochen Schweizer sucht einen Geschäftsführer oder eine Geschäftsführerin für eines seiner Unternehmen. Sechs Folgen lang will ProSieben die Entscheidungsfindung des Ex-Stuntman begleiten. Das könnte nach Sichtung der Auftaktepisode eine zähe Angelegenheit werden.

Mut! Risiko! Leidenschaft! Das sind sie, die Voraussetzungen, die Jochen Schweizer von seinen Mitarbeitern erwartet. In der neuen Bewerber-Soap "Der Traumjob - bei Jochen Schweizer", die nun bei ProSieben gestartet ist, sucht der ehemalige Stuntman einen neuen Geschäftsführer für eines seiner Unternehmen. Sechs Folgen lang will der Sender Schweizers Findung eines geeigneten Angestellten begleiten. Doch leider zeigte bereits der Auftakt, dass auch eine mit Fallschirmspringen und Viehherdentreiben garnierte Jobsuche nicht viel aufregender ist, als bei der Bundesagentur für Arbeit in der Warteschlange anzustehen.

Schweizer verspricht gleich zu Beginn das "längste und intensivste Bewerbungsgespräch der Welt". Elf Bewerber aus angeblich rund 4.500 Anschreiben sind es, die Schweizer und seine engen Vertrauten Bianca Ratschmann und Michael Kießl ausgewählt hatten. Menschen wie der 45-jährige Frank oder Afrodite, eine Juristin, sollen alsbald eine Schlüsselposition bei einem Event-Geschäft Schweizers einnehmen. Dass sie dort nicht einfach nur an einem Schreibtisch sitzen werden, wurde ihnen sehr schnell klargemacht.

"Früher gab es bei Jochen Schweizer keinen Job ohne, dass jemand Bungee gesprungen ist. Selbst unsere Putzfrau musste den suizidus interruptus erleben, den freien Fall in Bodennähe", kündigte Schweizer spektakulär an. Was sollte denn nun kommen, stand in den ratlosen Gesichtern der Bewerber zu lesen. Etwa ein Grillen im Höllenfeuer? Immerhin hätte das dann an ein Konkurrenzformat bei VOX erinnert, in dem Schweizer auch schon Teil einer Gruppe von Entscheidern gewesen war.

Unwohlsein im Doppelzimmer

Nein, Entwarnung. Nur aus einem Flugzeug in 3.000 Metern Höhe sollten die Bewerber zunächst springen. Am Fallschirm, versteht sich. Und mit einem Profi im Tandem. Dass Bewerber Frank zunächst die Höhenangst plagte, wurde gezeigt. Wenn man aber nur in sich im Schneidersitz hockend diese überwinden kann, ist diese wohl nicht zu schlimm. Frank jedenfalls sprang. Wie alle anderen auch. Jubelnd!

Strenger hingegen wurde es bei der Zimmervergabe in einer Münchner Villa. Direkt am schönen Englischen Garten gelegen, wollte Frank mit der überwundenen Höhenangst nicht mit anderen ein Doppelzimmer teilen. Das sei seinem Alter nicht angemessen, so der Grauhaarige. Streit suchte er dennoch nicht. Frank fügte sich den Gegebenheiten. Und die Sendung hatte wieder ein paar Minuten hinter sich gebracht.

Kuhtrieb durch Kenia

Der Job von Jochen Schweizer war es, immer wieder darauf hinzuweisen, wie wichtig es sei, im Beruf über sich hinauszuwachsen. Dabei erklangen Sprüche wie: "Abzuspringen, ohne zu wissen, wo man landet, das ist das Leben in der reinsten Form. Und man kann das Leben nur gefährlich leben." Oder: "Die Afrodite kämpft. Sie empfindet nicht wirklich Freude in dem, was sie tut. Sie ist sehr sehr stressed. Und ganz ehrlich: Mein Job ist brutal stressig." Es klang wie vom Reißbrett aus dem Motivationsseminar.

Schweizer aber hatte noch eine besondere Aufgabe für seine Bewerber. Neun von ihnen - zwei waren aus nicht näher ersichtlichen Gründen bereits ausgeschlossen worden - sollten in Kenia eine Viehherde durch die Savanne treiben. Diese Aufgabe stärke den Teamgeist, meinte Schweizer. Den angehenden Geschäftsführer gelang das Werk des Kuhtreibens. Sie brachten das Vieh ins Ziel.

Welchen Sinn diese Herausforderung allerdings für spätere Herausforderungen im Berufsleben gemacht haben sollte, blieb offen. Schweizer erklärte: In seinen jungen Jahren sei er Tausende Kilometer mit dem Motorrad durch Afrika gefahren. Das wäre dann vielleicht eine Idee für Staffel zwei. Aber danach schaut's - pardon - bis dato nicht wirklich aus.