Traurige Gewissheit: Britischer Journalist Dom Phillips wurde erschossen

Umweltaktivisten und Vertreter von Indigenen-Vereinigungen haben in Sao Paolo ihr Entsetzen über die Ermordung des britischen Journalisten Dom Phillips und seines brasilianischen Begleiters Bruno Pereira zu Ausdruck gebracht. Sie forderten eine lückenlose Aufklärung der Hintergründe. Und mehr Schutz vor Gewalt und Umweltzerstörung im Amazonas.

"Wir können nicht arbeiten, wenn wir Angst haben müssen", erklärte ein Mitarbeiter der Indigenen-Stiftung FUNAI. "Nicht nur im Außeneinsatz, sondern auch im Büro werden wir verfolgt. Es reicht."

Die brasilianische Polizei bestätigte am Samstagmorgen offiziell die Identifizierung der beiden Leichen von Dom Phillipps und Bruno Pereira, deren Überreste im Amazonas gefunden worden waren.

Schuss in die Brust

Demnach wurden die beiden durch Schusswaffen getötet. Bruno Pereira wurde von drei Schüssen getroffen, eine davon in den Kopf, Dom Phillips wurde von einer Kugel in der Brust getroffen, wie die brasilianische Bundespolizei (PF) in einer Pressemitteilung erklärte.

Die beiden waren zuletzt am 5. Juni im Amazonasgebiet gesehen worden. Der Reporter Dom Phillips hatte über illegale Machenschaften in dem Naturparadies berichtet. Das rückte ihn offenbar ins Fadenkreuz von Kriminellen.

"Die Bestätigung, dass Dom und Bruno ermordet wurden, lässt uns mit gebrochenen Herzen zurück", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Familie von Phillips in Großbritannien. "Wir sind allen dankbar, die sich an der Suche beteiligt haben, vor allem den indigenen Gruppen, die ohne Pause nach Beweisen für den Angriff gesucht haben."

Phillips lebte schon lange in Brasilien und war mit einer Brasilianerin verheiratet. Er schrieb als freier Journalist unter anderem für die britischen Zeitungen "The Guardian" und "The Financial Times" sowie für die US-Zeitungen "Washington Post" und "The New York Times".

"Unschätzbarer Verlust" von "zwei Partnern"

Zuletzt recherchierte er für ein Buch über den Schutz des Amazonasgebiets, die starken wirtschaftlichen Interessen an dessen Ausbeutung und verschiedene Entwicklungsmodelle. Das Motiv für den mutmaßlichen Mord war zunächst unklar. Unter anderem prüfen die Ermittler, ob die Tat im Zusammenhang mit illegaler Fischerei oder Drogenhandel steht.

Die Indigenen-Vereinigung des Javari-Tals beklagte den "unschätzbaren Verlust" von "zwei Partnern". Es waren vor allem die Indigenen der Region, die die Suche nach den Vermissten von Anfang an vorangetrieben hatten.

Brasiliens rechtspopulistischer Präsident Jair Bolsonaro hingegen hatte den Männern zunächst eine Mitschuld gegeben. Er sagte, dass Phillips "in der Region schlecht angesehen" gewesen sei und mehr "auf sich selbst" hätte achten müssen.

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