Tropische Zecken: Was Sie über die Hyalomma-Zecke wissen müssen

Die tropische Hyalomma-Zecke scheint sich mittlerweile auch in Deutschland wohlzufühlen. (Bild: iStock/Getty Images Plus)
Die tropische Hyalomma-Zecke scheint sich mittlerweile auch in Deutschland wohlzufühlen. (Bild: iStock/Getty Images Plus)

Die heißen Temperaturen in Deutschland bringen auch ungebetene Gäste mit sich, wie ein mehrfacher Fund der tropischen Hyalomma-Zecke zeigt.

Insgesamt sieben Funde der Hyalomma-Zecke sorgen bei Experten für Beunruhigung. Wie Mitarbeiter der Universität Hohenheim und des Instituts für Mikrobiologie der Bundeswehr in München mitteilten, wurde die tropische Zecke bei mehreren Pferden und einer Ziege entdeckt. Gefunden wurden sie in Hannover, in Osnabrück und in der Wetterau.

Die gefundenen Arten Hyalomma marginatum und Hyalomma rufipes sind eigentlich in Afrika, Asien oder Südeuropa heimisch. Dank des heißen Klimas fühlt sich die Hyalomma-Zecke anscheinend aber mittlerweile auch in Deutschland wohl. Dass die Hitzewelle günstig für die Ansiedlung der Zecke ist, schätzt auch Ute Mackenstedt, Parasitologin an der Universität Hohenheim in Stuttgart. „Wir gehen davon aus, dass wir mit immer mehr tropischen Zeckenarten in Deutschland rechnen müssen, die sich durch gute Wetterbedingungen hier ansiedeln können“, sagte Mackenstedt gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Genau wie die bei uns heimischen Zecken sowie der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) können Hyalomma-Zecken Infektionen übertragen. Allerdings sind es im Falle der tropischen Zecke Rickettsia-Bakterien – die auch bei einem der befallenen Tiere entdeckt wurden. Diese können das Zecken-Fleckfieber auslösen.

Auf den Menschen übertragen, führt es zu Hautveränderungen und Fieber. Außerdem ist sie durch ihre Arboviren im Stande, das Hämorrhagische Krim-Kongo-Fieber auszulösen. Borreliose sowie Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) soll sie, im Gegensatz zu den bei uns gängigen Zeckenarten, aber nicht übertragen.

Auffällig an der Hyalomma-Zecke sind ihre bestreiften Beine. Sie ist deutlich größer als die bei uns bekannten Zeckenarten.

Nach Einschätzung der Experten gelangen die Zecken über Vögel in unsere Breitengrade. „Wir werden sie in diesem Jahr verstärkt im Auge behalten und bereiten uns darauf vor, ihr in den nächsten Monaten womöglich noch öfters zu begegnen“, erklärte Mackenstedt. Es ist nicht das erste Mal, dass Wissenschaftler die Hyalomma-Zecke in Deutschland entdeckten: Bereits 2015 und 2017 wurde sie hierzulande entdeckt.

Einen Impfstoff gibt es für den Menschen bis dato noch keinen. Wie die Zeitung „Der Standard“ bereits 2017 berichtete, sollte im Rahmen eines EU-Projekts ein Impfstoff entwickelt werden.

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