Trotz Corona und Ukraine-Krieg: Interesse an Pay-TV und bezahlten Videoinhalten wächst

Das "Game of Thrones"-Spin-off "House of the Dragon" mit Olivia Cooke und Rhys Ifans ist nur eine der kommenden Großproduktionen, mit denen Pay-TV-Anbieter den postiven Trend von 2021 fortsetzen wollen. Die erste Folge der Serie steht in Deutschland in der Nacht zum Montag, 22. August, mit Sky Ticket und Sky Q zum Abruf bereit. (Bild: Ollie Upton / HBO)
Das "Game of Thrones"-Spin-off "House of the Dragon" mit Olivia Cooke und Rhys Ifans ist nur eine der kommenden Großproduktionen, mit denen Pay-TV-Anbieter den postiven Trend von 2021 fortsetzen wollen. Die erste Folge der Serie steht in Deutschland in der Nacht zum Montag, 22. August, mit Sky Ticket und Sky Q zum Abruf bereit. (Bild: Ollie Upton / HBO)

Ungeachtet der anhaltenden Krisenzeiten in Europa wuchs der Markt für Pay-TV und bezahlte Videoinhalte in den DACH-Staaten auch 2021 weiter. Dies geht aus einer entsprechenden Publikation des "VAUNET - Verband Privater Medien e. V." hervor, der am Mittwoch vorgestellt wurde.

Seit über zwei Jahren ächzt die weltweite Wirtschaft unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Spätestens seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs im Februar bekommen auch private Haushalte die inflationsbedingten Preissteigerungen deutlich zu spüren. Trotz allem können sich die Anbieter von Pay-TV und bezahlten Videoinhalten auch 2021 über steigende Umsätze freuen. Dies geht aus einer Publikation von "VAUNET - Verband Privater Medien e. V." hervor, welche am Mittwoch vorgestellt wurde.

Demnach stiegen die Gesamtumsätze von Pay-TV und bezahlten gestreamten Videoinhalten (Paid-VoD) im Jahr 2021 in Deutschland um 13,1 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro. In der DACH-Region, also Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz, wuchsen die Gesamtumsätze von Pay-TV und Paid-Video-on-Demand von 4,9 Milliarden Euro im Jahr 2020 auf 5,6 Milliarden Euro 2021. Das entspricht einem Wachstum von 13,0 Prozent. In beiden Fällen prognostiziert der VAUNET, dass der Trend auch 2022 anhalten wird: In Deutschland erwartet er ein Wachstum um weitere 8,8 Prozent, wodurch die Gesamtumsätze von Pay-TV und Paid-VoD erstmals über fünf Milliarden Euro steigen könnten. In der DACH-Region rechnet der VAUNET mit einem weiteren Anstieg um 8,5 Prozent auf erstmals über sechs Milliarden Euro.

Frank Giersberg, der Geschäftsführer von VAUNET, freute sich über die positive Bilanz aus dem vergangenen Jahr.  (Bild: VAUNET / Markus Altmann)
Frank Giersberg, der Geschäftsführer von VAUNET, freute sich über die positive Bilanz aus dem vergangenen Jahr. (Bild: VAUNET / Markus Altmann)

"Audiovisuelle Medien haben einen enorm hohen Stellenwert"

Die positive Marktentwicklung fußt auf der hohen Nachfrage nach Pay-TV und Abonnements für gestreamte Videoangebote (SVoD). In Deutschland stieg die Zahl der Pay-TV-Abonnenten im vergangenen Jahr leicht von 8,0 Millionen (2020) auf 8,1 Millionen an. Die AGF-lizenzierten Pay-TV-Programme erreichten mit bis zu 22,6 Millionen Pay-TV-Nutzerinnen und -Nutzern im Oktober 2021 sowie mit über 21 Millionen Nutzerinnen und Nutzern im Durchschnitt im gesamten vierten Quartal 2021 neue Reichweitenrekorde. Die Zahl der SVoD-Konsumentinnen und -Konsumenten lag Ende 2021 deutschlandweit bei 19,3 Millionen. Im laufenden Jahr rechnet der VAUNET damit, die 20-Millionen-Marke zu knacken.

"Audiovisuelle Medien haben für die Menschen einen enorm hohen Stellenwert", freute sich Frank Giersberg, VAUNET-Geschäftsführer bei dem Pressegespräch am Dienstag. Die gesellschaftliche Relevanz sei gerade in der Pandemie noch einmal deutlich geworden. Ähnlich sah es auch Nicole Agudo Berbel, Geschäftsführerin und Chief Distribution Officer Seven.One Entertainment Group: "Der Markt für attraktive Inhalte-Angebote und der Medienkonsum insgesamt wächst immer weiter." Sowohl dem Unternehmen als auch seinem Publikum sei es "zunehmend zweitrangig, ob die Inhalte im Live-TV oder On-Demand gesehen werden": "Das zeigt sich an den steigenden Nutzungszahlen unseres Streamingangebotes Joyn und der stark steigenden Nutzung der On-Demand-Inhalte unserer Pay-TV-Sender etwa bei unseren Distributionspartnern."

Henning Nieslony, Co-Chief Streaming Officer von RTL Deutschland fügte hinzu: "Wir sind davon überzeugt, dass in einem fragmentierten Markt die Faktoren inhaltliche Vielfalt, Einfachheit und Preis entscheidend sind, um langfristig erfolgreich zu sein." Deshalb soll RTL+ auch zum ersten "gattungsübergreifenden Entertainment-Angebot" mit Video-, Musikinhalten, Podcasts, einer Hörbuch-Bibliothek und digitalen Premium-Zeitschriften ausgebaut werden: "Damit vereinfachen wir die digitale Mediennutzung und bieten dem Kunden ein übersichtliches Angebot in der zunehmend größer werdenden Abo-Vielfalt", erklärte Nieslony. Inwieweit sich die derzeitige Inflation auf die Preispolitik der Anbieter auswirken wird, konnte bei dem Gespröch am Dienstag niemand prophezeien.

"Der Markt für attraktive Inhalte-Angebote und der Medienkonsum insgesamt wächst immer weiter", sagte die Geschäftsführerin und Chief Distribution Officer Seven.One Entertainment Group, Nicole Agudo Berbel. (Bild: SevenOne Entertainment Group)
"Der Markt für attraktive Inhalte-Angebote und der Medienkonsum insgesamt wächst immer weiter", sagte die Geschäftsführerin und Chief Distribution Officer Seven.One Entertainment Group, Nicole Agudo Berbel. (Bild: SevenOne Entertainment Group)
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