Trotz „rekordverdächtiger“ Groko-Bilanz: Studie zeigt verstörenden Trend in Deutschland

Andreas Baumer
Angela Merkels Bundesregierung ist außerordentlich fleißig, zeigt eine neue Studie.


Die neue Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung und der Bertelsmann-Stiftung ist für die Große Koalition, die dritte unter Führung Angela Merkels, aufmunternd und verstörend zugleich. Sie zeichnet zudem einen Trend, der deutschen Demokraten insgesamt große Sorgen machen dürfte.

Zuerst zur Großen Koalition. Für sie ist die Studie einerseits aufmunternd, weil sie eines zeigt: Sie hat viel richtig gemacht, was das Einhalten gegebener Versprechen betrifft. 296 Versprechen hätten CDU, CSU und SPD in ihrem Koalitionsvertrag im Frühjahr 2018 vereinbart. 43 Prozent seien davon nach nicht einmal eineinhalb Jahren voll und vier Prozent teilweise erfüllt worden. 14 Prozent der Versprechen seien zumindest angepackt worden. Bleiben nur noch 38 Prozent unerfüllte Versprechen — dabei ist noch nicht einmal Halbzeit. Die Autoren Robert Vehrkamp und Theres Matthieß nennen diese Bilanz „rekordverdächtig“.

Andere Befunde drohen allerdings alle Groko-Mühen zu konterkarieren. Nur zehn Prozent der Befragten glauben, dass Union und SPD zumindest einen Großteil ihrer Versprechen umsetzten. Noch 35 Prozent glauben, dass sie etwa die Hälfte ihrer Versprechen umsetze. Der Rest denkt wesentlich pessimistischer. Er glaubt fälschlicherweise, dass kaum oder gar keine Versprechen umgesetzt werden. Heißt: Die meisten Deutschen wissen gar nicht oder unterschätzen offenbar, wie zielstrebig ihre Regierung arbeitet. Die Kluft zwischen tatsächlicher Groko-Arbeit und Wahrnehmung derselben in der Bevölkerung hat seit 2017 sogar noch zugenommen, wie aus der Studie hervorgeht.

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