Trotz russischer Aussetzung: UN, Türkei wollen Getreideabkommen retten

Trotz der russischen Aussetzung des Abkommens zum Export von Getreide aus der Ukraine sollen an diesem Montag weiter Schiffe über den festgelegten humanitären Korridor im Schwarzen Meer ausfahren. Die Delegationen der Vereinten Nationen, der Türkei und der Ukraine hätten sich auf einen entsprechenden Plan geeinigt, hieß es in einer Mitteilung des Koordinierungszentrums in Istanbul.

Am Montag sollen demnach zwölf Schiffe in Richtung Istanbul aufbrechen, vier in entgegengesetzte Richtung. Die russische Delegation sei darüber informiert worden.

Russland hatte am Wochenende seine Zustimmung zu den im Getreide-Abkommen vereinbarten Exporten auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Grund seien laut Moskau ukrainische Angriffe auf eine russische Militärbasis in Sewastopol auf der Insel Krim.

Laut türkischen Angaben sind seit der Vereinbarung im Juli 9,3 Millionen Tonnen Getreide aus der Ukraine verschifft worden. Das Abkommen erlaubte Russland ebenfalls, Lebens- und Düngemittel zu exportieren.

Die Vereinten Nationen, die EU und die USA haben Russland dringend aufgefordert, seine Entscheidung rückgängig zu machen. Sie befürchten eine weltweite Nahrungsmittelkrise. Dem Kreml wird vorgeworfen, Hunger als Kriegswaffe einzusetzen.