Trump kann sich unter Bedingungen Treffen mit Nordkoreas Führer Kim vorstellen

US-Präsident Donald Trump

US-Präsident Donald Trump ist unter Bedingungen zu einem Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un bereit. "Wenn es angemessen für mich wäre, mich mit ihm zu treffen, würde ich das absolut tun", sagte Trump über Kim in einem Interview mit der Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg, das am Montag veröffentlicht wurde. China forderte einen sofortigen Stopp des Ausbaus des US-Raketenabwehrsystem THAAD in Südkorea.

Ein Treffen mit Kim "wäre eine Ehre für mich", sagte der US-Präsident. Allerdings müssten bestimmte Bedingungen für ein solches Treffen erfüllt sein, hob Trump in dem Interview hervor. Welche dies sind, sagte er jedoch nicht.

Trump hatte seit seinem Amtsantritt im Januar den Druck auf Pjöngjang erhöht. Seine Regierung schloss auch ein militärisches Vorgehen wegen des nordkoreanischen Atom- und Raketenprogramms nicht aus.

Am Wochenende äußerte Trump in einem Fernsehinterview überraschend viel Lob für den nordkoreanischen Machthaber. Kim sei bereits in jungen Jahren an die Macht gekommen und habe sich gegen Menschen durchgesetzt, die ihm diese Macht hätten nehmen wollen, sagte Trump dem Sender CBS. "Also ist er offenbar ein ziemlich kluges Köpfchen", resümierte der US-Präsident. Seit seiner Machtübernahme im Jahr 2011 hat sich Kim noch nie mit einem ausländischen Staats- und Regierungschef getroffen.

Kim hat seit seiner Machtübernahme mehrere Entlassungs- und Hinrichtungswellen im Staatsapparat gestartet. Nach südkoreanischen Angaben wurden dabei mehr als hundert Vertreter von Armee, Partei und Regierung hingerichtet. Kims Onkel Jang Song Thaek wurde 2013 abgesetzt und hingerichtet - er galt bis dahin als Nummer zwei der nordkoreanischen Führung.

Das chinesische Außenministerium begrüßte die überraschenden Signale Trumps. Außenamtssprecher Geng Shuang sagte, Peking habe "immer daran geglaubt, dass Dialog und Konsultation der einzige realistische und gangbare Weg ist, einen Abbau der Atomwaffen zu erreichen."

Mit scharfer Kritik reagierte Peking auf die Stationierung des US-Raketenabwehrsystems in Südkorea. Diese müsse "sofort gestoppt" werden, sagte Geng . Nach US-Angaben ist das THAAD-System in Südkorea einsatzbereit. Der Sprecher der US-Truppen in Südkorea, Rob Manning, sagte, das System könne nun nordkoreanische Raketen abfangen und Südkorea "verteidigen".

Die Lage in der Region ist derzeit angespannt, weil das kommunistische Nordkorea immer wieder Raketentests vornimmt und damit gegen UN-Resolutionen verstößt. Zudem hat Nordkorea nach eigenen Angaben seit 2006 fünf Atomwaffentests vorgenommen, davon zwei im vergangenen Jahr.

Die US-Vertretung bei der UNO sondiert nach Angaben eines US-Diplomaten Möglichkeiten, im Konflikt mit Nordkorea auf einer gemeinsamen Basis mit dem Sicherheitsrat neue Maßnahmen zu ergreifen. In den vergangenen elf Jahren beschloss der UN-Sicherheitsrat bei sechs Gelegenheiten Sanktionen gegen Pjöngjang.

Trumps Kandidat für den vakanten Posten des US-Botschafters in China, Terry Branstad, sagte vor dem Außenausschuss des Senats, in der Vergangenheit habe sich China nicht an die bereits getroffenen Sanktionsbeschlüsse gegen Nordkorea gehalten, das müsse sich ändern. Die "atomare Obession" der Führung in Pjöngjang sei eine "ernsthafte Bedrohung für die Menschheit", fügte Branstad hinzu.

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