Trump begrenzt Visa-Vergabe an Schwangere im Kampf gegen "Geburtstourismus"

US-Präsident Donald Trump

US-Präsident Donald Trump will mit strengeren Visa-Regeln für schwangere Frauen einen "Geburtstourismus" bekämpfen. Wie das Weiße Haus am Donnerstag mitteilte, sollen Konsularbeamte keine Touristen- oder Geschäftsvisa ausstellen, wenn der Verdacht besteht, dass Frauen eigens für eine Geburt einreisen wollen. "Die Integrität der US-Staatsbürgerschaft muss geschützt werden."

Viele schwangere Frauen würden einreisen, um ihrem Kind per Geburt in den USA automatisch zu einer "dauerhaften US-Staatsbürgerschaft" zu verhelfen, erklärte das Weiße Haus. Dieses "Einwanderungs-Schlupfloch" müsse geschlossen werden, um die öffentliche und nationale Sicherheit der USA zu verbessern und das Einwanderungssystem zu bewahren. Der "Geburtstourismus" überlaste US-Krankenhäuser, stehe häufig in Verbindung mit kriminellen Aktivitäten und belaste letztlich US-Steuerzahler.

Die neuen Regeln sollen den Angaben zufolge von Freitag an gelten. Allerdings dürften sie nicht leicht umzusetzen sein. Ein Vertreter des US-Außenministers sagte, die Konsularbeamten dürften keine Schwangerschaftstests verlangen. Sie seien zudem angewiesen worden, nicht alle Bewerberinnen für ein Visum zu fragen, ob sie schwanger seien oder schwanger werden wollten.

Anders als in Deutschland erhalten Kinder bei einer Geburt in den USA automatisch die Staatsbürgerschaft des Landes - auch bei ausländischen Eltern. Wie viele schwangere Frauen in die USA einreisen, um ihrem Kind zu einem US-Pass zu verhelfen, ist nicht bekannt. Das Außenministerium spricht von jährlich "tausenden" solcher Geburten. Eine Studie bezifferte die Zahl solcher Geburten zwischen Mitte 2016 und Mitte 2017 auf 33.000.

Die US-Regierung argumentiert, es gebe kriminelle Netzwerke, die Frauen für Geburten ins Land brächten. Die Frauen müssten bis zu 100.000 Dollar (rund 90.000 Euro) zahlen. Trump hat die Bekämpfung der illegalen Einwanderung und die Begrenzung der legalen Einwanderung zu Pfeilern seiner Politik gemacht.