Nach Trumps Drohung: Syrien bestreitet Einsatz von Giftgas

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Nach Trumps Drohung: Syrien bestreitet Einsatz von Giftgas

Überreste einer Granate, die möglicherweise Giftgas enthielt, aufgenommen in Chan Scheichun. Foto: Edlib

Nach Drohungen von US-Präsident Donald Trump hat Syriens Regierung den Einsatz von Chemiewaffen bestritten. «Ich betone, dass wir diese Art von Waffen nicht eingesetzt haben und nicht einsetzen werden, weder gegen Zivilisten noch gegen Terroristen», sagte Außenminister Walid al-Muallim.

Er bekräftigte Angaben Russlands, dass die syrische Luftwaffe in dieser Woche in der Stadt Chan Scheichun ein Lager mit Chemiewaffen von «Terroristen» bombardiert habe.

In dem Ort im Nordwesten Syriens waren am Dienstag Aktivisten zufolge mindestens 86 Menschen durch Einwirkung von Giftgas ums Leben gekommen, Dutzende wurden verletzt. Die syrische Opposition und Augenzeugen sprechen von einem Angriff der Regierungstruppen mit Chemiewaffen. Auch die USA und andere westliche Regierungen werfen der Regierung in Damaskus vor, dafür verantwortlich zu sein.

Autopsien von drei Leichen bestätigten nach Angaben der türkischen Regierung den Einsatz von Chemiewaffen. Nach dem Vorfall waren rund 30 Verletzte in die Türkei gebracht worden. Die türkische Ärzte-Vereinigung erklärte, Mediziner hätten bei Patienten festgestellt, dass es sich um Chlorgas gehandelt habe. Dessen Besitz ist nicht verboten, da es auch für zivile Zwecke eingesetzt wird.

US-Präsident Donald Trump hatte erklärt, für ihn seien «eine ganze Reihe von Linien überschritten worden». Zugleich drohte er an, dass dieser «Affront des Assad-Regimes gegen die Menschlichkeit nicht toleriert werden kann». Trump sagte nicht, wie eine Antwort der USA aussehen könnte. Er deutete militärische Schritte nur an. Eine Sitzung des UN-Sicherheitsrates blieb am Mittwoch ohne Ergebnis.

Al-Muallim erklärte, der Angriff der syrischen Luftwaffe sei am Dienstag gegen 11.30 Uhr am Vormittag erfolgt. Zahlreiche Bilder von Opfern sowie Berichte von Aktivisten hatten jedoch schon mehrere Stunden vorher in den sozialen Medien kursiert. Augenzeugen aus Chan Scheichun berichteten zudem von Luftangriffen am Dienstagmorgen.

Terroristen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und Al-Kaida-nahe Milizen lagerten weiter Chemiewaffen in Städten und bewohnten Gebieten, erklärte Al-Muallim weiter. Diese seien vom Irak und von der Türkei aus nach Syrien gebracht worden. Der Chor, der jetzt international angestimmt werde, komme von Staaten, die sich gegen Syrien verschworen hätten, sagte der Außenminister.

Eine internationale Untersuchungskommission der UN beurteilte Al-Muallim skeptisch. Syriens Erfahrungen mit solchen Kommissionen seien nicht ermutigend gewesen.

Die Situation von Notleidenden in Syrien wird nach Angaben der UN immer dramatischer. Allein in der Region Ost-Ghuta nahe Damaskus seien 400 000 Menschen von Regierungstruppen eingeschlossen, sagte UN-Nothilfekoordinator Jan Egeland in Genf. Die Bewohner Ost-Ghutas hätten kaum noch Lebensmittel und Medikamente. Krankenhäuser seien durch Bombardierungen zerstört. Die UN forderte eine Waffenpause von 72 Stunden, um lebensnotwendige Hilfsmittel ausliefern zu können.

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Im Syrienkrieg gibt es immer wieder Berichte über den Einsatz von Chemiewaffen. Die Rede ist vor allem von Chlorgas, aber auch von Senfgas und Sarin - aus dem Ersten Weltkrieg bekannte Giftgase.

CHLORGAS: Wird das stechend riechende Gift eingeatmet, greift es Atemwege und Lunge an. In hohen Konzentrationen führt es zu Atemnot und schließlich zum qualvollen Tod.

SENFGAS: Das Zellgift verätzt Schleimhäute, Augen und Atemwege. Auch neurologische Störungen sind möglich. Senfgas wurde auch unter den Namen Lost, Yperit und Gelbkreuz bekannt.

SARIN: Das Nervengas gehört neben Tabun, Soman und VX zu den giftigsten Kampfstoffen. Es wird durch Einatmen und über die Haut aufgenommen und kann in Minuten zu Atemlähmung und Herzstillstand führen.

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