Gipfeltreffen zwischen Trump und Kim in Hanoi in entscheidender Phase

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Kim (l.) und Trump in Vietnam

Nordkorea hat die Wiederaufnahme der Atomgespräche mit den USA angekündigt. Am Freitag werde es einen "ersten Kontakt" geben, am Samstag sollten die Verhandlungen auf Arbeitsebene wieder aufgenommen werden, erklärte die nordkoreanische Vize-Außenministerin Choe Son Hui

Das zweite Gipfeltreffen von US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ist in die heiße Phase gegangen. Trump und Kim setzten am Donnerstag in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi ihre am Vortag begonnenen Gespräche fort. Der US-Präsident sagte zum Auftakt, er habe mit Blick auf eine Vereinbarung über das nordkoreanische Atomprogramm "keine Eile".

"Geschwindigkeit ist für mich nicht so wichtig", sagte Trump im Luxushotel Metropole an der Seite von Kim. Erfolge würden über einen längeren Zeitraum erzielt. Wichtig sei ihm, dass Nordkorea weiterhin auf Atomwaffen- und Raketentests verzichte. Trump erneuerte auch seine Aussage, bei einem Verzicht auf seine Atomwaffen stehe Nordkorea eine blühende wirtschaftliche Zukunft bevor.

Kim sagte, einige würden mit "Skepsis" auf das Gipfeltreffen in Hanoi blicken. Er werde aber "sein Bestes" für eine "großartige" Übereinkunft geben. Der Machthaber sprach von einem "großartigen Dialog" mit dem US-Präsidenten.

Trump und Kim hatten sich am Mittwoch zu einem kurzen Vieraugengespräch und einem gemeinsamen Abendessen getroffen. Am Donnerstag standen die entscheidenden, tiefer gehenden Gespräche an.

Dabei dürfte es insbesondere um konkrete Schritte für die von den USA geforderte "Denuklearisierung" gehen. Möglicherweise ist auch eine förmliche Beendigung des nach wie vor bestehenden Kriegszustands ein Thema. Der Koreakrieg war 1953 mit einem Waffenstillstand zu Ende gegangen, ein Friedensabkommen gibt es bis heute nicht.

Bei ihrem ersten Gipfeltreffen im Juni vergangenen Jahres in Singapur hatten sich Trump und Kim auf eine "Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel" verständigt. Konkrete Schritte wurden jedoch nicht vereinbart. Auch ein Zeitrahmen blieb offen.

Die USA haben wiederholt gefordert, dass Nordkorea sein Atomwaffenarsenal vollständig, unumkehrbar und nachprüfbar aufgibt. Die Führung in Pjöngjang fordert eine Aufhebung der wegen des nordkoreanischen Atom- und Raketenprogramms verhängten Sanktionen und einen Abzug der US-Truppen aus Südkorea.

Wie bereits bei ihrem Gipfeltreffen in Singapur zeigten Trump und Kim auch in Hanoi demonstrativ Nähe. So spazierten sie im Garten des Metropole-Hotels um einen Swimmingpool. Noch im Jahr 2017 hatten sich die beiden Politiker öffentlich beschimpft und verhöhnt: So bezeichnete Trump Kim als "kleinen Raketenmann". Kim konterte, Trump sei ein "geistig umnachteter seniler Amerikaner".

Kritiker werfen Trump nun vor, den Machthaber des international isolierten Nordkorea mit den Gipfeltreffen aufzuwerten. Der Korea-Experte David Kim sagte der Nachrichtenagentur AFP, der Gipfel sei "Prunk" für Trump und bringe Kim mehr "Glaubwürdigkeit auf der Weltbühne als verantwortungsvoller, glaubhafter Akteur". Der Erfolg der Gespräche müsse aber anhand der Ergebnisse bewertet werden. Ein Fortschritt wären "konkrete und überprüfbare Zusagen in Richtung einer Denuklearisierung" Nordkoreas.