Trump-Kritiker "Anonymus" gibt seine Identität preis

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Ein früherer Mitarbeiter des US-Heimatschutzministeriums hat sich als mysteriöser "Anonymus" zu erkennen gegeben, der mit scharfer Kritik an Präsident Donald Trump für Aufsehen gesorgt hatte.

"A Warning" (Warnung aus dem Weißen Haus) sorgte für viel Aufsehen
"A Warning" (Warnung aus dem Weißen Haus) sorgte für viel Aufsehen

Der frühere Ministeriums-Stabschef Miles Taylor erklärte am Mittwoch, er sei der Autor eines 2018 erschienenen Gastbeitrags in der "New York Times" und des im folgenden Jahr veröffentlichten Buches "Warnung aus dem Weißen Haus".

Taylors Beitrag in der "New York Times" war im September 2018 eingeschlagen wie eine Bombe. Mit verborgener Identität und unter dem Titel "Ich bin Teil des Widerstands innerhalb der Trump-Regierung" lieferte er Innenansichten aus dem Weißen Haus. Er zeigte sich als überzeugter Republikaner schockiert über Trumps Amtsführung und schilderte, wie er selbst und andere Mitarbeiter versuchen, die "schlimmsten" Auswüchse des Präsidenten zu verhindern.

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Im folgenden Jahr schrieb der selbe "Anonymus" das auch ins Deutsche übersetzte Buch "Warnung aus dem Weißen Haus: Ein hochrangiger Trump-Mitarbeiter packt aus." Das Buch beschreibt Trump als zutiefst unmoralisch, schildert ausführlich Missstände im Weißen Haus und schließt mit dem Aufruf, Trump im November 2020 aus dem Amt zu wählen.

Taylor hatte die Regierung bereits verlassen, als er das Buch schrieb. Über die Identität von "Anonymus" wurde viel spekuliert.

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Im vergangenen Sommer trat Taylor dann als Trump-Kritiker öffentlich in Erscheinung - ohne aber preiszugeben, dass er "Anonymus" ist. Der frühere Regierungsmitarbeiter bestritt dies sogar. Er hat sich vor der Präsidentschaftswahl am kommenden Dienstag hinter Trumps Herausforderer Joe Biden gestellt.

Das Trump-Lager reagierte am Mittwoch verächtlich auf Taylor. Eine Sprecherin des Weißen Hauses bezeichnet ihn als "absoluten Verlierer". Ein Wahlkampfsprecher Trumps erklärte, Taylor sei nichts als eine "Standardausgabe des arroganten, Washington-Sumpf-Typen", der Trump so lange "geliebt" habe, bis er festgestellt habe, dass er mit Angriffen auf den Präsidenten Geld verdienen könne.

fs/mkü

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