Trump lästert über US-Fußballerinnen: Schuld ist die Wokeness

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Das US-Frauenteam kniet vor einem Länderspiel gegen die Niederlande als Zeichen gegen Rassismus. (Bild: ANP Sport via Getty Images)
Das US-Frauenteam kniet vor einem Länderspiel gegen die Niederlande als Zeichen gegen Rassismus. (Bild: ANP Sport via Getty Images)

Das wird keine große Freundschaft mehr zwischen Donald Trump und den US-Fußballerinnen. Der Ex-Präsident ätzte nach einer Niederlage, Schuld sei deren politische "Wokeness".

Die sehr erfolgreiche Frauennationalmannschaft hatte sich in den letzten Jahren bereits mehrfach öffentlich sehr deutlich positioniert. Vor allem Star Megan Rapinoe gehörte zu den lautesten prominenten Kritikerinnen Donald Trumps. Die Fußballerinnen wurden 2019 Weltmeisterinnen und nutzen die Plattform, um sich politisch zu äußern. Das Hinknien vor den Spielen gehört inzwischen fest zum Standard vor Länderspielen. Als Weltranglistenerste der FIFA und mit dem WM-Titel im Rücken boten die Sportlerinnen bislang wenig Angriffsfläche für Retourkutschen.

"Man wird ruiniert"

Doch das änderte sich nun, als die US-Auswahl ihr Auftaktspiel bei den Olympischen Spielen in Tokio überraschend deutlich mit 0:3 gegen Schweden verlor. Bei einer Wahlkampf-ähnlichen Veranstaltung im US-Bundesstaat Arkansas am vergangenen Samstag nutzte Trump die Gelegenheit, um gegen die Sportlerinnen auszuteilen. Das US-Frauenteam sei ein sehr gutes Beispiel dafür, was momentan vor sich gehe, behauptete der abgewählte Präsident. "Woke-Politik nimmt allem das Leben und die Freude," meckerte der 75-Jährige. Durch "Woke-ism" würde man verlieren, der Geist würde ruiniert und man selbst als Person gleich mit erklärte Trump seinen Zuschauern. "Man wird verdreht. Man wird dement," behauptete Trump bei der Veranstaltung "Turning Point Action". 

Trump: Amerikaner glücklich über Niederlage

Als nun das US-Team gegen Schweden verloren habe, seien viele Amerikaner glücklich darüber gewesen. Diese Ansage wurde mit Applaus und Gejohle bedacht woraufhin Trump sagte: "Ihr habt das eben bewiesen, bevor ich es gesagt habe." Nebenbei teilte Trump dann auch noch gegen das Baseballteam aus Cleveland aus. Denn die ehemaligen "Indians" haben nach jahrelanger Debatte entschieden, das stereotypische Maskottchen und auch den Namen abzulegen, und zukünftig als "Guardians" anzutreten. Zuvor hatte auch das Football-Team aus Washington den rassistischen Begriff "Redskins" ("Rothäute") als Namen abgelegt, nachdem es immer wieder Proteste gegeben hatte. Der alte Name sei mit "Geschichte und Erinnerungen" gefüllt gewesen, sagte Trump über den Namenswechsel des MLB-Teams aus Cleveland. Der neue Name sei furchtbar, "Die Menschen in Ohio drehen durch deswegen," behauptete Trump in seiner Rede. 

"Sie wollen alles wegnehmen"

"Der linke Wahnsinn kennt keine Grenzen. Sie wollen unsere Geschichte, unser Erbe, unserer Kultur und alles was uns zusammenhält wegnehmen," sagte der ehemalige Präsident und schlug damit in die Kerbe, mit der von seiner Partei und konservativen US-Medien seit Jahren ein Kulturkampf heraufbeschworen wird. Trump sieht das Abrücken von rassistischem Gedankengut und entsprechender Sprache offensichtlich ebenso als Beweis dieser These, wie das politische Engagement der Fußballerinnen. Wie allerdings deren folgender 6:1 Sieg gegen das neuseeländische Team beim nächsten Olympia-Spiel zu erklären ist, ließ Trump unbeantwortet.

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