Trump: USA stehen nach Angriffen in Saudi-Arabien mit "geladener" Waffe bereit

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US-Präsident Donald Trump

Nach den Angriffen auf zwei Öl-Anlagen in Saudi-Arabien hat US-Präsident Donald Trump mit militärischer Vergeltung gedroht. Die USA stünde mit "geladener" Waffe bereit, schrieb der US-Präsident am Sonntag im Onlinedienst Twitter, nachdem Washington den Iran für die Attacken verantwortlich gemacht hatte. Die US-Regierung warte nun eine Stellungnahme des Königreichs Saudi-Arabien ab, "wer seiner Meinung nach hinter dem Angriff steckt und auf welche Weise wir vorgehen sollen". Die EU sowie Russland und China riefen zur Zurückhaltung auf.

Zu den mutmaßlichen Drohnen-Attacken auf zwei Öl-Anlagen des saudiarabischen Staatskonzerns Aramco am Samstag hatten sich zwar die jemenitischen Huthi-Rebellen bekannt, US-Außenminister Mike Pompeo erklärte dazu jedoch: "Der Iran hat einen beispiellosen Angriff auf die globale Energieversorgung verübt." Auch Trump twitterte am Sonntag: "Es besteht Grund zu der Annahme, dass wir den Täter kennen." Teheran wies die Anschuldigungen entschieden zurück.

Irans Präsident Hassan Ruhani sagte am Sonntag, die USA wollten mit ihren Beschuldigungen nur davon ablenken, dass ihr Verbündeter Saudi-Arabien ständig Luftangriffe im Jemen fliege und Menschen töte. Die USA müssten eingestehen, "dass ihre Präsenz in der Region die Probleme schafft", fügte Ruhani hinzu.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) verurteilte die Angriffe in Saudi-Arabien. Sie seien "durch nichts zu rechtfertigen" und erhöhten die Gefahr, dass die Situation "weiter eskaliert", schrieb das Außenministerium am Montag auf Twitter. "Wir analysieren mit Partnern und mit der notwendigen Besonnenheit, wer verantwortlich ist", hieß es weiter. Die Lage sei "besorgniserregend".

Die Europäische Union forderte "größtmögliche Zurückhaltung". Die Angriffe seien "eine echte Bedrohung für die regionale Sicherheit". Es sei wichtig, "die Fakten eindeutig zu klären und festzustellen, wer für diesen Angriff verantwortlich ist", sagte die Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini.

Russland warnte die USA und alle anderen Länder vor "voreiligen Schlüssen" zur Urheberschaft der Angriffe, wie Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte. Chinas Außenministerium rief die USA und den Iran auf, sich "in Zurückhaltung zu üben", um die Stabilität in der Region zu bewahren. Es sei unverantwortlich, andere zu beschuldigen, "wenn es keine aussagekräftige Untersuchung und ein Urteil gibt".

Der Ölpreis war nach den Angriffen auf die Öl-Anlagen des saudiarabischen Staatskonzerns Aramco so stark in die Höhe geschnellt wie seit dem Golfkrieg Anfang der 90er Jahre nicht mehr. Die Attacken führten außerdem zu einem Einbruch der Ölproduktion des Konzern um die Hälfte und schürten die Sorge vor einer weiteren Eskalation des Konflikts in der Golfregion.

Der Iran erteilte vor dem Hintergrund der neuen Spannungen allen Spekulationen über ein mögliches Treffen zwischen Ruhani und US-Präsident Trump eine Absage. Es gebe "keine Pläne", dass sich die beiden am Rande der bevorstehenden Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York treffen würden, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Teheran am Montag.

Noch am Sonntag hatte es aus dem Weißen Haus in Washington geheißen, dass ein Zusammentreffen von Trump und Ruhani nicht ausgeschlossen sei. "Wir haben dieses Treffen weder geplant, noch denke ich, dass so etwas in New York passieren wird", sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums im staatlichen Fernsehen.

Trump hatte im Mai 2018 das von ihm als völlig unzureichend kritisierte internationale Atomabkommen mit dem Iran aufgekündigt. Seither ließ er massive Wirtschaftssanktionen gegen Teheran verhängen. Gleichzeitig signalisierte Trump mehrfach, dass er zu einem Treffen mit Ruhani bereit sei.