Trump verweigert Unterzeichnung von neuem Corona-Hilfsprogramm

Sebastian Smith
·Lesedauer: 2 Min.
US-Präsident Donald Trump

Paukenschlag aus dem Weißen Haus: Der scheidende US-Präsident Donald Trump hat völlig überraschend die Abzeichnung des vom Kongress verabschiedeten Hilfspakets gegen die Corona-Krise abgelehnt.

Er bezeichnete das Maßnahmenbündel im gigantischen Volumen von rund 900 Milliarden Dollar (740 Milliarden Euro) als eine "Schande" und verlangte Nachbesserungen. Das Gesetzesvorhaben war nach monatelangen zähen Verhandlungen zwischen Parlamentariern von Trumps Republikanern und der oppositionellen Demokraten zustande gekommen.

Trump forderte konkret deutlich höhere Unterstützungszahlungen an US-Bürger. Die am Montagabend (Ortszeit) mit überwältigender Mehrheit von Repräsentantenhaus und Senat verabschiedete Gesetzesvorlage sieht Schecks von 600 Dollar für besonders hart von der Corona-Krise betroffene Menschen vor. Der Präsident nannte diese Summe "lächerlich". Er verlangte Zahlungen von 2000 Dollar beziehungsweise von 4000 Dollar für Ehepaare.

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Kongress könnte Donald Trump überstimmen

Getreu seines Mottos "Amerika zuerst" kritisierte Trump auch, dass in die Gesetzesvorlage auch Vorhaben eingebunden wurden, von denen ausländische Staaten profitieren würden. Formell legte Trump zunächst aber nicht sein Veto gegen das Hilfspaket ein - dies war auch noch gar nicht möglich, da ihm der Gesetzestext noch nicht offiziell vorlag.

Sollte der Präsident seine Drohung wahrmachen und das Hilfspaket blockieren, könnte der Kongress sein Veto per Zweidrittelmehrheit in beiden Kongresskammern überstimmen. Angesichts des breiten Konsenses in Repräsentantenhaus wie Senat über das Hilfspaket wäre es wahrscheinlich, dass diese Mehrheiten zustande kämen. Für Trump wäre dies kurz vor seinem Ausscheiden aus dem Amt am 20. Januar eine schwere Blamage.

In dem neuen Hilfsprogramm sind auch Hilfen für Arbeitslose von jeweils 300 Dollar pro Woche vorgesehen. 25 Milliarden Dollar sind für den Wohnungssektor eingeplant. Damit soll verhindert werden, dass in Finanznot geratene Mieter ausziehen müssen. Auch soll es Hilfen von fast hundert Milliarden Dollar für Schulen und Kitas geben.

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Biden will weiteres Corona-Hilfspaket

Das neue Hilfsprogramm soll die früheren Maßnahmen gegen die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Pandemie ergänzen. Bereits im März hatte der US-Kongress ein gigantisches Konjunkturprogramm auf den Weg gebracht. Es handelte sich mit einem Umfang von 2,2 Billionen Dollar um das größte Hilfspaket der US-Geschichte. Die Finanzmittel wurden dann im April mit einem weiteren Hilfsprogramm aufgestockt.

Trumps gewählter Amtsnachfolger Joe Biden strebt nach dem derzeit vorliegenden Corona-Hilfspaket noch ein weiteres im kommenden Jahr an, wie er am Dienstag ankündigte. Im Gegensatz zu Trump lobte Biden den Kompromiss zwischen den politischen Lagern.

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