Trump vs. Freedom Caucus: So beeinflusst die Splittergruppe die US-Politik

US-Präsident Donald Trump war gar nicht erfreut über die abgeblasene Abstimmung. (Bild: AP Images)


Es war Donald Trumps größtes Versprechen im Wahlkampf: Wenn er an die Macht komme, würde er die von Barack Obama ins Leben gerufene Krankenversicherung wieder abschaffen. Statt Obamacare sollte es für die Amerikaner Trumpcare geben. Doch mit seiner Reform erlitt der US-Präsident im Parlament eine Schlappe – noch bevor über den Gesetzesentwurf abgestimmt wurde.

Für Donald Trump waren die Schuldigen an dem Reform-Desaster schnell ausgemacht: Eine Gruppe namens Freedom Caucus habe die Abschaffung von Obamacare verhindert. Seither sprechen in den USA alle über diese ominöse Gruppe, die bisher nur Polit-Experten bekannt war. Alle fragen sich: Wer oder was genau ist eigentlich dieser Freedom Caucus?

Der Anführer des Freedom Caucus, Mark Meadows (vorne), und Mitstreiter vor dem Kapitol in Washington. (Bild: AP Images)

Dabei handelt es sich um eine Gruppe aus rund 30 Republikanern, die einen Sitz als Abgeordnete im Repräsentantenhaus innehaben. Sie verfolgen eine extrem konservative Linie und haben Trumpcare deswegen abgelehnt, weil ihnen die Änderungen in der öffentlichen Krankenversicherung nicht weit genug gingen.

Angeführt wird die im Jahr 2015 gegründete Gruppe von Mark Meadows aus dem Bundesstaat North Carolina. Wer noch dem Freedom Caucus angehört, ist nicht bekannt. Lediglich einige Republikaner haben sich in der Öffentlichkeit geoutet. Die Gruppe trifft sich regelmäßig unter strenger Geheimhaltung, um über geplante Abstimmungen und politische Themen zu beraten.

Der Freedom Caucus scheint vor allem all jene Republikaner zusammenzubringen, die mit der herkömmlichen Politik ihrer Partei unzufrieden sind. Weil selbst innerhalb der Partei niemand so genau weiß, wer dieser Gruppierung angehört, ist es seither schwieriger geworden, die nötigen Stimmen für eine Gesetzesabstimmung zusammenzubekommen. Das bekam nun offenbar auch Donald Trump im Zuge seiner geplanten Gesundheitsreform zu spüren. Denn die Umsetzung scheiterte nicht an den Demokraten – tatsächlich fanden sich nicht ausreichend viele Stimmen der Republikaner, die für den Entwurf votierten.

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