Trump wirft China nicht mehr Währungsmanipulationen vor

US-Präsident Donald Trump

US-Präsident Donald Trump hat seinen Vorwurf an China zurückgezogen, sich mittels Manipulationen seiner Währung Vorteile im internationalen Handel zu verschaffen. Die Chinesen seien "keine Währungsmanipulatoren", sagte Trump in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit dem "Wall Street Journal". Während des Wahlkampfs hatte Trump China forwährend beschuldigt, seine Währung künstlich niedrig zu halten, um seine Waren zu verbilligen und der US-Industrie zu schaden.

Wenige Tage nach seinem ersten Treffen mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping sagte Trump nun, Peking habe schon seit Monaten seine Währung nicht mehr manipuliert. Nach Angaben von Analysten tut dies China allerdings schon seit Jahren nicht mehr. Der Fokus der chinesischen Zentralbank lag in den vergangenen Jahren vielmehr darauf, eine weitere Abschwächung des Renminbi zu verhindern.

Während des Wahlkampfs hatte der Immobilienmogul dennoch angekündigt, er werde an seinem ersten Tag im Weißen Haus China offiziell als Währungsmanipulator einstufen. Ein solcher Schritt hätte potenziell zu Sanktionen der USA und einer entsprechenden chinesischen Reaktion - also einem Handelskrieg - führen können. Trump hatte mit einem Strafzoll von 45 Prozent auf chinesische Waren gedroht.

Noch für diesen Monat wird ein Bericht des US-Finanzministeriums zur chinesischen Währungspolitik erwartet, dem Trump mit seinen jetzigen Äußerungen vorgriff. Der Präsident sagte in dem Zeitungsinterview auch, die Einstufung von China als Währungsmanipulator könne das gemeinsame Vorgehen beider Länder gegen das nordkoreanische Atomwaffenprogramm gefährden.

Xi habe er gesagt, dass er zu Konzessionen bei einem Handelsabkommen mit Peking bereit sei, wenn China dafür das Problem mit Nordkorea lösen helfe. Dieses Ziel sei es wert, "einen nicht so guten Handelsdeal zu haben wie ich ihn normalerweise abschließen könnte", sagte Trump.

Zu seinem Treffen mit Xi in seinem Privatdomizil Mar-a-Lago im Bundesstaat Florida sagte der US-Präsident, er habe mit seinem chinesischen Gast eine gute Beziehung aufgebaut. "Ich denke, wir haben eine sehr gute Chemie", sagte Trump bei einer Pressekonferenz mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Xi wolle den USA "mit Nordkorea helfen".

China ist ein traditioneller Verbündeter Nordkoreas, hatte aber als Reaktion auf das nordkoreanische Atomprogramm bereits im Februar seine Kohle-Importe aus dem Nachbarland vorläufig gestoppt. Die USA wiederum hatten am Wochenende als Demonstration der Stärke gegenüber der kommunistischen Führung in Pjöngjang eine Flugzeugträgergruppe in Richtung der Koreanischen Halbinsel entsandt. Nordkorea drohte daraufhin mit Gegenmaßnahmen.

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