Trumps Chefstratege Steve Bannon: So profitierte er finanziell vom US-Wahlkampf

Steve Bannon wird großer Einfluss auf US-Präsident Trump attestiert – kürzlich zog der Präsident ihn jedoch aus dem Nationalen Sicherheitsrat zurück. (Bild: AP Photos)

Er ist die wohl umstrittenste Figur im Kabinett von US-Präsident Donald Trump: Steve Bannon. Der Chefstratege des Präsidenten ist als Medienmacher rechter Publikationsorgane wie „Breitbart News“ bekannt. Nun berichtete die „Washington Post“, dass Bannon im US-Wahlkampf durch ein verzweigtes Mediennetzwerk Profit gemacht hat.

Verschwörungstheorien und Kritik am bestehenden System sind die Spezialität des 63-jährigen Medien- und Meinungsmachers. Speziell den Clintons warf er während des US-Präsidentschaftswahlkampfs Profitgier im großen Stil vor. Dabei schreckte er in seiner Polemik nicht vor drastischen Ausdrücken zurück: Die Clintons seien „Drecksäcke“ und „Banditen“, die sich durch ihre politischen Verbindungen Millionen in die eigene Tasche erwirtschaftet hätten.

„Hillary und Bill Clinton sind die größten Gauner, die jemals Präsidenten der Vereinigten Staaten werden wollten“, sagte er im Juli vergangenen Jahres in einer Radioshow seines Mediennetzwerks – und rief die Hörer dazu auf, sich die Clinton-kritische Dokumentation „Clinton Cash“ anzusehen.

Bannon – hier mit Reince Priebus (r.), Ivanka Trump und Jared Kushner – bei Trumps Inaugurationsfeier. (Bild: AP Photos)

Diese Dokumentation, so der „Washington Post“-Bericht, sei Teil von Bannons komplexer Medienmaschinerie, die aus mehreren Privatfirmen und Non-Profit-Organisationen bestehe. Der Sinn dieses Netzwerks sei es nicht nur, Bannons ultrakonservative Agenden zu forcieren, sondern auch Profit zu erwirtschaften.

Finanziert wurde die Dokumentation unter anderem vom Government Accountability Institute. Diese Non-Profit-Organisation wurde von Bannon gegründet – und von ihr ließ er sich als Vorstand mehrere hunderttausend Dollar auszahlen.

Auch weitere Bannon-Firmen seien in die Produktion der Anti-Clinton-Doku verwickelt. Als Produktionsfirmen fungierten Gliterring Steel und Bannon Film Industries – Bannon ist Eigentümer beider Firmen, zusätzlich fungierte er als Drehbuchautor. Doch damit nicht genug: ARC Entertainment, die Distributionsfirma des Films, ist ebenso in seinem Besitz. Die Werbetrommel dafür wurde wiederum via „Breitbart News“ gerührt. Rund zwei Millionen Dollar soll Bannon auf diese Weise eingestrichen haben.

„Es scheint, als gebe es hier eine eng zusammenarbeitende Gruppe von Freunden und politisch Verbündeten, die alle zusammenarbeiten, um Herrn Bannon Profite zu verschaffen“, so der Steuer-Spezialist David Nelson gegenüber der „Washington Post“.

Rechtliche Konsequenzen hat Bannon für diese Profitmaschinerie jedoch keine zu befürchten – es handelt sich hierbei um eine rechtliche Grauzone.

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen