Trumps Sprecher sorgt mit Hitler-Vergleich für Empörung

Trumps Sprecher Spicer hat sich mit einem Hitler-Vergleich in Bedrängnis gebracht. Seine Erklärungen dazu machen die Situation noch schlimmer. Rücktrittsforderungen werden laut.

Trumps Sprecher Spicer hat sich mit einem Hitler-Vergleich in Bedrängnis gebracht. Seine Erklärungen dazu machen die Situation noch schlimmer. Rücktrittsforderungen werden laut.

Washington (dpa) - Mit einem Satz über Adolf Hitler hat der Sprecher von US-Präsident Donald Trump, Sean Spicer, massive Empörung auf sich gezogen. Spicer sagte, nicht einmal jemand, der so «verabscheuungswürdig» gewesen sei wie Hitler, sei so tief gesunken, chemische Waffen einzusetzen.

Dafür schlug ihm eine Welle der Kritik entgegen. Auch Rücktrittsforderungen wurden laut. Spicer entschuldigte sich daraufhin.

Ein Journalist hatte den 45-Jährigen während des täglichen Presse- Briefings gefragt, warum er glaube, dass Russland seine Unterstützung für den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad ausgerechnet jetzt einstellen werde, wo beide doch schon seit Jahren kooperierten.

Spicer sagte daraufhin, nicht einmal im Zweiten Weltkrieg seien chemische Waffen eingesetzt worden. Dann zog er den Vergleich zu Hitler. Russland müsse daher seine Unterstützung für Assad überdenken, erklärte er.

Als eine Reporterin ihn wenig später bat, die Äußerung zu erklären, geriet Spicer ins Straucheln. Er sagte: «Er (Hitler) hat Gas nicht auf dieselbe Art und Weise gegen sein eigenes Volk eingesetzt, wie es Assad tut. (...) Er hat es in die Holocaust-Zentren gebracht, das ist mir klar. Aber was ich zum Ausdruck bringen will, ist die Art, wie Assad es eingesetzt hat, indem er in die Städte geht und es über den Stadtzentren abwirft.»

Mit dem Begriff «Holcaust-Zentren» meinte er offensichtlich die Konzentrations- und Vernichtungslager der Nationalsozialisten. Diese hatten in den Gaskammern in Auschwitz und anderen Lagern mehr als eine Million Menschen mit Giftgas ermordet, vor allem Juden, aber auch viele Sinti und Roma sowie andere Gruppen. Insgesamt brachten die Nationalsozialisten sechs Millionen Juden um.

Schon kurz nach der Pressekonferenz war Spicer bemüht, seine Worte klarzustellen. «Ich habe in keiner Weise versucht, die Abscheulichkeit des Holocaustes zu schmälern», erklärte er. Es sei ihm um eine Unterscheidung zu der Taktik gegangen, chemische Waffen über Bevölkerungszentren einzusetzen. «Jeder Angriff auf unschuldige Menschen ist verwerflich und unentschuldbar», fügte er hinzu.

Am Abend entschuldigte er sich in einem Interview des Senders CNN. Er habe einen «unangebrachten und unsensiblen» Bezug zum Holocaust verwendet, erklärte er. «Es war ein Fehler, das zu tun.»

Das Anne-Frank-Zentrum in New York warf dem 45-Jährigen vor, den Holocaust zu leugnen. Die Organisation forderte seinen Rücktritt. «Sean Spicer mangelt es an der Integrität, Sprecher des Weißen Hauses zu sein, und Präsident Trump muss ihn sofort feuern.»

Das American Jewish Committee nannte den Vorfall in einer Twitter-Nachricht unerhört.

Auch die Fraktionschefin der Demokraten, Nancy Pelosi, forderte Spicers Rückzug. «Während jüdische Familien in den USA das Pessach-Fest feiern, spielt der Sprecher des Weißen Hauses die Schrecken des Holocausts herunter», erklärte sie. Trump müsse sich von den Worten distanzieren.

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