Trumps Tweet zu Notre-Dame kommt bei Franzosen gar nicht gut an

Der Brand von Notre-Dame brachte Trump auf eine Idee. (Bild: AP Photo)
  • Trump hat beim Brand von Notre-Dame den Einsatz von Löschflugzeugen vorgeschlagen
  • Sein Tweet wurde von der französischen Zivilschutzbehörde umgehend zurückgewiesen
  • Das könne zum Einsturz der Kathedrale führen, hieß es

Auf diesen Ratschlag von Donald Trump hätte Frankreich gut verzichten können. Der US-Präsident äußerte sich am Montagabend via Twitter zu dem verheerenden Brand der Kathedrale Notre-Dame in Paris. Er drückte aber nicht nur sein Entsetzen über das Feuer aus. Trump gab den Rettungskräften gleich noch einen Tipp für die Löscharbeiten und rief zur Eile auf.


“So furchtbar, das riesige Feuer in der Kathedrale Notre-Dame in Paris zu sehen. Vielleicht könnten fliegende Wassertanker eingesetzt werden, um es zu löschen. Man muss schnell handeln!”

Behörde weist Trump zurecht

Auch in Live-Nachrichtensendungen war am Abend anfangs die Frage diskutiert worden, warum der Brand nicht aus der Luft bekämpft wurde. Der öffentliche Laien-Ratschlag eines Regierungschefs aber kam bei den Verantwortlichen vor Ort spürbar schlecht an. Es dauerte nicht lang, ehe sich die Zivilschutzbehörde der französischen Regierung ebenfalls auf Twitter zu dem Vorschlag aus dem Weißen Haus äußerte.

Die Sécurité Civile erwähnte Trump zwar nicht namentlich, verfasste den Tweet aber ausnahmsweise auf Englisch.


“Hunderte von Feuerwehrmännern der Pariser Feuerwehr tun alles, um das furchtbare Notre-Dame-Feuer unter Kontrolle zu bringen. Alle Möglichkeiten werden ausgeschöpft, außer Wasserbomben-Flugzeuge, die, falls eingesetzt, zum Einsturz der gesamten Kathedrale führen könnten.”

Amerikaner entschuldigen sich für Trump

Der Tweet erhielt binnen weniger Stunden mehr als 60.000 Likes und wurde über 16.000-mal geteilt. So mancher US-Amerikaner verspürte das Bedürfnis, sich für Trump zu entschuldigen – wie dieser New Yorker, der auf Französisch antwortete:


“Unser Präsident ist sehr dumm.”

Andere schämten sich ganz einfach fremd.


“Man stelle sich vor, in so einer Situation dem Anführer einer Weltmacht erklären zu müssen, dass sein ‘warum nicht Tonnen von Wasser aus der Luft drauf werfen’ eine schlechte Idee ist.”

Rund 400 Feuerwehrleute waren Medienberichten zufolge bis in die Nacht im Einsatz, um Notre-Dame vor der völligen Zerstörung zu bewahren. Mit Erfolg: Zwar fielen weite Teile des Daches und auch ein Kirchturm den Flammen zum Opfer. Die Grundstruktur sowie die Fassade mit den beiden Haupttürmen konnten jedoch gerettet werden.