Tschechien beginnt mit Abriss von Schweinefarm auf früherem KZ-Gelände

Nach jahrelangem Streit hat Tschechien mit dem Abriss einer Schweinemastanlage auf dem Gelände eines ehemaligen NS-Konzentrationslagers begonnen. "Der heutige Tag markiert den Anfang vom Ende eines der beschämendsten Kapitel unserer jüngeren Geschichte", sagte Parlamentssprecherin Marketa Pekarova Adamova am Freitag vor Ort, wo der Abriss symbolisch durch das Zerlegen eines Modells der Anlage eingeleitet wurde.

In dem Konzentrationslager in Lety südlich von Prag waren zwischen August 1942 und Mai 1943 rund 1300 Sinti und Roma inhaftiert gewesen. 327 von ihnen starben in dem Lager, darunter 241 Kinder. Mehr als 500 weitere Insassen wurden ins Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Insgesamt wurden unter den Nationalsozialisten etwa 90 Prozent der tschechischen Roma getötet.

Tschechische und ausländische Menschenrechtsaktivisten hatten seit Jahren die Schließung der Schweinefarm gefordert, die zu Zeiten des Kommunismus in den 1970er Jahren auf dem früheren KZ-Gelände gebaut worden war. Im November 2017 kaufte dann die tschechische Regierung den Mastbetrieb für umgerechnet knapp 18 Millionen Euro. Die europäische Antirassismus-Bewegung Egam und das Museum für Roma-Kultur in Brünn (Brno) wollen dort nun eine Gedenkstätte errichten.

kbh/dja

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