Tschentscher: Impfpflicht für Beschäftigte in sensiblen Bereichen "vorrangig"

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Impfung gegen das Coronavirus (AFP/Christof STACHE)

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat eine schnelle Impfpflicht für alle Beschäftigten in medizinischen und sozialen Einrichtungen als "vorrangig" bezeichnet. Der Bund müsse diese angesichts der Lage "sehr schnell" einführen, sagte Tschentscher am Dienstag nach einer Senatssitzung in der Hansestadt. In Pflegeheimen und ähnlichen Einrichtungen bestehe eine besondere Fürsorgepflicht wegen des Umgangs mit Menschen, die durch Infektionen besonders bedroht seien.

Die Debatte um eine allgemeine Impfpflicht sei dagegen "jedenfalls politisch und rechtlich eine schwierige Diskussion", sagte der Bürgermeister vor Journalisten. Die Debatte brauche Zeit und helfe daher aktuell nicht weiter. "Wir sind einer akuten Pandemielage."

Er halte eine allgemeine Impfpflicht in Deutschland allerdings "nicht für ausgeschlossen", sofern sich die Pandemie auf andere Weise nicht beenden lasse, fügte Tschentscher an. Zugleich habe er aber die Hoffnung, dass die flächendeckende Einführung von 2G in allen Bundesländern zu einer Zunahme der Nachfrage nach Impfungen führen werde. Hamburg habe dies bereits ab August beobachtet, als eine 2G-Optionsregel in Bereichen wie der Gastronomie eingeführt worden war.

In Erwartung steigender Coronazahlen schärfte der Senat zudem die in Hamburg bereits weitflächig geltenden 2G-Regeln noch einmal nach. Ab Montag wird auch der Einlass bei Kulturveranstaltungen nur noch für Geimpfte und Genesene gestattet sein. Zugleich stellte Tschentscher eine mögliche Ausweitung der 2G-Regeln auf ältere Jugendliche in Aussicht. So seien Impfungen für 16- und 17-Jährige inzwischen "eine ganze Weile" möglich sowie offiziell empfohlen.

Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 197 hatte Hamburg laut Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) am Dienstag den viertbesten Wert aller Länder, die landesweite Hospitalisierungsinzidenz war nach Angaben des Senats die niedrigste in Deutschland und lag noch weit unter dem von Bund und Ländern gemeinsam beschlossenen Schwellenwert von drei für die erste Corona-Warnstufe. Hamburg setze aber trotzdem bereits Verschärfungen in Kraft, weil die Hospitalisierungsquote auch in der Hansestadt über den Wert steigen werde, sagte Tschentscher.

bro/cfm

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