Tunesien: Erste Ministerpräsidentin der arabischen Welt ernannt

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Tunesien bekommt als erstes Land der arabischen Welt eine weibliche Ministerpräsidentin. Nach der Entmachtung des bisherigen Kabinett hat der tunesischen Pràsident die weitgehend unbekannte Najla Bouden mit der Regierungsbildung beauftragt. Der Staatschef bezeichnete die Nominierung einer Frau als "Ehre für Tunesien und Anerkennung für die tunesischen Frauen". Zentrale Aufgabe der künftigen Regierung sei es, "der Korruption und dem Chaos, das sich in vielen staatlichen Einrichtungen ausgebreitet hat, ein Ende zu setzen".

Tunesien kämpft mit einer Wirtschaftskrise, hoher Arbeitslosigkeit und weit verbreiteter Korruption. Nach monatelangem Machtkampf mit Regierung und Parlament hatte der Präsident die Regierung abgesetzt und angekündigt, per Dekret regieren und die Verfassung ändern zu wollen.

Die Geologie-Professorin war unter anderem im Bildungsministerium tätig, wo sie für die Umsetzung von Projekten der Weltbank zuständig war. Sie ist in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Ihre Befugnisse als künftige Regierungschefin sind deutlich eingeschränkt. Dies nährt Befürchtungen der tunesischen Opposition, viele fürchten einen Rückfall in die Zeit vor dem Arabischen Frühling.

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