Turiner Grabtuch zum zweiten Mal live im TV gezeigt

Papst begleitet seltenes Ereignis mit Videobotschaft

Anlässlich der Osterfeierlichkeiten ist das Turiner Grabtuch zum zweiten Mal überhaupt live im Fernsehen gezeigt worden. Die Reliquie, in die nach katholischer Auffassung die Leiche des gekreuzigten Jesus Christus eingewickelt worden war, war eine halbe Stunde lang auf dem italienischen Sender Rai Uno zu sehen. Auch im Internet wurde das Tuch per Livestream gezeigt.

Es war erst das zweite Mal, dass das berühmte Grabtuch live im Fernsehen gezeigt wurde. Die erste Präsentation hatte im November 1973 für Aufsehen gesorgt. Als die Reliquie 2010 in der Kathedrale von Turin ausgestellt wurde, lockte sie zwei Millionen Besucher an.

Der neue Papst Franziskus sagte zu der erneuten Fernsehpräsentation in einer Video-Botschaft, der Abdruck des Gesichts in dem Grabtuch gleiche "den vielen Gesichtern von Männern und Frauen, verletzt von einem Leben, das ihre Würde missachtet, von Kriegen und von Gewalt, welche die Schwächsten trifft". Und doch vermittle "das Gesicht des Grabtuchs großen Frieden". Der Papst zitierte außerdem ein Gebet des heiligen Franz von Assisi, nach dem er sich nach seiner Wahl am 13. März benannt hatte.

Am Abend des Gründonnerstags hatte Franziskus eine Messe in einem Jugendgefängnis in Rom gefeiert und dabei in einer symbolischen Geste die Füße von zwölf Häftlingen gewaschen. Am Karfreitag betete das neue Oberhaupt der katholischen Kirche mit tausenden Gläubigen den Kreuzweg. Am Samstagabend und am Sonntag stehen die Osternacht und die Messe mit dem Segen "Urbi et Orbi" ("Der Stadt und dem Erdkreis") auf dem Programm des 76-Jährigen.