Formel Gähn? Hamilton attackiert Bosse

SPORT1
Lewis Hamilton kritisiert nach seinem Sieg in Frankreich die Bosse der Formel 1

Acht Rennen, acht Siege: Die Dominanz von Mercedes in dieser Saison ist größer denn je. Nimmt man die Saison 2018 hinzu, sind die Silberpfeile sogar bereits seit zehn Rennen ungeschlagen.

Der Große Preis von Frankreich war eine weitere Demonstration der Stärke von Mercedes und Weltmeister Lewis Hamilton, die den gegnerischen Teams nicht den Hauch einer Chance ließen. Selbst bei Mercedes wünscht man sich inzwischen spannendere Rennen. Hamilton kritisiert in diesem Zusammenhang die Verantwortlichen der Formel 1 sogar scharf.

Ferrari-Pilot Sebastian Vettel spricht offen aus, dass man sich bei den neuen Teilen verkalkuliert hat und das ausgegebene Ziel an diesem Wochenende nicht erfüllen konnte.

SPORT1 fasst die Stimmen von RTL, Sky, ORF und aus der Mixed-Zone sowie der Boxengasse zusammen.

Lewis Hamilton (Mercedes), Platz 1: "Es war ein super Wochenende. Es ist eine tolle Strecke mit technisch schwierigen Stellen. Es war überhaupt nicht einfach. Immer passiert irgendetwas. Ich hatte zwei riesige Blasen an den Vorderreifen, da hatte ich mir schon ein bisschen Sorgen gemacht. Ich liebe diesen Wettkampf, Rennen für Rennen die Grenzen auszureizen und dann wieder zu gewinnen. Aber ich könnte das nicht ohne so ein tolles Team. Wir schreiben zusammen Geschichte. Ich bin stolz, Teil dieses Teams zu sein."

zur Langeweile in der Formel 1: "Wenn man sagt, es ist langweilig, verstehe ich das. Aber zeigt nicht mit dem Finger auf die Fahrer, wir schreiben die Regeln nicht und haben mit der Geldverteilung und diesen ganzen Dingen nicht zu tun. Wir sollten die Leute an der Spitze unter Druck setzen, die sollten ihren Job anständig machen. Ich denke, das versuchen sie auch, aber seit vielen, vielen Jahren treffen sie falsche Entscheidungen."

Valtteri Bottas (Mercedes), Platz 2: "Aus meiner Sicht ist nicht viel passiert. Ich hatte einen guten Start, Lewis ebenfalls. Letztlich war er schneller, mit seiner Pace konnte ich nicht mithalten. Aber ich bin stolz auf das Team, stolz auf mich. Jetzt muss ich sehen, was ich beim nächsten Rennen besser machen kann. Unschlagbar ist Lewis nicht, das weiß ich."

Charles Leclerc (Ferrari), Platz 3: "Ich habe alles gegeben, aber die Mercedes waren schneller, speziell beim zweiten Stint. Valtteri hatte am Ende etwas Probleme mit den Reifen, da konnte ich aufholen. Aber mir gingen die Runden aus. Am Ende ist es für uns ein guter Tag gewesen."

Max Verstappen (Red Bull), Platz 4: "Der Start war gut, aber mir fehlen PS auf der Geraden, das hat man gesehen. Da sind wir langsamer als Ferrari und Mercedes, viel zu langsam. Letztes Jahr war unser Auto im Vergleich zu Mercedes besser. Ich erwarte für das Rennen in Österreich deshalb nicht so viel."

Vettel: "Das ist nicht unser Anspruch"

Sebastian Vettel (Ferrari), Platz 5: "Ich habe den Beginn mit den McLaren genossen, aber danach war es etwas einsam. Ich habe hart gekämpft, aber eben aus der Distanz. Der erste Stint war ganz gut, im zweiten Stint habe ich mit der Balance gekämpft. Die Pace von Charles, Max und mir war sehr ähnlich. Das Rennen heute war ok, mehr war nicht drin. Die schlechtere Nachricht für uns ist, dass wir keinen Schritt nach vorne machten konnten im Vergleich zu Mercedes. Das Ergebnis ist in Ordnung, aber nicht unser Anspruch."

...zum Ziel, den Abstand zu Mercedes in Frankreich zu verkürzen: "Wir wollten den Abstand zu Mercedes deutlich verkürzen. Das haben wir nicht geschafft, daher sind wir in dieser Beziehung gescheitert. Wir haben es versucht. Das Podium von Charles ist zumindest ein schwacher Trost."

zur schnellsten Rennrunde, bei der er mit weichen Reifen nur hauchdünn Hamiltons Zeit unterbot: "Ich konnte die Batterie nicht komplett entladen. Aber es zeigt auch, wie viel Pace sie in der Hinterhand haben. Wenn sie wollen, können sie viel schneller. Das bedeutet, dass auf uns viel Arbeit wartet."

...zu den neu eingebauten Teilen am Freitag: "Wir haben am Freitag ein paar Teile ausprobiert, die nicht funktioniert haben. Deswegen mussten wir wieder zurückbauen. Wir müssen verstehen, warum unsere Teile nicht funktioniert haben. Das ist ein größeres Problem. Daran müssen wir arbeiten."

Nico Hülkenberg (Renault), Platz 9: "Wir müssen das so hinnehmen. Ich hing das ganze Rennen hinter Kimi fest, hatte eigentlich deutlich mehr Speed. Der hätte mal abbiegen sollen, am besten zu einer Bar. Dann hätte ich ein freieres Rennen gehabt und eine bessere Platzierung. Man verliert brutal viel Abtrieb, wenn man hinter einem anderen Auto direkt herfährt. Es ist extrem bitter. Aber mit dem schlechten Qualifying konnte man nicht mehr erwarten."

Toto Wolff (Mercedes-Motorsportchef): "Der Sieg war wirklich gut - eines von den wirklichen guten Rennwochenenden. Heute war es wirklich okay von der Leistung her. Das wissen wir auch zu schätzen, denn es kann auch wieder anders kommen."

...über die Dominanz von Mercedes: "Es tut mir leid. Auch wir wollen spannende Rennen."