"Das tut weh!": Ist "Rosins Restaurants" zu hart zu den Teilnehmern?

Carmen Schnitzer
·Lesedauer: 4 Min.

Mit "katastrophal" beurteilt Frank Rosin in der kabel-eins-Doku "Rosins Restaurants" gern die Zustände in den von ihm besuchten Lokalen. Einer Teilnehmerin wurde die Härte des Sternekochs zu viel, sie fühlte sich "bloßgestellt" und klagte: "Das geht gar nicht!" Ob beide sich noch zusammenrauften?

Tränen in den Augen hatte Cafébetreiberin Angelika "Geli" Wilke-Schatz (36) in der aktuellen Folge der Kabel-Eins-Doku "Rosins Restaurants" nicht nur einmal. "Das ist wie wenn jemand sagt: ,Dein Kind ist hässlich.' Das tut weh!", erklärte sie ihre Verletzung nach der Kritik von Sternekoch Frank Rosin (54), der ihrem Café WaffelWunder im thüringischen Nordhausen zu neuem Schwung verhelfen sollte.

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Gedreht wurde die nun ausgestrahlte Folge im vergangenen Sommer, als die Gastronomie unter Corona-Auflagen noch geöffnet war. Gelis "geringe Frustrationsgrenze" (Rosin) war nur eins der Probleme von ihr und ihrem Liebsten Dominique Schatz (39), der "momentan einen Ehemann-Dienst" in der Küche übernommen hatte, was aber nicht dauerhaft so bleiben sollte.

Klare Sache für Rosin

"Eins steht fest: Ich bin jetzt fünf Minuten hier - ich hab' schon alles", war sich Rosin schnell sicher, was schief lief im Laden, der dem Paar und der zehnjährigen Tochter Lena viel zu wenig zum Leben abwarf. "Die Theke und die Küche is' für mich 'ne unternehmerische Sprache, wie die mit der Sache umgehen." Der Thekenbereich war ihm zu unordentlich, das Ambiente zu unpassend, und in der Küche fehlte es an Organisation, am "Mise en Place", dem Vorbereiten von Zutaten und Utensilien, das dem Koch Handgriffe erspart.

Dass Rosin von den kurz darauf gekosteten Speisen lediglich das Würzfleisch goutierte und ansonsten enttäuscht war von den faden, lieblos angerichteten Speisen, kam noch dazu. Und natürlich teilte er Geli seinen Eindruck auch unverblümt mit, woraufhin diese die Kritik damit abbügelte, das sei eben "Geschmackssache". Wenn er ihr helfen solle, müsse er die Wahrheit sagen, so Rosins Ansicht. "Das hat nichts mit Härte zu tun. Das ist nur klar."

Verletzte Gefühle

Klarheit, Härte oder beides? Dass die Teilnehmer der Restaurant-Rettungs-Show einiges einstecken müssen, ist bekannt. Dabei lässt sich über Frank Rosins Wortwahl sicher manchmal diskutieren, doch etwas robuster als Geli sollte man vielleicht doch sein, wenn man sich für die Sendung bewirbt. Denn schon die kleinste Nachfrage empfand die Cafébetreiberin als Angriff, etwa als eine der Testesserinnen erzählte, dass die Öffnungszeiten des Lokals WaffelWunder für sie nicht günstig seien und Frank Rosin sich wunderte, dass der Laden tatsächlich "nur bis 18 Uhr" aufhätte. "Es ist nicht so, dass ich faul bin ...", verteidigte Geli sich und rannte aufgewühlt zu ihrem Mann in die Küche: "Das geht gar nicht da vorne!"

Dass ihr niemand Faulheit vorgeworfen hatte, schien gar nicht zu ihr durchzudringen, und erst später konnte Rosin ihr klarmachen, dass sie ihre durchaus vorhandenen Argumente für eine frühe Schließung (die Betreuung ihrer Tochter und die abends recht leere Straße) auch einfach ruhig und sachlich hätte vorbringen können.

Fünf-Sterne-Waffeln

Unter den gegebenen Umständen überlegte Frank hinzuschmeißen, auch Geli schien alles zwischenzeitlich zu viel zu werden, doch dann raufte man sich doch noch zusammen, unter anderem wohl auch wegen Dominique, der die kulinarischen Tipps des Sternekochs mit Freude annahm - und diesen umgekehrt sogar von seiner Apfelwaffel-Kreation begeistern konnte. Nach und nach wurde man sich im WaffelWunder doch noch grün, auch Geli öffnete sich und ließ sich unter anderem davon überzeugen, ihre viel zu günstigen Preise etwas anzuheben, die sie vorher "aus'm Bauch raus" kalkuliert hatte.

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Als am Ende das zweite Testessen anstand, war Frank mehr als zuversichtlich: "Selten hab' ich vor einem Finale so ein wirklich gutes Gefühl gehabt." Und das sollte ihn nicht trügen: Statt wie beim ersten Testessen magere zweieinhalb von fünf Sternen vergaben die geladenen Foodblogger und anderen "Local Heros" diesmal alle fünf. "Es gibt nichts zu kritisieren", begründete eine der Testesserinnen ihre Entscheidung. Frank freute sich: "Hab' ich noch nie gehört!" Und so endete die schwierige Reise letztlich doch mit freudigem Strahlen. Der erneute Lockdown nach dem Dreh erschwerte natürlich wieder vieles, doch durch "To go"-Verkauf erfreut das WaffelWunder auch im neuen Jahr weiterhin zufriedene Kundschaft.

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