U-Boot-Streit: Australien verteidigt sich - "Entscheidung im nationalen Interesse"

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Im U-Boot-Streit mit Frankreich hat Australien seine Haltung verteidigt. Premierminister Morrison sprach von einer Entscheidung im nationalen Interesse seines Landes. Das Land hatte die Bestellung von konventionellen französischen U-Booten storniert. Die Regierung in Paris hatte daraufhin den Botschafter zu Konsultationen zurückgerufen. Der Wert des geplatzten Deals: 56 Milliarden Euro.

"Wir sind enttäuscht darüber, dass sie den Botschafter abgezogen haben. Aber wir verstehen und respektieren das. Wir verstehen auch die tiefe Enttäuschung darüber, dass wir zu der Erkenntnis gekommen sind, dass die konventionellen U-Boote nicht das sind, was Australien braucht, um unsere Interessen zu verteidigen", sagte Australiens Premierminister Scott Morrison.

Frankreich hatte in dem Streit noch einmal nachgelegt. Nach Ansicht der Regierung in Paris belastet der Vorgang die partnerschaftlichen Verhältnisse innerhalb der NATO. Die europäischen Partner müssten jetzt zusammenhalten.

"Da steckt viel Symbolkraft dahinter. Es wurde gelogen, es gab ein doppeltes Spiel, es war ein schwerer Vertrauensbruch und es gab Geringschätzung. Die Dinge liefen nicht gut zwischen uns, überhaupt nicht. Es bedeutet, dass wir uns in einer Krise befinden", sagte der französische Außenminister Jean Yves Le Drian.

Die Australier waren von dem Geschäft zurückgetreten, nachdem sie eine neue Allianz mit den USA und Großbritannien bekannt gegeben hatten. Dadurch bekommen sie Zugriff auf U-Boote mit Atomantrieb. Die bestellten französischen Boote sind deshalb offenbar nicht mehr nötig. Australien sagt, Frankreich sei schon lange vorher von dem Richtungswechsel informiert gewesen. Frankreich dagegen sagt, man habe eerst eine Stunde vor der Bekanntgabe erfahren, dass Australien vom ursprünglichen Kauf zurücktreten wolle.

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