U-Haft für US-russische Journalistin Kurmasheva bis Anfang August verlängert

Ein russisches Gericht hat die Untersuchungshaft für die US-russische Journalistin Alsu Kurmasheva bis Anfang August verlängert. (Alexander NEMENOV)
Ein russisches Gericht hat die Untersuchungshaft für die US-russische Journalistin Alsu Kurmasheva bis Anfang August verlängert. (Alexander NEMENOV)

Ein russisches Gericht hat die Untersuchungshaft für die US-russische Journalistin Alsu Kurmasheva bis Anfang August verlängert. Die 47-jährige Mitarbeiterin der Sendergruppe Radio Free Europe/Radio Liberty (RFE/RL) müsse mindestens bis zum 5. August im zentralrussischen Kasan in Haft bleiben, teilte eine Sprecherin der dortigen Justiz am Freitag der Nachrichtenagentur AFP mit. Die Gerichtssitzung fand demnach unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Kurmasheva sitzt bereits seit Oktober im Gefängnis. Ihr wird vorgeworfen, sie habe sich nicht wie vorgeschrieben als "ausländische Agentin" registrieren lassen. Medienberichten zufolge wird ihr außerdem die Verbreitung "falscher Informationen" über die russische Armee zur Last gelegt. Darauf stehen in Russland bis zu 15 Jahre Haft. Kurmashevas Sendergruppe weist die Vorwürfe als unbegründet zurück.

Ein Sprecher der US-Botschaft in Moskau hatte AFP kurz vor der Gerichtsanhörung am Freitag gesagt, Kurmasheva sei in Haft "wegen ihres kompromisslosen Einsatzes, dem russischen Volk die Wahrheit zu sagen". "Journalismus ist kein Verbrechen", fügte der Botschaftssprecher hinzu und rief die russischen Behörden auf, Journalisten und politische Gefangene freizulassen, "die auf ungerechtfertigte Weise in Russland inhaftiert" worden seien.

Kurmasheva, die 1998 bei RFE/RL angefangen hatte, lebte vor ihrer Festnahme mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern in Prag. Im Mai 2023 reiste sie nach Russland, um ihre kranke Mutter zu besuchen. In der Folge wurde sie an der Heimreise gehindert, ihr russischer und ihr US-Pass wurden beschlagnahmt.

Russischen Medien zufolge bezieht sich der gegen sie erhobene Vorwurf der Verbreitung von Falschinformationen auf ihre Beteiligung an einem Buch mit Zeugnissen von Russen gegen die russische Offensive in der Ukraine. Seit Beginn der Offensive im Februar 2022 gehen die russischen Behörden noch stärker gegen unabhängige Medien vor. Washington wirft Moskau überdies vor, US-Bürger festzunehmen, um sie als Faustpfand im Austausch mit im Westen inhaftierten Russen zu missbrauchen.

Seit März 2023 ist der US-Journalist Evan Gershkovich in Moskau in Haft. Der Reporter der Zeitung "Wall Street Journal" war bei einer Recherchereise in Russland festgenommen worden.

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