Ukraine-Krieg: Chef der Wagner-Söldner Prigoschin rechtfertigt Exekution eines "Verräters"

Ukraine-Krieg: Chef der Wagner-Söldner Prigoschin rechtfertigt Exekution eines "Verräters"

"GREY ZONE", ein russischer Telegram-Kanal, der der Wagner Group zugerechnet wird, verbreitet ein brutales Video mit dem Titel "Hammer der Rache".

Darauf zu sehen ist - wie zahlreiche Medien und die Agentur Reuters berichten - ein 55-jähriger ehemaliger Häftling mit dem Namen Jewgenny Nuschin (auch: Yevgenny Nuzhin). Der Mann erklärt in dem Video, dass er im September die Seiten gewechselt habe und jetzt "gegen die Russen" kämpfe.

Nuschin berichtet, er sei aus Kiew entführt worden, in einem Keller wieder aufgewacht. Ihm sei gesagt worden, er werde verurteilt.

Das Video zeigt den Mann, dessen Kopf offenbar mit durchsichtigem Klebeband an einer Wand befestigt ist. Nach dem Geständnis schlägt ihm jemand mit dem Vorschlaghammer auf den Kopf - das Video wird dann gepixelt, während der Mann nach hinten kippt.

GREY ZONE
Wagner-Söldner im Ausschnitt aus dem Video des Telegram Kanals GREY ZONE - GREY ZONE

Der offenbar exekutierte Jewgenny Nuschin hatte einem ukrainischen Journalisten im Herbst ein Interview gegeben, wie RFE/RL meldet. Teile dieses Interviews wurden offenbar für das Telegram-Video verwendet.

"Ein Hund verdient den Tod eines Hundes"

Zu diesem Video sagte Jewgeni Prigoschin, der Chef der Wagner Group: "Ein Hund verdient den Tod eines Hundes." Nuschin sei ein Verräter gewesen.

Schon bei der Rekrutierung von Söldnern für den Krieg in der Ukraine in russischen Gefängnissen hatte Prigoschin - der selbst neue Jahre lang nach einem Raub inhaftiert war - erklärt, Deserteure würden erschossen. Mit diesen harten Methoden und Todesdrohungen sollen laut Militärkennern die fehlende Moral und Zuverlässigkeit der diversen Rekruten ersetzt werden.

Exekution mit dem Vorschlaghammer als Symbol der Wagner Group

Der Wilson Center Experte Kamil Galeev erklärt, dass die Mythologie und die Bildsprache der Wagner-Söldner auf besonders grausamer Gewalt basieren und dass Hinrichtungen mit dem Vorschlaghammer ein Symbol der Gruppe sind. Diese Methode haben die Wagner-Söldner schon in anderen Konflikten wie in Syrien - auch gegen ihre Gegner - eingesetzt.

Mit einem rieisigen Hammer bewaffnete Kämpfer sind auch auf T-Shirts zu sehen.

Die Wagner-Söldner sind auch in mehreren afrikanischen Staaten im Einsatz - und Jewgeni Prigoschin nutzt eigenen Angaben zufolge soziale Medien, um die Bewohnerinnen und Bewohner für Russland und gegen den Westen einzunehmen. Zuletzt prahlte der Unternehmer - der schon seit Jahren offenbar mit einer eigenen Trollfabrik arbeiten soll -, er habe die US-Wahlen beeinflusst und werde das weiter tun.

Nachdem er jahrelang im Schatten stand, machte Jewgeni Prigoschin zuletzt mehr und mehr öffentliche Kommentare.