Ukraine-Krieg: Die aktuellen Entwicklungen

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Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine herrscht in dem Land Krieg. Hier gibt's die aktuellen Entwicklungen.

Seit dem Einmarsch der russischen Armee herrscht in der Ukraine Krieg. (Symbolbild: Getty Images)
Seit dem Einmarsch der russischen Armee herrscht in der Ukraine Krieg. (Symbolbild: Getty Images)
  • Mindestens fünf Tote nach Raketenangriff auf Odessa

  • Stahlwerk in Mariupol wieder unter Beschuss

  • Russland wirft USA geplante Provokation mit ABC-Waffen in Ukraine vor

  • Ukraine spricht von verstärkten russischen Angriffen bei Donezk

  • Russische Truppen setzen sich im Osten der Ukraine fest

  • Selenskyj ruft Ukrainer zu mehr Widerstand gegen Russland auf

  • In Mariupol soll es am Samstag einen möglichen Fluchtkorridor geben

  • UN-Generalsekretär Guterres trifft Selenskyj und Putin

  • Medwedew: Europa “überlebt keine Woche“ ohne russisches Gas

  • Russland nennt Opferzahl auf untergegangenem Raketenkreuzers “Moskwa“

Unser Ticker ist für heute beendet. Hier können Sie die wichtigsten Ereignisse des Tages nachlesen.

+++ Mindestens fünf Tote nach Raketenangriff auf Odessa +++

Infolge eines russischen Raketenangriffs sind in der südukrainischen Hafenstadt Odessa mindestens fünf Menschen getötet worden. Mindestens 18 Menschen wurden verletzt, wie der Chef des Präsidentenbüros, Andrij Jermak, am Samstag über den Nachrichtendendienst Telegram mitteilte. Die ukrainische Luftabwehr hatte parallel mitgeteilt, dass sie zwei Raketen und zwei Aufklärungsdrohnen abgeschossen habe. Die Raketen seien von einem Langstreckenbomber des Typs Tu-95 über dem Kaspischen Meer abgefeuert worden. Trotz des Abschusses seien ein militärisches Objekt und zwei Wohnhäuser in Odessa beschädigt worden, hieß es.

+++ Stadtvertreter: Russische Truppen in Mariupol verhindern Evakuierung +++

Ein neuer Versuch zur Evakuierung von Zivilisten aus der südukrainischen Hafenstadt Mariupol ist nach Angaben eines Vertreters der Stadtverwaltung von den russischen Truppen durchkreuzt worden. 200 Einwohner hätten sich am Samstag versammelt, um aus der seit Wochen heftig umkämpften Stadt weggebracht zu werden, doch hätten russische Soldaten die Menge "auseinandergetrieben", teilte Vize-Bürgermeister Petro Andriuschtschenko im Onlinedienst Telegram mit.

Einige dieser Einwohner seien gezwungen worden, Busse zu besteigen, die sie in eine von den Russen kontrollierte Zone bringen sollte, fügte er hinzu.

Am Morgen hatte die ukrainische Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk einen neuen Evakuierungsversuch für die eingekesselten Zivilisten aus Mariupol angekündigt. Nach ihren Angaben sollten "Frauen, Kinder und Senioren" nach Saporischschja in Sicherheit gebracht werden. Bereits in der Vergangenheit waren jedoch mehrere Versuche, Fluchtkorridore für Einwohner aus Mariupol zu öffnen, gescheitert.

Das am Asowschen Meer gelegene Mariupol mit einst 450.000 Einwohnern gilt als strategisch äußerst bedeutsam. Während Moskau angibt, Mariupol "befreit" zu haben, bleibt die Hafenstadt laut Kiew umkämpft.

Die Kontrolle über die Hafenstadt am Asowschen Meer würde Russland helfen, eine direkte Landverbindung zwischen der annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim und den von den pro-russischen Separatisten im Donbass kontrollierten Gebieten herzustellen.

+++ Lettland: Russischsprachige protestieren in Riga gegen Ukraine-Krieg +++

Bei einer Protestaktion in Lettland haben am Samstag mehrere Hundert Menschen in der Hauptstadt Riga gegen den russischen Angriff auf die Ukraine protestiert. Unter dem Motto «Russische Stimme gegen den Krieg» versammelten sich Angehörige der großen russischsprachigen Minderheit in dem baltischen EU- und Nato-Land am Freiheitsdenkmal in der Innenstadt. Die Demonstranten hielten Plakate hoch, schwenkten ukrainische Fahnen und forderten ein sofortiges Ende des Krieges.

Mit dem Protest sollte nach Angaben der Organisatoren gezeigt werden, dass Russischsprachige in Lettland weder Russlands Angriff auf die Ukraine noch die russische Staatsführung unterstützen. Lettland mit seinen 1,9 Millionen Einwohnern grenzt an Russland und dessen Verbündeten Belarus. In dem baltischen EU- und Nato-Staat lebt eine starke russischsprachige Minderheit.

+++ Schröder: Bei russischem Gas-Stopp «würde ich zurücktreten» +++

Altkanzler Gerhard Schröder kann sich einen Rücktritt von seinen Posten für russische Energiekonzerne offensichtlich nur für einen Fall vorstellen: Wenn der russische Präsident Wladimir Putin Deutschland und der Europäischen Union das Gas abdreht. In einem am Samstag veröffentlichten Interview der «New York Times» sagt er, dass er zwar nicht mit einem solchen Szenario rechne: «Das wird nicht passieren.» Sollte es aber doch dazu kommen, «dann würde ich zurücktreten», fügt er hinzu, ohne explizit zu sagen, von welchen Posten.

Schröder ist Aufsichtsratschef beim staatlichen russischen Energieriesen Rosneft und war zuletzt auch für die Pipeline-Gesellschaften Nord Stream und Nord Stream 2 tätig. Er steht in Deutschland massiv in der Kritik, weil er sich trotz des russischen Angriffs auf die Ukraine nicht von seinen Posten trennt. Vier SPD-Verbände haben deswegen ein Parteiausschlussverfahren gegen Schröder beantragt.

Auch der russische Energieriese Gazprom hat Schröder Anfang Februar - kurz vor dem russischen Angriff auf die Ukraine - für einen Aufsichtsratsposten nominiert. Die Hauptversammlung ist für den 30. Juni geplant. Schröder ließ laut «New York Times» in dem Interview offen, ob er die Nominierung annehmen wird.

+++ Stahlwerk in Mariupol wieder unter Beschuss +++

Russische Truppen haben die Angriffe auf das Stahlwerk Azovstal in der Hafenstadt Mariupol nach ukrainischen Angaben wieder aufgenommen. «Der Feind versucht, den letzten Widerstand der Verteidiger von Mariupol zu ersticken», sagte Präsidentenberater Olexij Arestowytsch am Samstag in einer Videobotschaft. Eingesetzt würden Artillerie und Luftwaffe. Die ukrainischen Soldaten würden jedoch ihre Positionen halten und «sogar Gegenangriffe starten». Die Angaben sind nicht überprüfbar.

+++ Tote durch russische Angriffe - Ausgangssperre in Osternacht +++

Durch russische Artillerie- und Raketenangriffe sind in der Ukraine erneut mehrere Menschen getötet oder verletzt worden. Im ostukrainischen Gebiet Luhansk wurden in der Siedlung Solote am Samstag zwei Menschen getötet und zwei weitere verletzt, wie Gouverneur Serhij Hajdaj per Nachrichtendienst Telegram mitteilte.

Die umkämpften Städte Popasna, Rubischne und Sjewjerodonezk wurden heftig mit Artillerie beschossen und aus der Luft bombardiert, hieß es. Ständig würden Leitungen beschädigt, wodurch die Versorgung der verbliebenen Bevölkerung vor allem mit Wasser fraglich sei. Aus den genannten Städten konnten mehr als 110 Menschen evakuiert werden.

Im benachbarten Gebiet Donezk wurden der Gebietsverwaltung zufolge am Freitag drei Menschen getötet und sieben verletzt. Im Charkiwer Gebiet hat Gouverneur Oleh Synjehubow am Morgen über 2 Tote und 19 Verletzte infolge von 56 Angriffen innerhalb der vergangenen 24 Stunden informiert. Den Behörden nach wurden im südukrainischen Gebiet Mykolajiw acht Menschen durch Beschuss verletzt.

Angriffe wurden am Samstag auch für die Gebiete Dnipropetrowsk und Odessa gemeldet. Über Odessa sollen mindestens sechs russische Raketen abgeschossen worden sein. Ein Wohnhaus wurde beschädigt, nach zunächst unbestätigten Berichten sollen mindestens drei Menschen getötet worden sein.

Aufgrund der angespannten Situation ist für die orthodoxe Osternacht auf diesen Sonntag die Ausgangssperre in sechs Gebieten verschärft worden. Zwischen 19.00 und 5.00 Uhr Ortszeit (18.00 bis 4.00 Uhr MESZ) ist ein Ausgang in den Gebieten Donezk, Luhansk, Mykolajiw, Saporischschja, Cherson und Charkiw verboten. In den übrigen Gebieten gilt das Verbot von 23.00 bis 5.00 Uhr Ortszeit. Zwei zentrale Gottesdienste werden im Fernsehen übertragen.

+++ Fast 5,2 Millionen Menschen seit Kriegsbeginn aus Ukraine geflohen +++

Seit Beginn des Ukraine-Krieges vor zwei Monaten sind fast 5,2 Millionen Menschen aus dem Land geflohen. Bislang seien 5.163.686 Flüchtlinge registriert worden, gab das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Samstag bekannt. Im April haben demnach bisher etwas mehr als 1,1 Millionen Ukrainer ihr Land verlassen - im Vergleich zu 3,4 Millionen im März. Frauen und Kinder machen 90 Prozent der ins Ausland Geflüchteten aus.

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) der Vereinten Nationen sind seit der Invasion vom 24. Februar weitere 218.000 Bürger aus Drittländern - vor allem Studenten und Wanderarbeiter - in die Nachbarländer geflohen. Darüber hinaus schätzt die IOM, dass mehr als 7,7 Millionen Menschen innerhalb der Ukraine auf der Flucht sind.

Die meisten Menschen flohen nach Polen: Fast sechs von zehn ukrainischen Flüchtlingen - bisher 2,8 Millionen - reisten in das Nachbarland aus. Viele von ihnen sind mittlerweile in andere Staaten des europäischen Schengen-Raums gelangt.

+++ Russland wirft USA geplante Provokation mit ABC-Waffen in Ukraine vor +++

Die russische Führung beschuldigt die USA einer geplanten Provokation, um Russland den Einsatz von Massenvernichtungswaffen in der Ukraine unterzuschieben. «Die Inszenierung eines Einsatzes von Massenvernichtungswaffen dient dazu, Russland der Nutzung verbotener Waffen zu bezichtigen, um anschließend das sogenannte "syrische Szenario" zu verwirklichen, bei dem der betreffende Staat wirtschaftlich und politisch isoliert und zudem aus internationalen Organisationen, wie dem UN-Sicherheitsrat ausgeschlossen wird», sagte der Chef der ABC-Schutztruppen, Igor Kirillow am Samstag.

Schon in den vergangenen Wochen hätten die Anführer westlicher Staaten regelmäßig mit Aussagen provoziert, dass Russland in der Ukraine den Einsatz einer taktischen Atombombe, von Chemie- und Biowaffen plane. Ziel sei es, den Druck auf Russlands Verbündete Indien und China zu erhöhen, damit diese sich den Sanktionen anschlössen, behauptete Kirillow.

Ukrainischer Panzer. (Bild: Reuters)
Ukrainischer Panzer. (Bild: Reuters)

+++ «Stop Putin» - 250 Menschen in Düsseldorf für Ukraine auf der Straße +++

Gegen den Krieg in der Ukraine hat am Samstag in Düsseldorf die Organisation «Freies Russland NRW» mit rund 250 Demonstranten protestiert. Bei der Kundgebung in der Innenstadt hielten die Teilnehmer, darunter viele Frauen und Kinder, Transparente in mehreren Sprachen hoch und zeigten Luftballons in den ukrainischen Nationalfarben blau und gelb. «Stop War» und «Verbot für russische Staatspropaganda» oder «Stop Putin» stand auf den Bannern. In englischer Sprache wurde gefordert: «Waffen für Ukraine» (Weapons for Ukraine) und «Hände weg von der Ukraine» (Hands off Ukraine). Die Polizei sprach von einem friedlichen Verlauf der Kundgebung mit anschließend geplantem kurzen Umzug.

+++ Wüst wirft Kanzler Scholz «Zauderkurs» gegenüber Russland vor +++

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) einen «Zauderkurs» bei Sanktionen gegen Russland und Waffenlieferungen an die Ukraine vorgeworfen. «In dieser Situation kann man nur eng abgestimmt mit unseren westlichen Bündnispartnern agieren», sagte der CDU-Spitzenkandidat am Samstag beim zentralen Wahlkampfauftakt der NRW-CDU zur Landtagswahl. Die Bundesregierung aber tue das Gegenteil.

Bei der umstrittenen Gaspipeline Nord Stream 2 von Russland nach Deutschland, den Sanktionen gegen Moskau und der militärischen Unterstützung der Ukraine habe die Ampel-Regierung immer lange gezögert. «Noch nie war Deutschland so teilnahmslos und isoliert in Europa wie heute», sagte Wüst. «Der Zauderkurs des Kanzlers der SPD ist ein schlimmer Irrweg.»

Jeder könne sehen, dass die SPD offenkundig ein «Putin-Problem» habe, sagte Wüst auch mit Blick auf Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Sie steht wegen des Baus der Ostsee-Gasleitung stark unter Druck. Kritiker werfen Schwesig ein lange russlandfreundliches Agieren vor. Das Russland-Problem der SPD ziehe sich bis nach NRW, wo SPD-Oppositionsführer Thomas Kutschaty Schwesig verteidigt habe, sagte Wüst.

+++ Mariupol: Russische Armee nimmt Angriffe auf Azovstal wieder auf +++

Russische Truppen haben die Angriffe auf das Stahlwerk Azovstal in der Hafenstadt Mariupol nach ukrainischen Angaben wieder aufgenommen. «Der Feind versucht, den letzten Widerstand der Verteidiger von Mariupol zu ersticken», sagte Präsidentenberater Olexij Arestowytsch am Samstag in einer Videobotschaft. Eingesetzt würden Artillerie und Luftwaffe. Die ukrainischen Soldaten würden jedoch ihre Positionen halten und «sogar Gegenangriffe starten». Die Angaben sind nicht überprüfbar.

Um 12.00 Uhr Ortszeit (11.00 Uhr MESZ) sollte eine Waffenruhe für die Evakuierung von verbliebenen Zivilisten aus der weitgehend zerstörten Stadt mit einst 440 000 Einwohnern einsetzen. Dazu gab es zunächst keine Informationen.

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte am Donnerstag angeordnet, keinen Sturm der aus dem Kalten Krieg stammenden Bunkeranlagen vorzunehmen. Damit sollten eigene Verluste vermieden werden. Zuvor war die Hafenstadt am Asowschen Meer als erobert deklariert worden.

Mariupol war kurz nach dem Beginn des russischen Angriffskrieges vor zwei Monaten von russischen Truppen komplett eingeschlossen worden. Kiew schätzt, dass infolge der Kämpfe mehr als 20 000 Menschen getötet wurden. Satellitenbilder zeigten Orte möglicher Massengräber.

+++ Russland nimmt neue Interkontintalrakete Sarmat ab Herbst in Dienst +++

Die russischen Streitkräfte haben angekündigt, ihre neue Interkontinentalrakete Sarmat ab Herbst in Dienst zu stellen. Es gehe jetzt darum, die Raketentests zu einem vernünftigen Abschluss zu bringen, die Reichweiten zu regulieren und die Sarmat (Nato-Codename: SS-X-30 Satan 2) dann dem Militär zu übergeben, sagte der Chef der Raumfahrtbehörde Roskosmos, Dmitri Rogosin, am Samstag in einem Fernsehinterview. «Wir planen das nicht später als im Herbst», fügte er hinzu.

Am Mittwoch hatte Russland auf dem nordrussischen Weltraumbahnhof Plessetzk einen Testabschuss mit der Interkontinentalrakete durchgeführt. Präsident Wladimir Putin nutzte vor dem Hintergrund des Kriegs gegen die Ukraine den Raketenstart zu Drohungen gegen den Westen. Die Waffe könne alle Arten der Raketenabwehr überwinden und zwinge «jene zum Nachdenken, die im Feuereifer einer abgebrühten, aggressiven Rhetorik versuchen, unser Land zu bedrohen», sagte er.

Die Sarmat hat eine Reichweite von 18 000 Kilometern und ist mit atomaren Sprengköpfen bestückbar. Damit kann Russland sowohl über den Nord- als auch über den Südpol angreifen und Ziele weltweit erreichen. Die ersten Einheiten sollen im sibirischen Großbezirk Krasnojarsk stationiert werden.

+++ Lettlands Botschafter kehrt nach Kiew zurück +++

Gut acht Wochen nach Beginn des Krieges in der Ukraine ist Lettlands Botschafter Ilgvars Klava wieder nach Kiew zurückgekehrt. Der diplomatische Vertreter des baltischen EU- und Nato-Landes hat wieder seine Arbeit in der ukrainischen Hauptstadt aufgenommen. Dies teilte der lettische Außenminister Edgars Rinkevics am Freitagabend auf Twitter mit.

Lettlands Botschafter und das Botschaftspersonal hatten Kiew wie viele Diplomaten anderer Länder mit Kriegsausbruch verlassen. Nach ihrer zwischenzeitlichen Verlegung nach Lwiw öffnete die lettische Vertretung am 7. April wieder ihre Türen in der Hauptstadt. Der Botschafter blieb zunächst aber noch zu Konsultationen in Riga.

+++ Russland meldet Flugzeugabschuss und Vernichtung von Munitionsdepots +++

Die russischen Streitkräfte haben eigenen Angaben nach mehr als 20 Munitionsdepots der Ukraine zerstört. Luftgestützte Raketen und die taktische Luftwaffe hätten jeweils 3 Depots vernichtet, die Raketenstreitkräfte weitere 16 Munitionslager, teilte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Samstag mit. Unabhängig lassen sich die Berichte nicht überprüfen.

«Die russischen Luftabwehrsysteme haben im Bereich Nowa Dmytriwka im Gebiet Charkiw ein ukrainisches Flugzeug vom Typ Su-25 abgeschossen. Darüber hinaus wurden im Laufe der Nacht 15 ukrainische Drohnen vernichtet, darunter eine Bayraktar TB-2 über der Ortschaft Nowa Sorja im Gebiet Mykolajiw», erklärte Konaschenkow zudem.

+++ Ukraine spricht von russischen Angriffen auf ganzer Front bei Donezk +++

Die russischen Truppen haben ihre Angriffsbemühungen nach ukrainischen Angaben im Donbass-Gebiet verstärkt. «In Richtung Donezk führt der Feind Angriffshandlungen entlang der gesamten Frontlinie durch», teilte der ukrainische Generalstab in seinem Lagebericht am Samstagmorgen mit. Die stärksten russischen Angriffe zielen demnach auf die Großstadt Sjewjerodonezk im Gebiet Luhansk. Daneben berichtet der Generalstab von anhaltenden Sturmversuchen in Rubischne, Popasna und Marjinka. Die Angriffe seien abgewehrt worden.

+++ Russische Truppen setzen sich im Osten fest +++

Ukrainischen Angaben zufolge haben russische Einheiten etwa in der Kleinstadt Losowa, einem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt in der Region Charkiw im Osten des Landes, Fuß gefasst, wie der der ukrainische Generalstab in seinem Bericht am Freitagabend mitteilte.

In den Gebieten Selena Dolyna in der Region Donezk und dem etwa 40 Kilometer östlich liegenden, vor wenigen Tagen eroberten Krimenna in der Region Luhansk, bauten russische Truppen ihre Positionen aus und bereiteten sich auf weitere Vorstöße vor. Auch in dem Ort Stepne in der Region Donezk hätten sie Fuß fassen können.

+++ Selenskyj ruft Ukrainer zu Widerstand gegen Russland auf +++

Der ukrainische Präsident rief die Bürger seines Landes zum Widerstand gegen den russischen Angriffskrieg auf. «Jeder muss sich bei jeder Gelegenheit gegen die Besetzung wehren», sagte Selenskyj in seiner allabendlichen Videobotschaft in der Nacht zum Samstag. Die Menschen sollten nicht mit den Russen kooperieren. Jene, die in von russischen Einheiten kontrollierten Gebieten lebten, sollten diesen «so viele Probleme wie möglich machen.»

Der ukrainische Präsident Volodymyr Selenskiy sauf einer Pressekonferenz. (Bild: Reuters)
Der ukrainische Präsident Volodymyr Selenskiy sauf einer Pressekonferenz. (Bild: Reuters)

+++ Selenskyj: Moskau soll sich um Russischsprachige in Russland kümmern +++

Selenskyj reagierte auch auf Russlands Konkretisierung seiner Kriegsziele. Das Gebiet, in dem Russland sich um die Rechte der Russischsprachigen kümmern sollte, «ist Russland selbst», sagte er. Dort gebe es keine Meinungsfreiheit, es gedeihe Armut.

Am Freitag hatte ein russischer hochrangiger Militär gesagt, in der zweiten Phase des Krieges in der Ukraine wolle man den Donbass im Osten sowie den Süden des Landes einnehmen und da sei noch ein Zugang zu Transnistrien, wo auch eine «Unterdrückung der russischsprachigen Bevölkerung» festgestellt werde. Russland begründet mit dieser Argumentation auch seinen Angriffskrieg in der Ukraine. In der von der Republik Moldau abtrünnigen Region Transnistrien sind russische Truppen stationiert.

Die Aussagen aus Russland bestätigten zudem, was er bereits mehrmals gesagt habe: «Dass die russische Invasion in die Ukraine nur der Anfang sein sollte und sie danach andere Länder einnehmen wollen.»

+++ Ukraine: Möglicher Fluchtkorridor aus Mariupol am Samstag +++

Ukrainischen Angaben zufolge könnte am Samstag eine Evakuierung aus der stark zerstörten ukrainischen Hafenstadt Mariupol stattfinden. Das teilte die Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk am späten Freitagabend auf Facebook mit. Sie schrieb weiter, dass Fluchtkorridore aus der Stadt bereits mehrmals gescheitert seien und dass sie verstehe, wie schwer dies für die Menschen sei. «Sie und ich müssen es aber so oft versuchen, bis es klappt.»

+++ London: Änderung der russischen Taktik dürfte noch dauern +++

Eine Ankündigung des russischen Verteidigungsministers Sergej Schoigu, nicht näher bestimmte «neue Methoden der Kriegsführung» einzusetzen, ist nach britischer Einschätzung ein stillschweigendes Eingeständnis, dass Russland in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine nicht vorankommt wie geplant. Dennoch werde es eine Weile dauern, die Taktiken anzupassen und zu verbessern, teilte das britische Verteidigungsministerium am Freitagabend unter Berufung auf Geheimdienstinformationen mit. Das gelte besonders für den landbasierten Manöverkrieg.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres will Russland und die Ukraine besuchen und beide Präsidenten treffen. (Bild: Reuters)
UN-Generalsekretär Antonio Guterres will Russland und die Ukraine besuchen und beide Präsidenten treffen. (Bild: Reuters)

+++ UN-Generalsekretär trifft Putin und Selenskyj +++

Rund zwei Monate nach Beginn der russischen Invasion in die Ukraine will UN-Generalsekretär António Guterres kommende Woche Russland und die Ukraine besuchen. Nach einem Empfang durch Russlands Präsident Putin am Dienstag in Moskau wird Guterres in die Ukraine weiterreisen und dort am Donnerstag unter anderem Präsident Selenskyj treffen, wie die Vereinten Nationen am Freitag (Ortszeit) in New York mitteilten. Der UN-Chef hatte zuvor um die Treffen gebeten, um im Ringen um eine Waffenruhe in dem Konflikt zu vermitteln. Die Reise nach Moskau dürfte eine der wichtigsten in Guterres' Zeit als UN-Generalsekretär werden.

+++ Medwedew: Europa «überlebt keine Woche» ohne russisches Gas +++

Der russische Ex-Präsident Dmitri Medwedew hat auf eine Leitlinie der EU-Kommission reagiert, wonach es scheine, dass EU-Unternehmen russisches Gas ohne Sanktionsverstoß bezahlen könnten. Man schätze die «Konsequenz und Prinzipientreue der europäischen Partner», schrieb Medwedew in der Nacht zum Samstag auf Telegram und fügte einen lachenden Smiley und ein Clown-Emoji hinzu. Vor allem, wenn man bedenke, dass nach aktuellen Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF) Europa höchstens sechs Monate ohne russisches Gas auskomme. «Aber ernsthaft, sie werden keine Woche überleben.»

+++ Satellitenbilder sollen mögliche weitere Gräber bei Mariupol zeigen +++

Unweit der von russischen Truppen belagerten südostukrainischen Hafenstadt Mariupol deuten Satellitenbilder auf ein mögliches weiteres Massengrab hin. «Dieses Mal im linksufrigen Stadtbezirk beim Friedhof von Wynohradne», teilte der Stadtratsabgeordnete Petro Andrjuschtschenko am Freitag bei Telegram mit. Die Besatzungskräfte würden so versuchen, Kriegsverbrechen zu verschleiern. Die vom US-Satellitenfotodienst Maxar verbreiteten Aufnahmen aus dem Zeitraum vom 22. März bis 15. April sollen einen Friedhof bei Wynohradne vor, während und nach einer Erweiterung der Gräber zeigen. Die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.

Gräber in Mariupol. (Bild: Reuters)
Gräber in Mariupol. (Bild: Reuters)

+++ Russland nennt Opferzahl auf untergegangenem Raketenkreuzers «Moskwa» +++

Eine Woche nach dem Untergang des Kriegsschiffs «Moskwa» hat die russische Führung ein Todesopfer eingeräumt, 27 Matrosen würden vermisst. «Im Kampf um das Überleben des Schiffs ist ein Soldat ums Leben gekommen, weitere 27 Besatzungsmitglieder sind verschollen», teilte das Verteidigungsministerium am Freitag laut der Nachrichtenagentur Interfax mit. Über Verletzte gab es keine Angaben. Kremlkritische Medien hatten nach Gesprächen mit Angehörigen von eine deutlich größeren Anzahl an Toten und Vermissten gesprochen.

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