Ukraine-Krieg: Die aktuellen Entwicklungen

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Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine herrscht in dem Land Krieg. Hier gibt's die aktuellen Entwicklungen.

Ukraine-Krieg: Die aktuellen Entwicklungen. (Symbolbild: Getty)
Ukraine-Krieg: Die aktuellen Entwicklungen. (Symbolbild: Getty)

Unser Liveticker ist für heute beendet. Hier finden Sie die wichtigsten News des Tages zum Nachlesen.

  • Kreml nach 100 Tagen Krieg in Ukraine: Alle Ziele werden erfüllt

  • Afrikanische Union: Putin bereit zu Getreideexport nach Afrika

  • Ukrainischer Minister: 370 kulturelle Stätten durch Krieg zerstört

  • Mariupol: Vertriebener Bürgermeister beklagt Geiselnahme von Bürgern

  • Neue EU-Sanktionen gegen Russland in Kraft

  • UN-Menschenrechtsexperten ermitteln ab nächster Woche in der Ukraine

  • Getreidelieferungen Hauptthema bei Moskaus diplomatischen Bemühungen

  • Ukrainischer Botschafter dringt auf schnellere Waffenlieferungen

  • Bundestagspräsidentin: Bundestag steht fest an der Seite der Ukraine

+++ Kreml nach 100 Tagen Krieg in Ukraine: Alle Ziele werden erfüllt +++

100 Tage nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat der Kreml die Fortsetzung der «militärischen Spezialoperation» bis zum Erreichen aller Ziele betont. Es seien bereits einige Ergebnisse erzielt worden, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge. Als ein Ziel gilt die komplette Kontrolle über die ukrainischen Gebiete Luhansk und Donezk.

«Diese Arbeit wird fortgesetzt werden bis zu dem Moment, an dem alle Ziele der militärischen Operation erreicht sind», so Peskow weiter. In der Ukraine betonten zahlreiche Politiker dagegen, Russland habe in den ersten 100 Kriegstagen nichts als Zerstörung und Tod gebracht. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Vortag erklärt, Russland halte aktuell rund 20 Prozent des ukrainischen Staatsgebiets besetzt.

+++ Afrikanische Union: Putin bereit zu Getreideexport nach Afrika +++

Russlands Präsident Wladimir Putin ist nach Angaben der Afrikanischen Union bereit, den Export von Getreide aus der Ukraine nach Afrika zu ermöglichen. Dies teilte der Präsident der Afrikanischen Union (AU), Macky Sall, nach einem Treffen mit Putin am, Freitag in Sotschi auf Twitter mit. Russland sei weiterhin bereit, den Export von Weizen und Düngemitteln auf den afrikanischen Kontinent zu gewährleisten.

Putin und der senegalesische Präsident Mack hatten sich getroffen, um über eine Freigabe aller Lebensmittelprodukte und eine Aufhebung der russische Ausfuhrblockade von Getreide zu sprechen.

+++ Ukrainischer Minister: 370 kulturelle Stätten durch Krieg zerstört +++

Russland hat es mit seinem Krieg gegen die Ukraine nach Ansicht des Kiewer Kulturministers Olexandr Tkatschenko auf die Auslöschung der Identität des Landes angelegt. Während der ersten 100 Tage der Invasion habe Russland 370 kulturelle Stätten zerstört, sagte Tkatschenko am Freitag in Kiew. Es seien Kulturdenkmäler, vor allem Kirchen, aber auch Exponate zu Schaden gekommen.

«Kultur ist Identität», sagte der Minister. Deshalb gehe es Russland darum, die identitätsstiftende ukrainische Kultur zu vernichten. Die Ukraine habe eine große Kultur und werde sie auch international stärker fördern. «Wir können die russische Kultur, die Moskau als Waffe sieht, im Ausland und überall durch unsere eigene Kultur ersetzen», meinte Tkatschenko.

+++ Mariupol: Vertriebener Bürgermeister beklagt Geiselnahme von Bürgern +++

Nach der russischen Einnahme der Hafenstadt Mariupol im Südosten der Ukraine hat der vertriebene Bürgermeister Wadym Boitschenko der Führung in Moskau eine Geiselnahme der dort verbliebenen Menschen vorgeworfen. Es seien noch etwa 100.000 Einwohner in Mariupol. «Sie werden dort festgehalten von den russischen Truppen und praktisch als menschliche Schutzschilde benutzt», sagte Boitschenko am Freitag in Kiew. Die Einwohner könnten nicht auf von der Ukraine kontrolliertes Gebiet fliehen. Vielmehr wollten die Russen die Zivilisten in der Stadt behalten, um der Ukraine eine Befreiungsoffensive zu erschweren.

+++ Neue EU-Sanktionen gegen Russland in Kraft +++

Das sechste EU-Sanktionspaket samt weitreichendem Öl-Embargo gegen Russland ist in Kraft. Die Rechtstexte wurden am Nachmittag im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. Das Paket umfasst neben dem wirtschaftlich besonders relevanten Öl-Boykott unter anderem den Ausschluss der größten russischen Bank, der Sberbank, aus dem Finanzkommunikationsnetzwerk Swift sowie das Verbot mehrerer russischer Nachrichtensender in der EU. Zudem landen Dutzende Personen und Organisation wegen Unterstützung des russischen Kriegs gegen die Ukraine auf der Sanktionsliste.

+++ Europäische Staaten behandeln 500 Patienten aus der Ukraine +++

Rund 500 ukrainische Patienten sind bislang für dringende Behandlungen über das EU-Katastrophenschutzverfahren in europäische Krankenhäuser verlegt worden. Zu den wichtigsten Aufnahmeländer zählen neben Deutschland auch Belgien, Frankreich, Irland, Italien, die Niederlande, Norwegen und Spanien, wie die EU-Kommission am Freitag mitteilte. Da die Krankenhäuser in der Ukraine und den Nachbarländern wegen des russischen Kriegs zunehmend unter Druck stünden, müssten bestimmte Behandlungen organisiert werden, etwa für Patienten mit chronischen Krankheiten oder im Krieg Verletzte, sagte der für Krisenmanagement zuständige EU-Kommissar Janez Lenarcic.

+++ UN-Menschenrechtsexperten ermitteln ab nächster Woche in der Ukraine +++

Eine Kommission der Vereinten Nationen wird nächste Woche Ermittlungen zu Kriegsverbrechen in der Ukraine aufnehmen. Die Menschenrechtsexperten werden vom 7. bis zum 16. Juni unter anderem Lwiw, Kiew, Charkiw und Sumy besuchen, um Überlebende, Zeugen und Vertriebene zu treffen, wie die Vereinten Nationen in Genf ankündigten.

Der Norweger Erik Møse, ein ehemaliger Präsident des Völkermord-Tribunals für Ruanda, leitet die Untersuchung im Auftrag des UN-Menschenrechtsrates in Genf. Die Ermittler sollen Beweise für Menschenrechtsverstöße und Kriegsverbrechen für die zukünftige Strafverfolgung der Täter sammeln.

+++ Getreidelieferungen Hauptthema bei Moskaus diplomatischen Bemühungen +++

Die blockierten Getreidelieferungen aus der von Russland angegriffenen Ukraine sind nach Angaben aus dem Kreml eins der wichtigsten Themen der diplomatischen Initiative Moskaus in den nächsten Tagen. Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigte laut der Nachrichtenagentur Interfax, dass das Thema sowohl beim Treffen von Präsident Wladimir Putin mit seinem Amtskollegen aus Senegal, Macky Sall, als auch bei der Türkei-Reise von Außenminister Sergej Lawrow ganz oben auf der Agenda stehe.

Putin, der im russischen Schwarzmeerkurort Sotschi Sall als Vorsitzenden der Afrikanischen Union empfängt, werde «ausreichende Erklärungen seiner Sicht auf die Situation mit dem ukrainischen Getreide geben» und «unseren afrikanischen Gästen und Freunden die faktische und reale Lage» darstellen, sagte Peskow.

Ein Arbeiter in einem Getreidesilo in Ägypten. Aktuell sind die ukrainischen Getreidelieferungen blockiert. (Bild: REUTERS/Mohamed Abd El Ghany)
Ein Arbeiter in einem Getreidesilo in Ägypten. Aktuell sind die ukrainischen Getreidelieferungen blockiert. (Bild: REUTERS/Mohamed Abd El Ghany)

+++ Innenminister wollen mehr tun gegen Desinformation +++

Unter dem Eindruck des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine wollen die Innenminister von Bund und Ländern zusätzliche Maßnahmen zur Abwehr von Desinformationskampagnen ergreifen. Die Minister kündigten zum Abschluss ihrer Frühjahrskonferenz in Würzburg einen «gemeinsamen Aktionsplan gegen Desinformation und für eine wehrhafte Demokratie» an. Zentral sei dabei der Aufbau eines Netzwerks, an dem alle relevanten Akteure von Bund, Ländern und Kommunen beteiligt werden. Auch um gemeinsam «gezielte und gesteuerte Desinformationskampagnen aufzudecken» und durch geeignete kommunikative Maßnahmen zu bekämpfen.

+++ UN: Ukraine-Krieg könnte global 1,4 Milliarden Menschen betreffen +++

Der Krieg in der Ukraine könnte laut den Vereinten Nationen massive globale Auswirkungen haben. Etwa 1,4 Milliarden Menschen könnten von Nahrungsmittelknappheit betroffen sein, wenn Exporte von Getreide aus der Ukraine und Dünger aus Russland weiter ausblieben, sagte Amin Awad, der UN-Krisenkoordinator für die Ukraine, bei einer Online-Pressekonferenz der Vereinten Nationen. Es sei deshalb unbedingt notwendig, dass die Handelsrouten über das Schwarze Meer nicht länger blockiert bleiben. «Wenn die Öffnung der Häfen scheitert, wird das Hunger, Destabilisierung und Massenmigration auf der ganzen Welt zur Folge haben», sagte Awad, der aus Kiew zugeschaltet war.

+++ Ukrainischer Botschafter dringt auf schnellere Waffenlieferungen +++

Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, hat erneut eine zügige Lieferung der von Deutschland zugesagten Waffen angemahnt. Er sei zufrieden mit der jüngsten Ankündigung von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), Waffen wie das Luftabwehrsystem Iris-T in die Ukraine zu schicken, sagte Melynk im ZDF-«Morgenmagazin». «Aber wenn wir ehrlich sind, 100 Tage Krieg, bis heute wurde noch kein einziges schweres Gerät in die Ukraine geliefert aus Deutschland.» Die ersten Waffen würden wahrscheinlich erst Ende Juni ankommen. «Sie sehen, wie brenzlich die Lage ist.»

Melnyk sagte, das erste Ziel der Ukraine sei es, die von Russland seit 100 Tagen besetzten Gebiete zurückzuerobern. Die Ukraine sehe, mit welcher Übermacht Russland den Angriffskrieg führe, ein Fünftel des ukrainischen Territoriums sei besetzt. Es bleibe auch Ziel, die seit 2014 annektierte Krim zurückzuholen.

Ruslan Stefantschuk (r.), Präsident des ukrainischen Parlaments
Ruslan Stefantschuk (r.), Präsident des ukrainischen Parlaments zu Gast im Bundestag. (Bild: Britta Pedersen/dpa)

+++ Bundestagspräsidentin: Bundestag steht fest an der Seite der Ukraine +++

Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) hat ihrem ukrainischen Amtskollegen Ruslan Stefantschuk weitere Unterstützung zugesichert. «Der Deutsche Bundestag steht fest an der Seite der Ukraine. Wir werden Ihr Land weiter humanitär und militärisch, finanziell und diplomatisch nach Kräften unterstützen», sagte Bas an Stefantschuk gerichtet, der als Gast im Parlament war.

Bas betonte, dass Stefantschuks erste Auslandsreise nach dem völkerrechtswidrigen Angriff Russlands ihn nach Deutschland führe. Bas: «Eine souveräne Ukraine gehört zu einem freiheitlich-demokratischen Europa. Ihr Land hat das Recht, selbstbestimmt über seinen Weg zu entscheiden - in Freiheit und Frieden.»

+++ Tschad ruft aufgrund mangelnder Getreidelieferungen Notstand aus +++

Der zentralafrikanische Tschad hat aufgrund mangelnder Getreidelieferungen im Zuge des Ukraine-Kriegs einen Ernährungsnotstand ausgerufen. Die Lebensmittelsituation habe sich seit Jahresanfang extrem verschlechtert - internationale humanitäre Hilfe sei dringend notwendig, teilte die Militärregierung mit. Nach Angaben der Vereinten Nationen werden 5,5 Millionen Menschen im Tschad - ein Drittel der Bevölkerung - dieses Jahr auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen sein.

Die Erklärung kam wenige Stunden bevor sich der Präsident der Afrikanischen Union Macky Sall mit dem russischen Präsidenten Vladimir Putin in Sotschi treffen will, um eine Aufhebung der Ausfuhrblockade für Getreide und Dünger zu fordern. Die Ukraine und Russland sind die größten Weizen-Exporteure weltweit. Afrikas 54 Länder importieren nach Angaben der Vereinten Nationen knapp die Hälfte ihres Weizens aus der Ukraine und Russland.

+++ London: Russland dürfte Luhansk-Region in wenigen Wochen einnehmen +++

Nach Einschätzung britischer Geheimdienste kontrolliert Russland mittlerweile mehr als 90 Prozent der Luhansk-Region in der Ukraine. Es sei wahrscheinlich, dass Moskau dort in den kommenden zwei Wochen vollständig die Kontrolle übernehme, hieß in einem Update des britischen Verteidigungsministeriums. Diese taktischen Fortschritte, die durch die Konzentration russischer Truppen in einer einzigen Region erreicht worden seien, hätten Moskau erhebliche Ressourcen gekostet, hieß es weiter. An allen anderen Fronten sei es den Russen nicht gelungen, Fortschritte zu machen. Dort seien sie stattdessen mittlerweile in der Defensive.

Die vergangene Nacht im Überblick

Seit nunmehr 100 Tagen tobt heute der von Russland entfesselte Angriffskrieg in der Ukraine. Präsident Wolodymyr Selenskyj zog bei mehreren Auftritten eine Art Bilanz des Krieges seit dem 24. Februar. Bei den Kämpfen im Osten würden täglich bis zu 100 ukrainische Soldaten getötet, sagte er in einer Videoschalte bei einer Sicherheitskonferenz in der slowakischen Hauptstadt Bratislava. «Und ein paar Hundert Menschen – 450, 500 Menschen - werden verletzt jeden Tag.» Ein Fünftel des ukrainischen Staatsgebietes sei derzeit von Russland besetzt, sagte er in einer Schalte in das luxemburgische Parlament.

Kremlchef Wladimir Putin hatte das Nachbarland angreifen lassen, um dessen Nato-Ambitionen zu stoppen. Die russische Kriegspropaganda behauptet, die Ukraine werde von Neonazis geführt, russischsprachige Menschen würden dort unterdrückt. Als ein Ziel wird immer wieder die komplette Eroberung der ostukrainischen Gebiete Luhansk und Donezk, des sogenannten Donbass, genannt. Das ist bisher nicht gelungen.

Schlacht um die östliche Großstadt Sjewjerodonezk

Trotz heftiger russischer Angriffe will sich die ukrainische Armee in dem Verwaltungszentrum Sjewjerodonezk nicht geschlagen geben. «Die Lage ist schwierig, aber sie ist besser als gestern. Und sie ist unter Kontrolle», sagte Vizegeneralstabschef Olexij Hromow am Donnerstag. Zuvor hatten ukrainischen Behörden mitgeteilt, die Großstadt sei größtenteils unter Kontrolle russischer Truppen.

Es gebe sehr blutige Straßenkämpfe in der Stadt, sagte Hromow. Sjewjerodonezk gilt als letzte ukrainische Hochburg in der Region Luhansk. Prorussische Truppen und das russische Militär stehen dort nach eigenen Angaben kurz vor der Machtübernahme. Der ukrainische Verwaltungschef von Luhansk, Serhij Hajdaj, berichtete aber ebenfalls von erfolgreichen Kommandoaktionen der Verteidiger in der Stadt. Präsidentenberater Olexij Arestowytsch sprach sogar davon, die ukrainische Armee habe die Russen in Sjewjerodonezk in eine Falle gelockt. Überprüfbar waren diese Angaben nicht.

Nach Berichten beider Seiten haben sich Zivilisten in Bunkern unter der Chemiefabrik Asot (Stickstoff) in der Stadt versteckt, Hajdaj sprach von etwa 800 Menschen. «Das sind Einheimische, die gebeten wurden, die Stadt zu verlassen, die sich aber geweigert haben. Auch Kinder sind dort, aber nicht sehr viele», sagte er dem US-Sender CNN.

Die Bilanz zum 100. Kriegstag

Die russischen Truppen seien in 3620 Ortschaften der Ukraine einmarschiert, 1017 davon seien wieder befreit worden, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj. «Weitere 2603 werden noch befreit werden.» Zwölf Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer seien im Land auf der Flucht; fünf Millionen im Ausland. Russland habe über 30 000 Soldaten verloren, behauptete Selenskyj. Auch westliche Experten vermuten zwar schwere russische Verluste, halten die Kiewer Zahlen aber für zu hoch.

«Unser Widerstand ist nach all den Monaten ungebrochen. Der Feind hat seine selbstgesteckten Ziele nicht erreicht», sagte die Vizeverteidigungsministerin Hanna Maljar. «Wir sind bereit für einen Langzeitkrieg.» Sie lobte, dass die «Dynamik der Waffenlieferungen» aus dem Westen an Fahrt aufnehme. Aus Sicherheitsgründen machte sie keine Angaben zum Zeitpunkt und Ort der Lieferungen. Die Ukraine will mit den schweren Waffen unter anderem aus den USA und aus Deutschland den Vormarsch der russischen Truppen aufhalten und besetzte Städte befreien. Selenskyj dankte vor allem für die Zusage der USA, hochmoderne Mehrfachraketenwerfer vom Typ Himars zu schicken.

Wird der Krieg noch lange dauern?

Gab es in den ersten Kriegswochen noch Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew, liegen diese spätestens seit den Gräueltaten an der Zivilbevölkerung in Butscha und anderen Orten bei Kiew auf Eis. Selenskyj will erst wieder verhandeln, wenn Russland sich auf die Grenzen vom 23. Februar zurückzieht.

«Kriege sind von Natur aus unberechenbar», sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg nach einem Treffen mit US-Präsident Joe Biden und dessen Nationalem Sicherheitsberater Jake Sullivan in Washington. «Deshalb müssen wir uns einfach auf eine lange Strecke einstellen.» Der Konflikt sei zu einem Zermürbungskrieg geworden, in dem beide Seiten einen hohen Preis auf dem Schlachtfeld zahlten. Die meisten Kriege endeten am Verhandlungstisch. Das werde vermutlich auch in diesem Fall passieren, sagte Stoltenberg. Aufgabe der Nato-Verbündeten sei es, die Ukraine zu unterstützen, um den bestmöglichen Ausgang für das Land zu erreichen.

Außenministerin Annalena Baerbock
Außenministerin Annalena Baerbock sicherte heute der Ukraine Solidarität und weitere Waffen zu. (Bild: Tobias Schwarz/Pool via REUTERS)

Baerbock sagt Kiew Solidarität zu

Deutschland ist in den Kriegswochen von der Ukraine, aber auch von europäischen Verbündeten immer wieder kritisiert worden, weil es aus deren Sicht zu zögerlich Hilfe leistet. Außenministerin Annalena Baerbock sicherte heute der Ukraine Solidarität und weitere Waffen zu. In einem Gastbeitrag für «Bild» schrieb die Grünen-Politikerin: «Wir werden der Ukraine weiter beistehen. So lange, bis es keine weiteren Butschas mehr gibt. Damit auch für die Menschen in der Ukraine das wieder normal ist, was für uns eine solche Selbstverständlichkeit ist: Ein Leben in Freiheit.» Frieden gebe es nicht umsonst. «Aber jeder Cent unserer Ausgaben ist eine Investition in Sicherheit und Freiheit, in die Freiheit Europas.» Solange die Ukraine nicht sicher sei, sei auch Europa nicht sicher.

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