Ukraine-Krieg: Die Entwicklungen am Mittwoch

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Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine herrscht in dem Land Krieg. Hier gibt's die aktuellen Entwicklungen.

Krieg in der Ukraine. (Bild: Getty Images)
Krieg in der Ukraine. (Bild: Getty Images)

In unserem Nachrichtenticker können Sie die wichtigsten News des Tages zum Krieg in der Ukraine nachlesen.

  • Russland bestätigt Angriff auf Westukraine: Westliche Waffen zerstört

  • Kritik aus Union und FDP an Schröder-Aussagen zum Ukraine-Krieg

  • Kiew: Kämpfe um Bachmut in Ostukraine halten an

  • Lawrow: Kein Gesprächsangebot aus USA zu Atomwaffen-Kontrollvertrag

  • Schröder sieht keinen Grund für Distanzierung von Putin

  • Scholz: Gas-Turbine kann jederzeit geliefert werden

Die aktuelle News-Lage im Livestream:

+++ Russland bestätigt Angriff auf Westukraine: Westliche Waffen zerstört +++

Russlands Militär hat einen Raketenangriff auf die westukrainische Region Lwiw (Lemberg) bestätigt - und ihn mit der Zerstörung westlicher Waffen begründet. Es sei ein Lager mit Waffen und Munition zerstört worden, die Polen an die Ukraine geliefert habe, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow.

Zuvor hatten am Dienstagabend bereits ukrainische Behörden über Explosionen im Grenzgebiet zu ihrem Nato-Nachbarn Polen berichtet. Eine russische Rakete sei in eine ukrainische Militäreinrichtung im Kreis Tscherwonohrad eingeschlagen, hieß es. Russland bestätigte auch einen Angriff auf die südliche Region Mykolajiw. Dabei seien mehr als 50 ukrainische Kämpfer getötet worden, sagte Konaschenkow. Das ließ sich nicht unabhängig überprüfen.

+++ Moskau: Bereits 27 Mal Gefangene und Tote mit Kiew ausgetauscht +++

Moskau (dpa) - Während eine Friedenslösung in der Ukraine nicht in Sicht ist, funktioniert aus Moskaus Sicht zumindest der Austausch von Gefangenen. «Unter Beteiligung des Roten Kreuzes ist es gelungen, den Dialog mit Kiew über den Austausch von Gefangenen und von toten Soldaten zu organisieren. Bisher wurden 27 solcher Operationen durchgeführt», sagte der stellvertretende russische Verteidigungsminister Alexander Fomin am Mittwoch bei einem Briefing mit ausländischen Militärattachés der Agentur Interfax zufolge. Der größte einzelne Austausch fand Ende Juni statt, als von jeder Seite 144 Kriegsgefangene ausgetauscht wurden.

Die Verhandlungen über den Gefangenenaustausch sind nach dem Abbruch der Gespräche über eine Friedenslösung in der Ukraine einer der letzten diplomatischen Kanäle zwischen Moskau und Kiew. Es gab zuletzt mehrfach Vorschläge, diese Kontakte zur Neuaufnahme vollwertiger Friedensverhandlungen zu nutzen.

+++ Kritik aus Union und FDP an Schröder-Aussagen zum Ukraine-Krieg +++

Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder steht aufgrund seiner Äußerungen zum Ukraine-Krieg erneut in der Kritik. Das SPD-Mitglied hatte sich am Mittwoch in einem Interview mit dem Magazin «Stern» und dem Sender «RTL/ntv» für eine Verhandlungslösung mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ausgesprochen.

Gerhard Schröder (Bild: REUTERS/Maxim Shemetov)
Gerhard Schröder (Bild: REUTERS/Maxim Shemetov)

Der russische Außenminister Sergej Lawrow habe gerade erst erklärt, die «Ukraine von der Landkarte verschwinden zu lassen», sagte Unionsfraktionsvize Thorsten Frei der «Rheinischen Post» (Donnerstag). Diesen «Realitäten» müsse man stellen und nicht «den Fantasien eines Mannes folgen, der seine persönlichen finanziellen Interessen über die Interessen seines Landes stellt», sagt der CDU-Politiker über Schröder.

Auch die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, kritisierte Schröders Aussage. «Wenn er sagt, dass Putin eine Lösung will», dann könne sie bereits sagen, wie die Lösung auszusehen habe: «Nämlich, Putin will die Ostukraine», sagte die FDP-Politikerin im «Frühstart von RTL/ntv.

+++ Polens Außenminister: OSZE bleibt in Ukraine aktiv +++

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) will unter Umgehung eines russischen Vetos in der Ukraine aktiv bleiben. Das sagte der amtierende OSZE-Vorsitzende, Polens Außenminister Zbigniew Rau, am Mittwoch in der Stadt Rzeszow nach seiner Rückkehr aus Kiew. In der ukrainischen Hauptstadt hatten Rau und OSZE-Generalsekretärin Helga Maria Schmid am Vortag Gespräche geführt. Mit der ukrainischen Seite sei beschlossen worden, «die OSZE-Präsenz in Kiew fortzusetzen», sagte Rau der Nachrichtenagentur PAP zufolge. «Die OSZE-Flagge wird über Kiew wehen.»

+++ Frankreichs Parlament stimmt Nato-Beitritt Schwedens und Finnlands zu +++

Das französische Parlament hat einem Beitritt von Schweden und Finnland zur Nato zugestimmt. Wie die Nationalversammlung mitteilte, stimmten 209 Abgeordnete in der Nacht für einen entsprechenden Gesetzesentwurf, 46 Abgeordnete votierten dagegen. Das Gesetz ist einer Parlamentssprecherin zufolge die Grundlage für eine Ratifizierung des Beitritts durch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Der Senat als zweite Parlamentskammer hatte bereits vor zwei Wochen zugestimmt.

+++ Kiew: Kämpfe um Bachmut in Ostukraine halten an +++

Im ostukrainischen Gebiet Donezk dauern die Kämpfe um die Stadt Bachmut an. Der Feind konzentriere seine Hauptanstrengung in Richtung dieser Stadt, teilte der ukrainische Generalstab mit. Es habe Artilleriebeschuss auf Siedlungen etwa südlich von Bachmut gegeben, «um unsere Einheiten zurückzudrängen». Russische Angriffe seien aber zum Teil abgewehrt worden, hieß es. Diese Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

+++ Unter Sanktionsdruck: Russischer Lada-Hersteller will Stellen abbauen +++

Vor dem Hintergrund weitreichender westlicher Sanktionen will der russische Lada-Hersteller Avtovaz einen seiner Standorte verkleinern. In der Stadt Ischewsk rund 1000 Kilometer östlich von Moskau werde Beschäftigten, die das Unternehmen freiwillig verließen, eine Abfindung in Höhe von zwölf Mindest- oder fünf Durchschnittslöhnen angeboten, meldeten mehrere russische Nachrichtenagenturen übereinstimmend unter Berufung auf das Unternehmen.

Alternativ werde den Mitarbeitern in Ischewsk auch eine Stelle bei einem anderen Arbeitgeber in der Region in Aussicht gestellt. Avtovaz betonte zugleich, keine Massenentlassungen anzustreben.

+++ Lawrow: Kein Gesprächsangebot aus USA zu Atomwaffen-Kontrollvertrag +++

Die USA haben nach Darstellung des russischen Außenministers Sergej Lawrow noch keine neuen Gespräche über eine nukleare Rüstungskontrolle angeboten. «Sie haben nicht einmal vorgeschlagen, diese Gespräche wieder aufzunehmen», sagte Lawrow am Mittwoch bei einem Besuch in Myanmar der Staatsagentur Tass zufolge.

Es geht dabei um einen Ersatz für den Abrüstungsvertrag New Start, das einzig noch verbliebene große Abkommen zur Rüstungskontrolle zwischen den USA und Russland. Der Vertrag begrenzt die Atomwaffenarsenale beider Länder auf je 800 Trägersysteme und je 1550 einsatzbereite Sprengköpfe. Im Februar 2021 hatten sich Biden und Russlands Präsident Wladimir Putin auf eine Verlängerung von New Start geeinigt.

US-Präsident Joe Biden hatte hingegen erklärt, seine Regierung sei bereit, «zügig» über einen neuen Rahmen für die Rüstungskontrolle zu verhandeln, der den New-Start-Vertrag nach dessen Auslaufen im Jahr 2026 ersetzen soll. «Aber Verhandlungen erfordern einen willigen Partner, der in gutem Glauben handelt», hatte Biden betont. Und Russlands Krieg gegen die Ukraine stelle einen Angriff auf die Grundpfeiler der internationalen Ordnung dar.

+++ Scholz: Gas-Turbine kann jederzeit geliefert werden +++

Bundeskanzler Olaf Scholz hat Russland indirekt vorgeworfen, Vorwände für die ausbleibenden Gaslieferungen zu nutzen. Die Turbine für die Pipeline Nord Stream 1 sei jederzeit einsetzbar und könne geliefert werden, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch bei einem Besuch des Energietechnik-Konzerns Siemens Energy in Mülheim an der Ruhr. Dort ist die Maschine auf dem Weg von Kanada nach Russland zwischengelagert.

«Die Turbine ist da, sie kann geliefert werden, es muss nur Jemand sagen, ich möcht sie haben, dann ist sie ganz schnell da», betonte Scholz. Dem Gastransport durch Nord Stream 1 stehe dann nichts mehr im Weg. «Alle vorgebrachten technischen Gründe sind nicht auf einer Faktenbasis nachvollziehbar», sagte der Kanzler.

+++ Schröder sieht keinen Grund für Distanzierung von Putin +++

Altkanzler Gerhard Schröder sieht trotz des russischen Krieges gegen die Ukraine keinen Anlass, sich von Russlands Präsident Wladimir Putin zu distanzieren. «Ich habe mehrfach den Krieg verurteilt, das wissen Sie. Aber würde eine persönliche Distanzierung von Wladimir Putin wirklich irgendjemandem etwas bringen?», fragte das SPD-Mitglied Schröder einem Interview mit dem Magazin «Stern» und dem Sender «RTL/ntv» (Mittwoch).

«Muss ich denn über jedes Stöckchen springen, das mir hingehalten wird? So bin ich nicht. Ich habe da Entscheidungen getroffen, und dazu stehe ich, und ich habe klargemacht: Vielleicht kann ich noch mal nützlich sein. Warum soll ich mich also entschuldigen», fügte Schröder hinzu.

+++ London: Ukrainische Angriffe in Cherson unterbrechen russische Routen +++

Ukrainische Gegenanriffe in der Region Cherson im Südosten der Ukraine bereiten den russischen Besatzern nach Einschätzung britischer Geheimdienste zunehmend Probleme. Ein ukrainischer Angriff auf einen russischen Munitionszug habe vorübergehend eine Nachschubroute von der besetzten Halbinsel Krim unterbrochen, hieß es in einem am Mittwoch veröffentlichten Update des britischen Verteidigungsministeriums. Zwar könnten die Russen diese Route innerhalb einiger Tage reparieren, allerdings werde sie eine Schwachstelle bleiben.

Auch die durch ukrainische Raketen beschädigte Antoniwka-Brücke erschwere Moskau die Versorgung seiner Besatzungsarmee westlich des Flusses Dnipro. Die Russen müssten dafür mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf eine kürzlich für Zivilisten eingerichteten Fährroute ausweichen, um ihre Truppen und Nachschub über den Fluss zu bringen.

+++ Fehlende Ukraine-Importe: Anbau von Sonnenblumen mehr als verdoppelt +++

Die Landwirte in Deutschland haben im laufenden Jahr deutlich mehr Sonnenblumen angebaut als zuvor. Hintergrund ist der drohende Ausfall von Importen des begehrten Sonnenblumenöls aus der von Russland angegriffenen Ukraine, wo ein Vielfaches der deutschen Fläche genutzt wird.

Die deutsche Anbaufläche wurde im laufenden Jahr mehr als verdoppelt auf 85 300 Hektar, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Aufstellung des Statistischen Bundesamtes hervorgeht. Das bedeutete bei einem Vorjahreswert von 38 300 Hektar nach vorläufigen Ergebnissen einen Zuwachs um 122 Prozent. Bereits in den Jahren zuvor ist die Fläche für Sonnenblumen deutlich ausgeweitet worden. Im EU-Vergleich ist Deutschland mit einem Anteil von 0,5 Prozent allerdings ein kleiner Produzent. Führend sind Rumänien, Bulgarien, Spanien und Frankreich.

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