Ukraine-Krieg: Die Entwicklungen am Mittwoch

Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine herrscht in dem Land Krieg. Hier gibt's die aktuellen Entwicklungen.

Ukraine Newsblog
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Dieser Ticker ist für heute beendet. Sie können hier die wichtigsten News nachlesen.

  • Russland zieht Truppen aus südukrainischem Gebiet Cherson zurück

  • Selenskyj: Neue Kämpfe und Plünderungen

  • London: Auf Krim-Brücke nur ein Gleis benutzbar

  • Russische Besatzer: Vize-Verwaltungschef in ukrainischem Cherson tot

  • Kreml lässt Putins Teilnahme an G20-Gipfel offen

Die aktuelle Newslage im Livestream:

+++ Russen ziehen sich aus Cherson zurück +++

Angesichts der ukrainischen Attacken gibt Russland mit Cherson jetzt die einzige in dem Krieg eroberte Gebietshauptstadt auf. Die Truppen würden sich aus der Stadt und weiteren Teilen des dort besetzten Gebiets zurückziehen, kündigte der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu am Mittwoch an.

08.11.2022, Ukraine, Cherson: Zwei ukrainische Soldaten patrouillieren in einer Stadt im Gebiet Cherson in der Nähe der Frontlinie. Foto: Daniel Ceng Shou-Yi/ZUMA Press Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
08.11.2022, Ukraine, Cherson: Zwei ukrainische Soldaten patrouillieren in einer Stadt im Gebiet Cherson in der Nähe der Frontlinie. Foto: Daniel Ceng Shou-Yi/ZUMA Press Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Nach Erkenntnissen des britischen Geheimdienstes sind auch andernorts die Probleme erheblich. So sei noch monatelang mit Nachschub-Problemen über die bei einer Explosion beschädigte Krim-Brücke zu rechnen. «Das Leben und die Gesundheit der Soldaten der Russischen Föderation waren immer eine Priorität», sagte Schoigu zur Begründung des Rückzugs.

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+++ London: Auf Krim-Brücke nur ein Gleis benutzbar +++

Im Ukraine-Krieg muss Moskau nach Einschätzung des britischen Geheimdienstes noch monatelang mit Nachschub-Problemen über die beschädigte Krim-Brücke rechnen. «Die russischen Anstrengungen, die Krim-Brücke zu reparieren, gehen weiter, aber es ist unwahrscheinlich, dass sie vor September 2023 vollständig funktionsfähig sein wird», hieß es im täglichen Geheimdienst-Update des Verteidigungsministeriums in London am Mittwoch.

Aus einer Unterrichtung an den russischen Präsidenten Wladimir Putin gehe hervor, dass Arbeiten an der Straßenbrücke den Verkehr noch bis März 2023 einschränken würden, so die britischen Experten weiter. Die Reparatur der Bahnstrecke sei vertraglich bis September 2023 vereinbart worden. Derzeit sei ein Gleis benutzbar, aber der Zugverkehr sei weiterhin eingeschränkt.

+++ Selenskyj: Neue Kämpfe und Plünderungen +++

Trotz intensiver Kämpfe in den Kriegsgebieten der Ukraine bleibt die Lage laut Präsident Wolodymyr Selenskyj statisch. Zwar gebe es aktuell weniger Neuigkeiten aus den Kampfgebieten, sagte Selenskyj am Dienstagabend in seiner täglichen Videoansprache. «Das heißt aber nicht, dass die Intensität der Kämpfe geringer geworden ist.» Die Lage sei «weiterhin schwierig». Selenskyjs Generäle berichteten unterdessen von neuen Raketen- und Luftangriffen des russischen Militärs sowie von weiteren Plünderungen.

«In einigen Gebieten gehen nach wie vor heftige Positionskämpfe weiter», sagte Selenskyj. «Und es ist auch wie zuvor im Gebiet von Donezk besonders schwierig.» Der Befehl an die russischen Truppen, bis an die Grenzen des Verwaltungsgebiets vorzudringen, gelte weiterhin. Aber, so Selenskyj: «Wir geben dort keinen einzigen Zentimeter unseres Landes auf.»

+++ Russische Besatzer: Vize-Verwaltungschef in ukrainischem Cherson tot +++

Der Vizechef der von Moskau eingesetzten Verwaltung im südukrainischen Gebiet Cherson ist laut Angaben von vor Ort tot. Kirill Stremoussow sei am Mittwoch bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen, sagte Besatzungschef Wladimir Saldo in einer beim Nachrichtendienst Telegram verbreiteten Videobotschaft. Details nannte er nicht. Zuvor hatten bereits die staatlichen russischen Nachrichtenagenturen Tass und Ria Nowosti unter Berufung auf die Besatzer in Cherson übereinstimmend den Tod des 45-Jährigen gemeldet.

Die Nachricht kam vor dem Hintergrund von Gerüchten über einen laufenden Abzug der russischen Armee vom westlichen Dnipro-Ufer. Stremoussow hatte dies als einer der bekanntesten Vertreter der russischen Besatzungsverwaltung bis zuletzt praktisch ausgeschlossen.

+++ Kreml lässt Putins Teilnahme an G20-Gipfel offen +++

Die Teilnahme von Russlands Präsident Wladimir Putin am Gipfel der G20-Staaten nächste Woche auf der indonesischen Insel Bali ist nach Angaben des Kremls noch offen. Weiterhin würden «verschiedene Formate» einer Teilnahme erörtert, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch nach Angaben russischer Agenturen. Die Öffentlichkeit werde in Kürze über die Entscheidung informiert. Das Gastgeberland Indonesien hatte am Vortag erklärt, Putin werde sehr wahrscheinlich nicht anreisen. Denkbar wäre auch, dass der Kremlchef aus Moskau per Video zugeschaltet wird.

Zugesagt hat unterdessen der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Er wird voraussichtlich per Video teilnehmen. Die Ukraine ist zwar nicht G20-Mitglied, Selenskyj wurde aber angesichts des seit mehr als acht Monaten laufenden russischen Angriffskriegs gegen sein Land eingeladen. Das alljährliche Treffen der Gruppe der großen Industrie- und Schwellenländer (G20) findet am 15. und 16. November statt. Dabei sind auch US-Präsident Joe Biden und Bundeskanzler Olaf Scholz.

+++ Ukrainischer Botschafter hofft weiter auf Leopard-Panzer +++

Der neue ukrainische Botschafter in Berlin setzt seine Bemühungen um die Lieferung deutscher Leopard-Panzer an sein Land fort. «Ich bin voller Hoffnung, dass es dazu kommt, weil dieser Krieg gewonnen werden muss», sagte Oleksii Makeiev am Dienstagabend im «RTL Nachtjournal spezial». «Heutzutage brauchen unsere Mädchen und Jungs an der Front Schützen- und Kampfpanzer.» Deutschland könne dabei eine Führungsrolle übernehmen. «Wir hoffen, dass die Koalition der Willigen, der Westmächte, dazu beiträgt.» Er hoffe auf eine schnelle Entscheidung, denn die Ukraine brauche die Panzer, um die Angreifer zurückzuschlagen. «Je schneller das passiert, umso schneller ist dieser Krieg zu Ende.»

+++ Kremlsprecher Peskow besucht Kriegsgebiet in Ostukraine +++

Mehr als acht Monate nach Beginn des russischen Angriffskriegs hat Kremlsprecher Dmitri Peskow das von Moskau annektierte Gebiet Luhansk im Osten der Ukraine besucht. Der Vertraute von Präsident Wladimir Putin habe dort ein «Schulungsprogramm für Vertreter von Presse und Pressestellen in den Volksrepubliken Luhansk und Donezk» veranstaltet, teilte der Kreml am Mittwoch der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge mit. Mittlerweile sei Peskow wieder zurück.

Russland hat Luhansk - ebenso wie das angrenzende Gebiet Donezk und die Regionen Saporischschja und Cherson in der Südukraine - seit September unter großem internationalen Protest völkerrechtswidrig annektiert. Erst am Dienstag informierte Moskau über einen Besuch von Verteidigungsminister Sergej Schoigu im Kriegsgebiet. Wo genau in der Ukraine Schoigu sich aufgehalten haben soll, wurde nicht mitgeteilt.

+++ London: Reparatur beschädigter Krim-Brücke könnte lange dauern +++

Die Wiederherstellung der beschädigten Brücke zu der von Russland besetzten ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim könnte nach Einschätzung britischer Geheimdienst-Experten noch beinahe ein Jahr dauern. «Die russischen Anstrengungen, die Krim-Brücke zu reparieren, gehen weiter, aber es ist unwahrscheinlich, dass sie vor September 2023 vollständig funktionsfähig sein wird», hieß es im täglichen Geheimdienst-Update zum Ukraine-Krieg des Verteidigungsministeriums in London am Mittwoch.

Die für den Nachschub der russischen Invasionstruppen in der Ukraine wichtige Brücke war am 8. Oktober durch eine Explosion schwer beschädigt worden.

+++ Russischer Sicherheitsratschef Patruschew im Iran +++

Der Sekretär des russischen Sicherheitsrats, Nikolai Patruschew, ist im Iran eingetroffen. Der Vertraute von Kremlchef Wladimir Putin werde in Teheran «reguläre Sicherheitskonsultationen» führen, teilte der Sicherheitsrat nach Angaben der russischen Agentur Interfax am Mittwoch mit. Beteiligt seien Vertreter mehrerer Ministerien und Behörden. Der Iran unterhält gute Beziehungen zu Russland und gilt als Unterstützer im Krieg gegen die Ukraine.

Am Wochenende hatte Teheran erstmals zugegeben, an Russland auch Drohnen geliefert zu haben. Die Islamische Republik habe Russland vor Kriegsbeginn eine begrenzte Anzahl von Drohnen zur Verfügung gestellt, hieß es. Weitere Waffenlieferungen seit Beginn des russischen Angriffskriegs sowie die Bereitstellung von Raketen wurden von Teheran dementiert.