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Ukraine-Krieg: Die Entwicklungen am Mittwoch

Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine herrscht in dem Land Krieg. Die aktuellen Entwicklungen im Überblick.

Ukraine-Krieg: Die aktuellen Entwicklungen. (Symbolbild: Getty)
Ukraine-Krieg: Die aktuellen Entwicklungen. (Symbolbild: Getty) (Getty Images/iStockphoto)

Unser Ticker ist für heute beendet. Hier können Sie die wichtigsten Ereignisse des Tages nachlesen:

  • Kiew fordert EU-Beitrittsgespräche bis Ende 2023

  • Russischer Föderationsrat ebnet Weg für neue Atomwaffentests

  • London: Kämpfe am Fluss Dnipro werden intensiver

  • 16 Verletzte nach russischem Drohnenangriff in Westukraine

  • Russlands Verteidigungsminister zu Stabsbesuch an der Front

Die aktuelle Newslage:

+++ Kiew fordert EU-Beitrittsgespräche bis Ende 2023 +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat mit Nachdruck den Beginn von EU-Beitrittsverhandlungen als Motivation für sein Land im Kampf gegen die russische Aggression gefordert. «Motivation ist auch eine Waffe. Und sie muss geladen werden», sagte Selenskyj in seiner am Dienstagabend in Kiew verbreiteten Videobotschaft. «Wir erwarten diese kraftvolle Aufladung der ukrainischen Motivation: die Bereitschaft seitens der EU, die Verhandlungen mit der Ukraine zu beginnen.» Dazu brauche es eine politische Entscheidung, damit die Verhandlungen bis Ende dieses Jahres beginnen können.

Auch die Bürger und die Soldaten im Krieg bräuchten diese Aussicht auf eine EU-Mitgliedschaft. «Schritt für Schritt bewegen wir uns auf einen historischen Meilenstein in unserem Verhältnis mit Europa zu», sagte Selenskyj. Er war am Dienstag auch per Video zu einer Sitzung der EU-Kommission unter Leitung von Präsidentin Ursula von der Leyen zugeschaltet. Dabei hatte Selenskyj betont, dass die Ukraine trotz des Krieges eine Vielzahl an Aufgaben wie den Kampf gegen Korruption als Bedingung für den Start von Verhandlungen in Angriff genommen habe.

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+++ Russischer Föderationsrat ebnet Weg für neue Atomwaffentests +++

Das Oberhaus des russischen Parlaments, der Föderationsrat, hat den Weg zur Wiederaufnahme von Atomtests freigemacht. Die Abgeordneten verabschiedeten nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Tass am Mittwoch einstimmig ein Gesetz, mit dem die Ratifizierung des globalen Vertrags über den Stopp von Kernwaffenversuchen (CTBT) zurückgezogen wird. Vor dem Föderationsrat hatte bereits das Unterhaus, die Staatsduma, das Gesetz abgesegnet. Damit es in Kraft tritt, muss Präsident Wladimir Putin es unterzeichnen. Dies gilt als Formsache, da Putin selbst den möglichen Ausstieg Russlands aus dem Vertrag angekündigt hatte.

Putin hatte den CTBT-Ausstieg damit begründet, dass Russland die gleichen Möglichkeiten haben müsse wie die zweite große Atommacht USA. Washington hat den 1996 verabschiedeten Atomteststopp-Vertrag bislang nicht ratifiziert, Russland hingegen schon - und zwar im Jahr 2000. Auch wenn das globale Testverbot nie formell in Kraft getreten ist, haben sich seit den 1990er Jahren bis auf Nordkorea alle Staaten daran gehalten.

+++ Lettland will sechs Mehrfachraketenwerfer von USA beziehen +++

Lettland rüstet vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine weiter auf und will sechs Mehrfachraketenwerfer vom Typ Himars von den USA beziehen. Nach Angaben des lettischen Verteidigungsministers Andris Spruds hat das US-Außenministerium den Verkauf der Waffensysteme genehmigt. Auch werde das baltische EU- und Nato-Land hoch präzise ATACMS-Raketen erwerben, schrieb er auf der Online-Plattform X, früher Twitter. Der Gesamtkaufpreis betrage rund 220 Millionen US-Dollar (etwa 207 Millionen Euro). Der Kaufvertrag soll in den kommenden Monaten unterzeichnet werden.

Das Rüstungsgeschäft werde die Kampffähigkeiten der lettischen Armee und die strategische Partnerschaft zwischen den USA und Lettland erheblich stärken, schrieb Spruds weiter. Auch die amerikanische Defense Security Cooperation Agency teilte mit, dass der Verkauf die Fähigkeit des an Russland und Belarus grenzenden Baltenstaats erhöhen werde, gegenwärtigen und künftigen Bedrohungen zu begegnen. Weiter werde damit nach Angaben der US-Behörde die Interoperabilität mit den USA und anderen Nato-Verbündeten verstärkt.

+++ London: Kämpfe am Fluss Dnipro werden intensiver +++

In der Ukraine haben die Kämpfe am Unterlauf des Dnipro nach britischer Einschätzung zuletzt zugenommen. «Die Ukraine hat Operationen in diesem Bereich höhere Priorität eingeräumt und bildet kleine Brückenköpfe am Ostufer, das es seit Sommer kontrolliert», teilte das britische Verteidigungsministerium am Mittwoch mit.

Russland sei aber vermutlich auf diese Angriffe vorbereitet, seitdem es seine Einheiten vor einem Jahr vom Westufer abgezogen hatte. «Erste Hinweise deuten darauf hin, dass Russland in Reichweite des Flusses über eine bedeutende Artilleriekapazität verfügt», hieß es in London weiter. Im Einsatz sei die neu geformte russische 18. Armee.

+++ 16 Verletzte nach russischem Drohnenangriff in Westukraine +++

Durch herabfallende Trümmer einer abgefangenen russischen Drohne sind im westukrainischen Gebiet Chmelnyzkyj 16 Menschen verletzt worden. «Im Landkreis Schepetiwka sind durch den Abschuss von Luftzielen diese auf das Territorium eines Objekts der kritischen Infrastruktur gestürzt», teilte der Vizechef der Gebietsverwaltung, Serhij Tjurin, am Mittwoch auf Telegram mit.

Es habe eine Explosion gegeben, die neben einem Verwaltungsgebäude auch Wohnhäuser und Autos beschädigt habe. Dabei seien 16 Menschen aus umliegenden Gebäuden verletzt worden. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe hat Russland in der vergangenen Nacht elf Kamikaze-Drohnen gegen die Ukraine gestartet. Alle seien abgeschossen worden, teilte das Militär in Kiew mit.

+++ Russlands Verteidigungsminister zu Stabsbesuch an der Front +++

Moskaus Verteidigungsminister Sergej Schoigu hat nach Angaben des Militärs den russischen Soldaten in der Ukraine einen seiner seltenen Frontbesuche abgestattet. Im Gespräch mit Soldaten gab Schoigu am Mittwoch laut einer vom Ministerium per Telegram verbreiteten Mitteilung vor, die Ukraine sei insgesamt geschwächt und habe in den letzten Wochen hohe Verluste erlitten. «Wir haben Systeme erhalten, die 24 Flugzeuge in fünf Tagen abgeschossen haben.»

Der 68-Jährige soll zudem an einer Stabsbesprechung in der «Zone der militärischen Spezialoperation» teilgenommen haben, wie offiziell mitgeteilt wurde. Dabei habe er sich unter anderem vom Befehlshaber der Heeresgruppe Ost, Generalleutnant Andrej Kusmenko, Bericht über die Schaffung von spezialisierten Drohneneinheiten erstatten lassen. Zudem sei es um die Vorbereitung auf den Winter gegangen.

Die Mitteilung des Verteidigungsministeriums ist mit einem Video unterlegt, dass Schoigu in einem Hubschrauber und später in einem Stabsbunker zeigt. Ob die Anlage tatsächlich auf von Russland besetztem ukrainischem Staatsgebiet liegt, lässt sich nicht erkennen.