Ukraine und Russland tauschen Kriegsgefangene aus

Die Ukraine und Russland haben in der Nacht zum Donnerstag überraschend einen umfangreichen Austausch von Kriegsgefangenen vollzogen.

Aus russischer Gefangenschaft kehrten offiziellen Angaben aus Kyiv 205 ukrainische Soldaten zurück, darunter fünf hohe Offiziere, die die Verteidigung der Hafenstatdt Mariupol und des Azovstal Stahlwerks dort kommandiert hatten.

Unter den Freigelassenen auf ukrainischer Seite sind auch mehrere Ausländer, die entweder für die Ukraine gekämpft, oder humanitäre Hilfe geleistet hatten.

Wie der britische Sender BBC berichtete, sind darunter auch fünf Briten, die auf Vermittlung Saudi-Arabiens frei kamen.

In Moskau landete in den frühen Morgenstunden eine Transportmaschine mit den 55 Freigelassenen auf russischer Seite, nach offiziellen Angaben sowohl Soldaten der russischen Armee als auch solche des russisch besetzten Donbas.

Die Ukraine ließ auch den prorussischen Politiker Viktor Medwedtschuk ausreisen, einen Vertrauten des russischen Präsidenten Putin.

Unterdessen wurden die ersten russischen Reservisten eingezogen, nachdem Präsident Putin am Mittwoch eine Teilmobilmachung verkündet hatte.

Am Mittwochabend war es landesweit zu Protesten gegen diesen Präsidialerlass gekommen.

Nach Angaben von Bürgerrechtlern sollen dabei in 38 Städten über 1300 Menschen festgenommen worden sein.