Ukraine will Russland für MH17-Abschuss zur Rechenschaft ziehen

Drei Jahre nach dem Tod von 298 Menschen an Bord von Flug MH17 hat der ukrainische Staatschef Poroschenko gefordert, Russland für den Abschuss zur Rechenschaft zu ziehen. In Den Haag wollen Angehörige ein "lebendes Mahnmal" aus 298 Bäumen enthüllen

Drei Jahre nach dem Tod von 298 Menschen an Bord von Flug MH17 über der Ostukraine hat der ukrainische Staatschef Petro Poroschenko bekräftigt, Russland müsse für den Abschuss der Passagiermaschine zur Rechenschaft gezogen weden. Das "schamlose Verbrechen hätte verhindert werden können, wenn es keine russische Aggression, keine russische Ausrüstung und keine russische Rakete, die von russischem Gebiet kam, gegeben hätte", schrieb Poroschenko am Montag auf seiner Facebook-Seite.

"Es ist unsere Verantwortung vor den Toten und den zukünftigen Generationen, den terroristischen Angreifern zu zeigen, dass sie für die begangenen Verbrechen einstehen müssen", forderte Poroschenko.

Flug MH17 war am 17. Juli 2014 auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur über der Ostukraine abgestürzt, alle 298 Insassen kamen ums Leben, darunter 196 Niederländer. Moskau sieht die Verantwortung dafür bei der ukrainischen Armee. Kiew und der Westen vermuten hingegen, dass prorussische Rebellen das Flugzeug mit einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen haben.

In Berlin erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert, es handele sich um eine "Tragödie, die immer noch auf ihre vollständige Aufklärung wartet". Die Bundesregierung unterstütze alle Bemühungen der Ermittler, das Geschehen vollständig aufzuklären.

Von den Niederlanden geleitete strafrechtliche Ermittlungen kamen im vergangenen September zu dem Ergebnis, die malaysische Maschine sei über dem Gebiet der prorussischen Separatisten unter Beschuss geraten. Kurz zuvor sei eine Buk-Rakete aus Russland geliefert und der Raketenwerfer nach dem Abschuss wieder "zurück nach Russland" gebracht worden. Moskau wies die Ermittlungsergebnisse als "politisch motiviert" zurück.

Anfang Juli einigten sich Länder des Gemeinsamen Ermittlungsteams (JIT), das den Abschuss untersucht, die mutmaßlich Verantwortlichen künftig in den Niederlanden vor Gericht zu stellen. Nach Angaben der niederländischen Behörden haben die Ermittler bislang etwa hundert Menschen identifiziert, die eine "aktive Rolle" gespielt haben sollen. Keiner davon sei bisher festgenommen worden. Am JIT sind Belgien, Australien, Malaysia, die Niederlande und die Ukraine beteiligt.

In Den Haag wollten zum dritten Jahrestag des MH17-Abschusses rund 2000 Angehörige von Opfern ein "lebendes Mahnmal" enthüllen. In der niederländischen Stadt wurden 298 Bäume gepflanzt, die künftig in Form einer grünen Schleife an die 298 Todesopfer erinnern sollen. Zu der Zeremonie wurden auch König Willem-Alexander und Königin Máxima erwartet.

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