Ukrainische Zentralbankchefin kündigt Rücktritt an

Gontarewa im Juni 2014

Die als Reformerin geltende Chefin der ukrainischen Zentralbank, Walerija Gontarewa, hat überraschend ihren Rücktritt erklärt. Sie habe Präsident Petro Poroschenko mitgeteilt, dass sie ihren Posten zum 10. Mai niederlege, sagte die 52-Jährige am Montag vor Journalisten. "Meine Mission ist erfüllt, die Reformen sind erledigt." Zum ersten Mal in der Geschichte der Ukraine sei der Wechsel an der Spitze der Zentralbank "keine politische Entscheidung".

Poroschenko hatte Gontarewa im Juni 2014 an die Spitze der ukrainischen Zentralbank berufen. Ihr Reformkurs für die von Korruption geplagte Wirtschaft des Landes kam zwar im Westen gut an, war allerdings im Inland umstritten.

Gontarewa ging unter anderem gegen zahlreiche Banken vor, die im Verdacht standen, den Privatinteressen von Milliardären zu dienen. Sie stand deshalb von Seiten der Oligarchen unter Druck.

An ihren nun zu suchenden Nachfolger gerichtet, sagte sie: "Egal, wer sich auf diesem Posten befindet, wird politischem Druck ausgesetzt sein." Es sei wichtig, standhaft zu bleiben.

Umstritten war auch Gontarewas Entscheidung, wie vom Internationalen Währungsfonds (IWF) empfohlen die staatliche Unterstützung für die Währung Hrywnja zu lockern. Die Währung verlor seither massiv an Wert. Das ließ die Ersparnisse der Bevölkerung zusammenschmelzen und die Inflation steigen. Allerdings förderte der Schritt auch das Ansehen des Landes bei ausländischen Gläubigern wie dem IWF und der Europäischen Union.

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