Ukrainischer Geheimdienst beschlagnahmt "pro-russische Literatur" und Bargeld in Klöstern

Der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU hat bei Razzien wegen möglicher Verbindungen zu Russland in mehreren orthodoxen Klöstern "pro-russische Literatur" und Bargeld beschlagnahmt sowie zahlreiche Menschen verhört. Insgesamt seien mehr als 350 kirchliche Gebäude durchsucht worden, darunter auch die des zum Unesco-Welterbe gehörenden Höhlenklosters Lawra Petschersk in der Hauptstadt Kiew, erklärte der Inlandsgeheimdienst am Mittwoch.

Die gefundene "pro-russische Literatur" sei in Seminaren und Pfarrschulen verwendet worden, unter anderem für Propaganda der "russischen Welt", die den Einfluss Russlands in anderen Ländern der ehemaligen Sowjetunion ausbauen will.

Dem Inlandsgeheimdienst zufolge wurden zudem mehr als zwei Millionen ukrainische Hrywnja (mehr als 52.000 Euro), mehr als 100.000 Dollar (mehr als 96.000 Euro) und mehrere tausend Rubel (dutzende Euro) in bar beschlagnahmt. 850 Menschen seien überprüft worden, unter ihnen auch Russen. Mehr als 50 Menschen seien zudem verhört worden.

Ein Sprecher der russisch-orthodoxen Kirche bezeichnete die Razzien als "Akt der Einschüchterung" gegen ukrainische Gläubige. Der Kreml verurteilte die Durchsuchungen als jüngstes Kapitel von Kiews "Krieg" gegen die russische Kirche.

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