Ukrainischer Geheimdienst: Kinderklinik von russischem Marschflugkörper getroffen

Der tödliche Angriff auf ein Kinderkrankenhaus in der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist nach Erkenntnissen des Inlandsgeheimdienstes SBU am Montag durch einen russischen Marschflugkörper erfolgt. Vor Ort seien "relevante Beweise" gefunden worden, hieß es. (Roman PILIPEY)
Der tödliche Angriff auf ein Kinderkrankenhaus in der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist nach Erkenntnissen des Inlandsgeheimdienstes SBU am Montag durch einen russischen Marschflugkörper erfolgt. Vor Ort seien "relevante Beweise" gefunden worden, hieß es. (Roman PILIPEY)

Der tödliche Angriff auf ein Kinderkrankenhaus in der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist nach Erkenntnissen des Inlandsgeheimdienstes SBU am Montag durch einen russischen Marschflugkörper erfolgt. Vor Ort seien "relevante Beweise, insbesondere Fragmente vom hinteren Teils einer Ch-101-Rakete" inklusive einer Seriennummer gefunden worden, hieß es in einer Erklärung des SBU. Bei dem Angriff wurden demnach mindestens zwei Krankenpfleger getötet und sieben weitere Menschen verletzt, darunter auch Kinder.

Moskau hatte zuvor eine Verantwortung bestritten und erklärt, das Krankenhaus sei von Trümmern ukrainischer Luftabwehrraketen getroffen worden. Beweise wurde jedoch nicht vorgelegt.

Russland hatte die Ukraine am Montag mit einer massiven Angriffswelle überzogen. Insgesamt wurden ukrainischen Angaben zufolge mindestens 28 Menschen getötet und mehr als hundert weitere verletzt. Die getroffene Ochmatdyt-Klinik in Kiew ist nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj eines der "wichtigsten Krankenhäuser für Kinder in Europa".

Bei einem Besuch in Warschau gedachte Selenskyj gemeinsam mit Polens Regierungschef Donald Tusk der Opfer in einer Schweigeminute. Tusk sagte, es gäbe "keine Worte, Dokumente oder politischen Erklärungen", die ausreichen würden, um einerseits den Aggressor zu verurteilen und andererseits Solidarität und Unterstützung für die Ukraine zum Ausdruck zu bringen.

Die UN-Koordinatorin für humanitäre Hilfe in der Ukraine, Denise Brown, verurteilte die tödlichen Angriffe. "Es ist unverzeihlich, dass in diesem Krieg Kinder getötet und verletzt werden", hieß es in einer Erklärung.

Ähnlich äußerte sich der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell: "Russland nimmt weiterhin rücksichtslos ukrainische Zivilisten ins Visier", hieß es in einem Beitrag im Onlinedienst X. Die Ukraine brauche jetzt eine Luftverteidigung. "Alle Verantwortlichen für russische Kriegsverbrechen werden zur Rechenschaft gezogen", betonte Borrell.

lt/ju