Umfrage: Deutsche für mehr Klimaschutz

Windräder in Bayern

Die Deutschen wünschen sich einer Umfrage zufolge mehr Engagement ihres Landes für den Klimaschutz. 54 Prozent der Bundesbürger sind der Ansicht, dass Deutschland nicht genug im Kampf gegen den Klimawandel tut, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Naturschutzorganisation WWF ergab. Anlass für die Umfrage ist die Unterzeichnung des UN-Klimaabkommens von Paris am Freitag in New York.

Der Umfrage zufolge finden es 78 Prozent aller Bundesbürger wichtig, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Engagement für schärfere Klimaziele in der EU zeigt. 51 Prozent fänden das sogar äußerst oder sehr wichtig, wie der WWF weiter mitteilte. In den vergangenen fünf Jahren sei die Sorge über den Klimawandel bei 43 Prozent der Bundesbürger deutlich gewachsen. Lediglich fünf Prozent belaste das Thema weniger als vor fünf Jahren und elf Prozent waren noch nie besorgt.

Ähnlich wie in der WWF-Umfrage befürwortet in einer weiteren Umfrage eine überwiegende Mehrheit der Deutschen für den Klimaschutz einen Ausstieg aus der Kohleindustrie. Zur Umsetzung des Pariser Abkommens fordern laut einer Emnid-Umfrage für die Bürgerbewegung Campact 72 Prozent ein Gesetz zu einem schrittweisen Kohleausstieg. Sogar 80 Prozent wollen demnach, dass Fracking in Deutschland verboten wird, um das Abkommen umzusetzen. Campact rief die Bundesregierung daher dazu auf, den Kohleausstieg voranzutreiben, Fracking nicht zu erlauben und mehr für erneuerbare Energien zu tun.

Das erste weltweit bindende Klimaabkommen war im vergangenen Dezember in Paris nach langem Ringen beschlossen worden. Die Erderwärmung soll demnach auf möglichst 1,5 Grad über dem vorindustriellen Niveau begrenzt und in der zweiten Jahrhunderthälfte eine "Treibhausgasneutralität" erreicht werden. Zur Unterzeichnungszeremonie am Sitz der Vereinten Nationen in New York am Freitag werden zahlreiche Staats- und Regierungschefs erwartet.