Umfrage: Willem-Alexander hat durch Corona-Patzer deutlich an Beliebtheit eingebüßt

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König Willem-Alexander mit Frau und Töchtern

Wegen seines kontroversen Umgangs mit der Corona-Pandemie ist der niederländische König Willem-Alexander an seinem 54. Geburtstag am Dienstag mit drastisch gesunkenen Beliebtheitswerten konfrontiert worden. Von 76 Prozent im April vergangenen Jahres ging der Zustimmungswert des Monarchen auf nun 57 Prozent zurück, wie eine Umfrage im Auftrag des öffentlich-rechtlichen Senders NOS ergab.

Am Dienstag wurde in den Niederlanden der sogenannte Königstag begangen. Viele Niederländer kleideten sich an dem Feiertag zu Ehren des Königs orange.

In dem 37-seitigen Bericht, den das Umfrageinstitut Ipsos für NOS erstellte, wurde daran erinnert, dass die Feierlichkeiten zum Königstag vergangenes Jahr wegen der Corona-Pandemie in letzter Minute abgesagt worden waren. Danach habe Willem-Alexander eine Rede zur Corona-Krise und der damit verbundenen "Unsicherheit und Isolation" gehalten. Diese Rede sei von den Bürgern positiv aufgenommen worden.

"Aber in der Zwischenzeit ist viel passiert", hob der Bericht hervor. "Mehrere Male hat sich der König vergangenes Jahr selbst in Kontroversen verwickelt."

So waren Willem-Alexander und seine Familie im Oktober nach Griechenland in den Urlaub geflogen, während daheim ein Teil-Lockdown verhängt wurde. Wegen des Aufschreis in der Bevölkerung kehrten Willem-Alexander und seine Frau Maxima einen Tag nach ihrer Abreise in die Niederlande zurück. Die Royals entschuldigten sich in einer Fernsehansprache, aber der Beliebtheitswert des Königs schrumpfte laut dem Ipso-Bericht trotzdem auf 47 Prozent im Dezember.

Zwei Monate vor dem Griechenland-Trip hatte bereits ein Foto des Königspaares für eine Kontroverse gesorgt, das in Online-Medien veröffentlicht worden war. Es zeigte Willem-Alexander und seine Frau mit dem Besitzer eines Restaurants auf der griechischen Insel Milos während einer anderen Urlaubsreise. Dabei hielt das Königspaar weder die Abstandsregeln ein noch trug es Masken, wie es in den Niederlanden vorgeschrieben ist.

Dem König wird ohnehin vorgeworfen, den Kontakt zu seinem Volk zu verlieren. Die niederländische Regierung hat eine Überprüfung des Jahresetats für das Königshaus angeordnet. "Die Unterstützung für die Monarchie steht immer noch unter Druck und hat im Vergleich zu früheren Jahren deutlich abgenommen", heißt es in dem Ipsos-Bericht. Dennoch zögen die meisten Niederländer die konstitutionelle Monarchie einer Republik vor. 58 Prozent wollen demnach das Königshaus behalten, 23 Prozent sind für seine Abschaffung.

In den Niederlanden nimmt zur Zeit die Zahl der Corona-Neuinfektionen wieder zu. In dem kleinen EU-Land wurden bislang rund 1,4 Millionen Ansteckungen und mehr als 17.000 Corona-Tote registriert. Für Mittwoch wurden dennoch Lockerungen der Corona-Restriktionen in den Niederlanden wie das Ende der nächtlichen Ausgangssperre angekündigt. Cafés sollen in ihren Außenbereichen wieder Gäste bewirten dürfen.

yb/bfi