Neue Umfrage bestätigt BSW-Hoch in Thüringen: Wagenknecht-Partei könnte aus dem Stand in die Regierung einziehen

Das BSW von Sahra Wagenknecht kann in Thüringen auf eine Regierungsbeteiligung hoffen.  - Copyright: Picture Alliance
Das BSW von Sahra Wagenknecht kann in Thüringen auf eine Regierungsbeteiligung hoffen. - Copyright: Picture Alliance

Gut zwei Monate vor der Landtagswahl in Thüringen bestätigt eine neue Wahlumfrage das Hoch der neuen Partei Bündnis Sahra Wagenknecht. Das BSW kommt in der Insa-Umfrage in Thüringen auf 20 Prozent. Die Gewinne gehen vor allem auf Kosten der Linken von Ministerpräsident Bodo Ramelow, die auf 14 Prozent einbricht. Auch die AfD büßt leicht ein, bleibt mit 29 Prozent aber die stärkste Partei. Die CDU legt auf 23 Prozent zu. Nach dem derzeitigen Stand der Umfragen, ist damit unklar, welche Koalition nach der Wahl am 1. September eine Regierungsmehrheit bilden könnte

Dies liegt auch daran, weil die Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP in Thüringen kaum eine Rolle spielen. In der Insa-Umfrage für eine Reihe von Tageszeitungen liegt allein die SPD mit sieben Prozent noch über der Fünf-Prozent-Hürde. Die Grünen rutschen darunter, die FDP liegt ohnehin nur bei zwei Prozent.

Sehr ähnliche Ergebnisse hatte vor einer Woche eine Umfrage des Institut Infratest Dimap für den Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) ergeben. Das BSW gewann darin sechs Prozentpunkte auf 21 Prozent dazu. Die Linke verlor fünf Prozentpunkte auf 11 Prozent. Die AfD büßte auch bei Infratest erneut einen Prozentpunkt auf 28 Prozent ein. Die CDU legte drei Prozentpunkte auf 23 Prozent zu. Die SPD rutscht um zwei Punkte auf sieben Prozent an. Die Grünen rutschen mit vier Prozent sogar unter die Fünf-Prozent-Hürde für den Einzug in den Landtag. Die FDP spiel in Thüringen gar keine Rolle.

Die Folgen aus den Wahl-Umfragen in Thüringen

Die beiden Umfragen sind in mehrerer Hinsicht bemerkenswert:

  • Die drei im Bund regierenden Ampel-Partien SPD, Grüne und FDP kommen in Thüringen zusammen gerade noch auaf etwas mehr als zehn Prozent.

  • Das in Thüringen regierende rot-rot-grüne Bündnis aus Linken, SPD und Grünen kommt zusammen nur noch auf 22 Prozent.

  • In Thüringen hätte nur eine Koalition eine Mehrheit, wenn daran entweder die AfD oder das BSW beteiligt wäre.

  • Da keine Partei eine Koalition mit der AfD eingehen will, wäre eine Mehrheit aktuell nur mit Beteiligung des BSW zu erreichen. Rechnerisch möglich wäre ein Bündnis aus CDU, BSW und SPD.

  • Mit AfD, BSW und Linke kommen drei Parteien, die die Unterstützung der Ukraine gegen Russlands Angriffskrieg kritisch sehen oder ablehnen, zusammen auf 60 Prozent der Stimmen.

Zur Wahl in Thüringen liegen aus diesem Jahr drei Umfragen vor. Die Umfrage von Forsa stammt allerdings schon aus dem Januar. Die Umfragen von Insa und Infratest Dimap wurden nach der Europawahl erhoben.

Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang.